Seit drei Jahrzehnten begleitet der Förderverein Känguruh Kinder e.V. Familien von Früh- und Risikogeborenen im Perinatalzentrum Level 1 des Klinikums Saarbrücken. Was 1996 aus einem persönlichen Schicksalsschlag entstand, ist heute eine der stärksten Unterstützerstrukturen für unsere kleinsten Patientinnen und Patienten. Auch die Saarbrücker Zeitung hat in der vergangenen Woche ausführlich darüber berichtet, wie viel dieser Verein in 30 Jahren bewegt hat. In dem Bericht wird eindrucksvoll gezeigt, wie eng die Geschichte des Vereins mit der Entwicklung unseres Perinatalzentrums verbunden ist – und wie viel Engagement hinter jeder einzelnen Spende steckt. Der Artikel würdigt nicht nur die Gründerin Sylvia Huy, sondern auch die vielen Ehrenamtlichen, die seit 30 Jahren dafür sorgen, dass Familien in einer der schwierigsten Lebensphasen nicht allein sind.
Wir blicken heute zurück auf eine sehr besondere Feier: 30 Jahre Känguruh Kinder e.V. – drei Jahrzehnte Unterstützung für Familien mit Früh- und Risikogeborenen in unserem Perinatalzentrum auf dem Winterberg.
Bei der Jubiläumsfeier im Klinikum haben der Geschäftsführer und Ärztliche Direktor Dr. Christian Braun, Verwaltungsdirektor Matthias Mudra, Pflegedirektor Hagen Kern und Chefärztin Dr. Marie‑Claire Detemple den Vertretern des Vereins mit sehr persönlichen Worten gedankt – für ihre Unterstützung über Jahrzehnte hinweg, für Projekte, die ohne externe Hilfe nicht möglich gewesen wären, für beständiges Da-Sein, wenn irgendetwas gefehlt hat.
Ehemaliger Chefarzt dankt für das Engagement
Sogar der langjährige Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik, Prof. Dr. Jens Möller, nahm sich Zeit für einen Besuch auf dem Winterberg und würdigte im Rahmen der Feier das wichtige Engagement des Vereins. In seiner kleinen Rede gab er zu, dass damals die Ärzteschaft das heute so wichtige und für eine gute Entwicklung nachgewiesene „Känguruhen“, also der häufige Hautkontakt zwischen Eltern und Frühgeborenem, anfangs ziemlich kritisch beäugt habe. Das habe sich aber schnell geändert, als man die positiven Folgen wahrnahm und diese auch wissenschaftlich belegt wurden.
Info-Fakt: Eine kolumbianische Studie aus 2016 zeigt beispielswiese, dass sich die „KMC-Methode“ (Kangoroo-Mother-Care) langfristig positiv auf den IQ, das Sozialverhalten, die Eltern-Kind-Beziehung und den gesamten sozio-ökonomischen Status der ehemaligen Frühgeborenen auswirkt (Quelle: Europäisches Institut für Stillen und Laktation).
"Wir gründen einen Verein."
Gegründet wurde der Verein 1996 durch ein trauriges Schicksal der heutigen Vorsitzenden Sylvia Huy, die sich in ihrer bewegenden Rede an ihre schwierige Zeit mit ihren beiden Kindern auf der Kinderintensivstation erinnerte – und noch genau weiß, wann die Entscheidung fiel: „Wir gründen einen Verein.“ Das Känguruhen damals, so erzählt sie, fand auf eilig beschafften Gartenklappliegen statt, die die Schwestern von ihrem eigenen Geld erworben hatten – und die nicht dafür geeignet waren, stundenlang mit einem verkabelten Frühgeborenen darauf zu kuscheln. Als ihre Liege kaputt ging, wusste sie, was zu tun war. Deshalb war eine der ersten Anschaffungen des Vereins ein Schwung bequemer (teurer) Känguruh-Stühle, die die Nähe zwischen Eltern und Kind fördern und die damit dem Frühchen helfen können, stark zu werden und zu gedeihen.
Entwicklungsfördernde Pflege zum Wohle von Kindern und Eltern
Dieser Gedanke der „entwicklungsfördernden Pflege“ steht nach wie vor im Zentrum der Vereinsarbeit. Fast eine Million Euro hat der Verein seit seiner Gründung in dieses Ziel investiert und allerhand sinnvolle Investitionen zum Wohle von Eltern und Kindern erleichtert.
Wie das möglich ist? Mit vielen Unterstützern, mit vielen Freunden, mit Leidensgenossen, die das gleiche Schicksal teilen, mit Firmen, die Verantwortung übernehmen, mit anderen Vereinen, die anpacken, mit Privatpersonen, die helfen möchten, mit anonymen Spendern, die sehen, dass sinnvolle Arbeit geleistet wird – und mit mindestens einem ganzen Ort im Rücken, wie Sylvia Huy stolz sagte: „Ohne Ommersheim wäre das alles nicht möglich gewesen.“ Ihr soziales Netzwerk und auch das ihrer Mitstreiter ermöglicht nach wie vor, dass beschafft werden kann, was das Leben von Eltern und Kindern in dieser herausfordernden Zeit ein wenig komfortabler machen kann.
Zur Feier waren auch einige langjährige Spenderinnen und Spender gekommen – ein starkes Zeichen dafür, wie viel Herzblut in diesem Verein steckt.
Und genauso wichtig: Diejenigen, die im Hintergrund wirken und aktiv sind – ehemalige Mitarbeitende, Ehrenamtliche, Helfende, Menschen, die anpacken, ohne selbst im Mittelpunkt stehen zu wollen. Weil sie es aus tiefster Überzeugung für die Kleinsten und Schwächsten unter uns tun.
Wir sagen: Danke, lieber Känguruh Kinder e.V. und alle, die daran mitwirken und sich vorbehaltlos engagieren. Euer Jubiläum zeigt, wie viel Wärme und Gemeinschaft aus einem traurigen Anlass heraus wachsen und wieviel Gutes ihr schon bewirken konntet.
Hilfe kommt genau da an, wo sie gebraucht wird
Der Verein finanziert seit vielen Jahren vieles, was im Klinikalltag den entscheidenden Unterschied macht, zum Beispiel:
Känguruh‑Stühle, die Eltern stundenlangen Haut‑an‑Haut‑Kontakt mit ihren Neugeborenen ermöglichen.
Spezielle Inkubatoren, die Nähe zulassen, auch wenn ein Baby intensivmedizinisch versorgt werden muss.
Ein Familienzimmer, die Rückzug und Ruhe schaffen, wenn die Situation belastend wird.
Ausstattung für Abschiedssituationen, um Eltern, die ihr Kind verlieren, würdevoll zu begleiten.
Inzwischen wurden knapp eine Million Euro in dieser Zeit investiert – jeder Euro davon steht für ein Stück gelebte Solidarität und Hilfe, die ankommt.
Warum dieser Verein für unser Perinatalzentrum so wichtig ist
Das Perinatalzentrum Level 1 auf dem Winterberg steht für höchste medizinische Expertise. Doch die Versorgung von Frühgeborenen bedeutet weit mehr als Hightech‑Medizin. Es geht um Nähe, Bindung, Sicherheit – und genau hier setzt der Förderverein an.
Viele Projekte, die heute selbstverständlich wirken, wären ohne Känguruh Kinder e.V. nicht oder nur beschwerlich möglich gewesen, zum Beispiel:
- Bluetooth‑Monitore, die es ermöglichen, dass überwachungspflichtige Babys bei ihren Müttern bleiben können.
- Die Versorgungseinheit Concord Neonatal, die eine unmittelbare Versorgung direkt im Kreißsaal oder OP erlaubt.
- Die Simulationspuppe Paul, mit der unser Team realistische Notfallszenarien trainiert – ein enormer Gewinn für die Sicherheit der Kinder und unseres Teams.
Diese Unterstützung macht unser Perinatalzentrum nicht nur medizinisch stark, sondern menschlich besonders.
Sie wollen auch spenden?
Das Klinikum Saarbrücken kann direkt unterstützt werden, dies ist auch zweckgebunden möglich.
Die Kontodaten des Vereins Känguruh Kinder sind hier abrufbar.



