Wie Eltern von drei Frühstartern ihren Weg ins Familienleben erlebten

Pressemitteilung /

Drei Frühgeborene in drei Jahren: Ein starkes Netzwerk für den besten Start ins Leben.

Die Kinderintensivstation auf dem Winterberg wurde für Familie Caruso nach jeder Geburt zur wochenlangen Begleiterin in der Not. Wie wichtig eine Versorgung auf höchstem Level bei frühgeborenen Kindern ist und welche Rolle das gesamte Team spielt, um Eltern in dieser herausfordernden Zeit in der Klinik und nach der Entlassung zuhause zu unterstützen – davon berichtet Mama Lisa Caruso. Die Geschichte von Familie Caruso zeigt eindrucksvoll, wie eng medizinische Expertise, intensive Pflege und sozialmedizinische Unterstützung zusammenwirken und wie wichtig ein verlässliches Netzwerk für Familien mit Frühgeborenen ist.

Zu Familie Caruso gehören drei kleine Wirbelwinde im Alter zwischen zwei und vier Jahren. Alle drei verbindet ein früher und besonderer Start ins Leben: Jedes der Geschwister kam weit vor der 34. Schwangerschaftswoche im Klinikum Saarbrücken zur Welt. Vincenzo wurde zehn Wochen zu früh geboren, Livia acht Wochen und Enrico sogar 14 Wochen vor dem errechneten Termin.  Für die Familie bedeuteten diese frühen Starts eine Zeit voller Sorgen, Hoffen und Warten.

Wochenlang prägten die Kinderintensivstation, medizinische Geräte und tägliche Gespräche mit Ärztinnen und Ärzten ihren Alltag. Während andere Familien die ersten Lebenswochen zu Hause genießen, mussten die Carusos ihre Kinder Schritt für Schritt beim Wachsen im Inkubator begleiten, jeden Fortschritt feiern und jeden Rückschlag aushalten. Gleichzeitig war die Doppelbelastung zwischen Klinik, Haushalt und der Sorge um die Geschwisterkinder stets präsent.

Drei zu frühe Geburten nacheinander

„Drei Schwangerschaften, die nicht bis zum Termin ausgetragen werden konnten, erleben wir nur sehr selten,“ erklärt Dr. Marie-Claire Detemple, Chefärztin der Kinder- und Jugendklinik. „Für Eltern bedeutet das eine enorme körperliche und seelische Belastung. Umso beeindruckender ist, mit welcher Stärke die Carusos diesen Weg gegangen sind. Wir sind dankbar, dass wir sie im Perinatalzentrum Level 1 eng begleiten konnten.“

Ein außergewöhnlicher Weg zur Familie: Kleiner Rückblick

Nach vielen Jahren unerfülltem Kinderwunsch war Lisa überraschend schwanger geworden und hat innerhalb von weniger als drei Jahren drei Kinder zur Welt gebracht. Alle drei kamen deutlich zu früh und wurden auf der Kinderintensivstation KIS 20 des Klinikums Saarbrücken behandelt. Anschließend begleitete das Team der Sozialmedizinischen Nachsorge die Familie auf ihrem Weg nach Hause und darüber hinaus. Der jüngste Sohn hatte den schwersten Start ins Leben: Enrico wurde nach nur 26 Schwangerschaftswochen mit einem Geburtsgewicht von 900 Gramm geboren. Für ihn begann mit der Geburt ein langer, intensiver Kampf ums Leben. Als Extremfrühchen entwickelte er mehrere Komplikationen, darunter eine schwere Darmentzündung und Krampfanfälle. Die Eltern rechneten mit dem Schlimmsten und organisierten eine Nottaufe, doch Enrico kämpfte sich durch. „Dass Enrico lebt und sich so gut entwickelt, ist ein Wunder“, erzählt Lisa. „Unsere Wahrnehmung für die üblichen Alltagsprobleme hat sich verändert. Wir nehmen diese leichter. Ernst wird es, wenn es um die Gesundheit geht.“

Psychologische Unterstützung 

In dieser emotional herausfordernden Zeit spielte auch die psychologische Unterstützung eine wichtige Rolle. Psychologin Gabriele Grube, die auf der Kinderintensivstation im Einsatz ist, begleitete Mama Lisa Caruso durch viele belastende Momente. In Gesprächen gab sie ihr Kraft, half ihr, Sorgen einzuordnen und eröffnete neue Perspektiven, die Lisa Caruso halfen, diese Ausnahmesituation und neue Form der Belastung zu bewältigen.

Einsatz der Sozialmedizinischen Nachsorge

Heute blickt die Familie mit großer Dankbarkeit auf diese intensive Zeit zurück. Die Wochen auf dem Winterberg und die Sorge um ihre Kinder haben die Carusos geprägt. Während der drei Klinikaufenthalte wurden sie vom Ärzte- und Pflegeteam des Perinatalzentrums Level 1 aufgefangen und begleitet. „Sie waren immer für uns da, jeden Tag, über all die Zeit“, erzählt Lisa Caruso, „und darüber hinaus.“ Damit meint die 36-Jährige den Einsatz der Sozialmedizinischen Nachsorge, der während des Klinikaufenthaltes beginnt und zuhause nach der Entlassung weitergeführt wird. Für die Familie Caruso wurde die Sozialmedizinische Nachsorge zu einer zentralen Stütze. Die erfahrene Kinderkrankenschwester und Case-Managerin Marion Herrmann begleitete nacheinander alle drei Kinder, unterstützte die Eltern bei sozialrechtlichen Fragen und vernetzte sie mit Fachärztinnen, Therapeuten und weiteren Hilfsangeboten. „Die Sozialmedizinische Nachsorge war das Allerbeste. Bei Fragen, Problemen oder Sorgen konnte ich mich immer melden, sie hatten immer Zeit für uns und wussten für alles einen Ausweg“, sagt Lisa Caruso. Bis heute ist sie mit dem Team vernetzt.

Ein starkes Netzwerk für einen starken Start

Die Geschichte von Familie Caruso zeigt eindrucksvoll, wie eng medizinische Expertise, intensive Pflege und sozialmedizinische Unterstützung zusammenwirken und wie wichtig ein verlässliches Netzwerk für Familien mit Frühgeborenen ist.

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