Zwischen einem Herzschlag und einem zweiten Leben

Pressemitteilung /

Zur Woche der Wiederbelebung berichten wir über Menschen, deren Leben durch schnelles Handeln gerettet wurde.

Manchmal entscheidet nicht eine Stunde. Nicht einmal eine Minute. Manchmal entscheiden wenige Sekunden, ob und wie jemand einen Herzkreislaufstillstand überlebt. Wir möchten aus Anlass der anstehenden "Woche der Wiederbelebung" zeigen, wieviel es ausmacht, wenn bei einem Herzkreislaufstillstand jemand in der Nähe ist, der handelt – dafür haben wir in unserem Archiv einige der beeindruckendsten Erlebnisse herausgesucht, über die wir in den vergangenen Jahren berichtet haben.

Hinweis: Alle Angaben zum Gesundheitszustand der genannten Personen beziehen sich auf den Zeitpunkt der jeweiligen Veröffentlichung. Aussagen über ihre weitere gesundheitliche und persönliche Entwicklung können nicht getroffen werden.

Zweiter Geburtstag, zweites Leben

Da ist der 17-jährige Max, der seine Mutter Stephanie auf dem Boden liegen sieht. Keine Zeit für Angst, keine Zeit für Zweifel. Während die Leitstelle ihn am Telefon anleitet, beginnt er mit der Herzdruckmassage. Er drückt, ununterbrochen. Als der Rettungsdienst eintrifft, lebt seine Mutter noch. Seit diesem Tag feiert sie nicht nur Geburtstag, sondern auch ihren „zweiten Geburtstag“.

Da ist Alexander Schreider. Ein Herzstillstand zuhause im Badezimmer. Seine Frau wählt den Notruf. Gleichzeitig wird erstmals die Saarretter-App aktiviert. Ein registrierter Ersthelfer, zufällig sein Nachbar, erhält den Alarm. 53 Sekunden später steht er vor der Tür und beginnt mit der Reanimation. Danach kann Alexander sagen: „Mir wurde ein zweites Leben geschenkt.“

Wie aus dem Film: Reanimation am Fuße des Winterbergs

Da ist Viktor Tide. Sein Auto kommt am Fuße des Winterbergs zum Stehen. Sein Herz auch. Was folgt, klingt fast wie aus einem Film: Eine Altenpflegerin, ein Intensivpfleger und der Kardiologie-Chefarzt werden, quasi zufällig, zu seinen Lebensrettern. Minuten später kämpft ein ganzes Team um sein Leben. Danach denkt Viktor Tide an diese Begegnung mit Gänsehaut zurück und nennt seine Retter schlicht seine „Engel“.

Da ist Jens Jarisch. Nach 90 Minuten Fußball bei großer Hitze fällt am Spielfeldrand der Abpfiff. Kurz darauf bricht der 47-Jährige zusammen. Zwei Zuschauer erkennen den Ernst der Lage und beginnen sofort mit der Wiederbelebung. Sie drücken, kämpfen und geben nicht auf. Später wird Jens Jarisch mit dem Rettungshubschrauber auf den Winterberg gebracht und weiterbehandelt. Danach kann er seinen Sohn weiter aufwachsen sehen. Weil zwei Menschen am Spielfeldrand nicht nur zugeschaut, sondern gehandelt haben.

Kein Todesurteil, weil andere sofort gehandelt haben

Da ist Gerd Barthen. Seit mehr als 40 Jahren spielt er Tennis. Doch an diesem Tag wird ein Doppel plötzlich am Spielfeldrand zum Kampf um sein Leben. Sein Herz bleibt stehen. Ein Mitspieler erkennt sofort, was geschehen ist, setzt die Rettungskette in Gang und beginnt gemeinsam mit einem weiteren Mitspieler mit der Wiederbelebung. Auch der Defibrillator des Tennisclubs kommt zum Einsatz. Danach schmiedet Gerd Barthen wieder Pläne. Der Tag seines Herzstillstands ist zu seinem zweiten Geburtstag geworden. Und er weiß: Sein Herzstillstand war kein Todesurteil, weil andere sofort gehandelt haben.

Und da ist Uwe Keck. Er bricht in einer Arztpraxis zusammen, sein Herz versagt. Die Ersthelfer sind keine Laien, sondern medizinisches Personal - sein Glück. Was danach im Krankenhaus folgt, ist ein medizinischer Kraftakt über Wochen und Monate. Doch am Anfang der Rettung steht auch bei ihm das Gleiche wie bei allen anderen: Menschen, die sofort handeln. Danach spricht er von Dankbarkeit, von einem neuen Leben und von der Chance, hoffentlich noch viele Jahre vor sich zu haben.

Wiederbelebung ist eine Frage von Mut

So unterschiedlich diese Geschichten aus den vergangenen Jahren auf dem Winterberg sind, haben sie doch einen gemeinsamen Kern: Keiner dieser Menschen hätte allein überlebt. Immer waren andere da. Familienangehörige. Passanten. Nachbarn. Pflegekräfte. Rettungsdienste. Ärztinnen und Ärzte. Menschen, die nicht weggeschaut, sondern gehandelt haben. Menschen, die verstanden haben, dass Wiederbelebung keine Frage von Perfektion ist, sondern von Mut.

Denn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Jede Minute ohne Sauerstoffversorgung schädigt das Gehirn. Eine sofort begonnene Herzdruckmassage kann die Überlebenschance deutlich erhöhen. Genau deshalb wurde die Saarretter-App eingeführt: um die kostbare Zeit zu überbrücken, bis Rettungsdienst und Notarzt eintreffen.

Jeder kann zum Lebensretter werden

Die Woche der Wiederbelebung erinnert uns daran, dass Lebensretter nicht immer Uniformen tragen. Manchmal sind sie 17 Jahre alt. Manchmal sitzen sie gerade auf der Couch und wollen Fußball schauen. Manchmal sind sie zufällig am richtigen Ort. Und manchmal sind sie einfach Sie.

Prüfen. Rufen. Drücken. Drei Worte. Handeln. Ein Herzschlag. Und vielleicht das größte Geschenk überhaupt: ein zweites Leben. 

Kurs für Laien: Was mache ich im Notfall?

Möchten Sie lernen, wie es geht? Während der bundesweiten Woche der Wiederbelebung (21. bis 27. September 2026) lädt das Klinikum Saarbrücken am Donnerstag, 24. September, ab 15 Uhr zu einem Aktionstag unter dem Motto „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“ ein.

Das Team des Zentrums für Intensiv- und Notfallmedizin bietet an diesem Tag zwei kompakte Trainings an – jeweils um 15 Uhr und 16 Uhr. Da pro Kurs maximal 25 Personen teilnehmen können, ist eine telefonische Anmeldung im Sekretariat unter der Rufnummer 0681 963 2648 erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos.

Zurück
Eine Pflegekraft zeigt einem Interessierten, wie man eine Herzdruckmassage macht.
Das Klinikum Saarbrücken engagiert sich seit vielen Jahren für das Thema "Laienreanimation" und bietet immer wieder Kurzfortbildungen für Interessierte an. Das ist gut investierte Zeit - denn jeder Mensch kann Leben retten. Dieses Foto stammt aus dem Jahr 2023, als das Team Winterberg vor dem Saarbrücker Rathaus Kurse angeboten hat.