Pflegekräfte aus Mexiko: Examiniert und nach Tarif bezahlt

Pressemitteilung /

Nach Lafontaine-Statement: Keine „billigen Arbeitskräfte“, sondern examinierte Fachkräfte und Bezahlung nach Tarif.

Das Klinikum Saarbrücken weist aus aktuellem Anlass darauf hin, dass die mexikanischen Pflegekräfte korrekt nach Tarif bezahlt werden und keine „billigen Arbeits-kräfte“ sind, wie es der Saar-Linke-Fraktionsvorsitzende Oskar Lafontaine unterstellt.

Seit Anfang Oktober 2020 verstärken 26 Pflegekräfte aus Mexiko die Stationsteams im Klinikum Saarbrücken sowie im Universitätsklinikum des Saarlandes (14 sind in Saarbrücken, 12 derzeit in Homburg eingesetzt). Die Personalakquise, die bereits vor 14 Monaten in Mexiko begann, geht auf eine gemeinsame Initiative der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV), der gemeinnützigen Carl Duisberg Centren sowie der beiden saarländischen Krankenhäuser zurück.

Am vergangenen Wochenende sprach Saar-Linken Fraktionschef Oskar Lafontaine im Kontext der Diskussion um den Pflegenotstand von „billigen Pflegekräften aus Mexiko oder von den Philippinen“. Er verknüpfte dies mit einer „verfehlten Gesundheitspolitik, in deren Mittelpunkt Einsparungen und Gewinnorientierung stehen“. Bereits zu Beginn des Mexiko-Projekts im August 2019 kritisierte die stellvertretende Saar-Linken-Fraktionsvorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin Astrid Schramm das Projekt als „unsozial und verantwortungslos“ und warf den beiden Kliniken vor, „billigere und im Zweifel nicht gewerkschaftlich organisierte Kräfte hierherzulocken“.

Das Klinikum Saarbrücken weist in diesem Zusammenhang erneut darauf hin, dass alle mexikanischen Pflegekräfte, die im Rahmen dieses Programms ins Saarland gekommen sind, korrekt nach Tarif bezahlt werden. Die Forderung nach einem flächendeckenden Branchentarifvertrag für alle Pflegekräfte wird derzeit sehr intensiv auf politischer Ebene diskutiert. Als Maßstab für die Bezahlung werden hier Löhne wie im öffentlichen Dienst genommen. Diese Tarifregelungen wenden das Klinikum Saarbrücken als kommunales Haus bzw. das Universitätsklinikum bereits an.

„Wir nehmen zudem nicht kommentarlos hin, dass unsere neuen Teammitglieder als ‚billige Arbeitskräfte‘ bezeichnet werden“, sagt Thomas Hesse, Personaldirektor auf dem Winterberg. Alle Mexikanerinnen und Mexikaner, die vor vier Wochen eingereist sind, haben ein Pflegestudium und mehrere Jahre Berufserfahrung in der Pflege.

Pilot-Projekt nur ein Baustein der Rekrutierungsoffensive

„Es wird de facto aktuell mehr Personal gebraucht, als es auf dem Markt in Deutschland gibt“, sagt Thomas Hesse. Das Pilot-Projekt in Mexiko sei von A bis Z von den öffentlichen Behörden in beiden Ländern be-gleitet und mit umgesetzt worden: „In Mexiko herrscht ein Überangebot an ausgebildeten Fachkräften im Gesundheitsbereich. Viele, die nun bei uns arbeiten, waren in ihrem Heimatland arbeitslos“, berichtet Thomas Hesse.

Das Anwerben ausländischer Fachkräfte sei nur ein Baustein in einer multimodal ausgelegten Rekrutierungsoffensive: „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, dem Fachkräftemangel aktiv zu begegnen und lassen dafür viele Handlungsstränge parallel zueinander laufen.“ Hierbei betont Thomas Hesse insbesondere das enorme Engagement bei der Pflegeausbildung: Zum 1. Oktober 2020 hat der Winterberg zum Beispiel die Zahl der Ausbildungsplätze um 60 Prozent aufgestockt (insgesamt 200).

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Sitzungssaal mit Schild "Mexikanische Pflegefachpersonen"
Anfang Oktober hat das Team Winterberg gemeinsam mit weiteren Partnern die neuen Pflegefachkräfte im Saarbrücker Schloss begrüßt.-

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