Organspende: Reden, Entscheiden und Dokumentieren

Pressemitteilung /

Der Chefarzt der Intensivstationen im Klinikum Saarbrücken informiert zum Tag der Organspende.

Wenn es um Organspende geht, zählt vor allem eines: eine klare Entscheidung. Darauf weist PD Dr. Konrad Schwarzkopf, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin und Leiter des Zentrums für Intensiv- und Notfallmedizin im Klinikum Saarbrücken, zum Tag der Organspende hin. Wer seine Haltung frühzeitig festlegt und kommuniziert, entlastet Angehörige – und kann Leben retten. Dr. Schwarzkopf gibt konkrete Handlungsanweisungen, die in fordernden Situationen allen Beteiligten helfen können – und räumt mit Vorurteilen auf: Zum Beispiel gibt es keine Altersgrenze für Organspende und auch Erkrankungen wie Krebs oder HIV sind kein automatisches Ausschlusskriterium.

Zum diesjährigen Tag der Organspende, der jährlich am ersten Juni-Samstag stattfindet, ruft das Klinikum Saarbrücken dazu auf, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und eine persönliche Entscheidung zu treffen. Eine klare Haltung entlastet Angehörige im Ernstfall und kann Leben retten.

Bereits drei Organspenden in den ersten vier Monaten 2026

„Jeder Mensch sollte sich zu Lebzeiten bewusst mit dem Thema Organspende auseinandersetzen und seine Entscheidung dokumentieren. Im Ernstfall macht genau diese Klarheit für Angehörige und Behandlungsteams einen enormen Unterschied. Ein ausgefüllter Organspendeausweis gehört deshalb in jedes Portemonnaie – er ist ein kleines Dokument mit großer Wirkung“, sagt PD Dr. Konrad Schwarzkopf, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin auf dem Winterberg. Hier konnten in den ersten vier Monaten des aktuellen Jahres bereits drei Organspenden realisiert werden.

Organspende sieht Dr. Schwarzkopf persönlich und aus beruflicher Sicht als einen Akt der Solidarität. Wer seine Entscheidung hierzu trifft, dokumentiert und kommuniziert, helfe nicht nur potenziellen Empfängern, sondern entlaste auch die eigene Familie. Und auch, wenn die Entscheidung gegen eine Organspende ausfällt, ist es wichtig, dies entsprechend kundzutun.

Entscheidung offen und klar kommunizieren

Der wichtigste Schritt sei in allen Fällen das Gespräch mit den engsten Angehörigen, betont PD Dr. Konrad Schwarzkopf, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin: „Wer seine Entscheidung offen und klar kommuniziert, sorgt dafür, dass im Ernstfall keine Unsicherheit entsteht.“ Ein kurzes Gespräch reiche oft aus, um die eigenen Wünsche klarzustellen und Missverständnisse zu vermeiden. Auch, wenn ein Organspendeausweis ausgefüllt oder ein Registereintrag vorhanden ist – die Angehörigen sollten Bescheid wissen, sagt er: „Sie sind es, die im Ernstfall einbezogen werden und sie sollten die Entscheidung kennen.“

Als Intensivmediziner komme man oft mit diesem Thema in Berührung und er wisse aus Erfahrung, dass viele Angehörige in einer ohnehin belastenden Situation damit überfordert sind. Daher ist Dr. Schwarzkopf wichtig, konkrete Informationen rund um die Organspende und die Optionen rund um dieses Thema zu nennen:

  • Ein ausgefüllter Organspendeausweis ist rechtlich gültig und kann jederzeit geändert werden. Er gehört am besten in den Geldbeutel, damit er im Notfall schnell gefunden wird.
  • Neben dem Ausweis besteht die Möglichkeit, die Entscheidung im offiziellen Organspenderegister zu dokumentieren. Der Eintrag ist freiwillig, kostenlos und jederzeit änderbar.
  • Wer eine Patientenverfügung besitzt, sollte dort einen klaren Hinweis auf die eigene Haltung zur Organspende ergänzen. Das schafft Konsistenz zwischen den Dokumenten und erleichtert medizinischen Teams die Orientierung.

Alter und Krankheit kein Ausschlusskriterium

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass viele Menschen aufgrund von Alter oder Vorerkrankungen nicht spenden könnten. Tatsächlich gilt keine Altersgrenze: „Der älteste bekannte Spender war über 100 Jahre alt“, sagt Dr. Schwarzkopf, „auch bei uns wurden bereits Spenderinnen und Spender über 90 Jahre erfolgreich berücksichtigt.“ Ob jeweils eine Spende möglich ist, wird tagesaktuell und situativ abhängig überprüft. Selbst Krebserkrankungen, HIV oder Hepatitis sind kein automatischer Ausschluss. Entscheidend sei immer die individuelle Situation.

„Daher lautet unser Appell: Wer spenden möchte, sollte sich registrieren oder einen Ausweis ausfüllen – die medizinische Bewertung übernehmen Expertinnen und Experten auf der Intensivstation.“

Mehr Informationen zur Organ- und Gewebespende auf dem Winterberg gibt es hier.

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Portraitfoto: PD Dr. Konrad Schwarzkopf, stv. Ärztlicher Direktor
PD Dr. Konrad Schwarzkopf hält es für wichtig, sich bewusst mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen.