Von Trient auf den Winterberg: Darm-OP bei neunjährigem Mädchen

Pressemitteilung /

Eine minimal-invasive OP und das etablierte "ERAS"-Konzept halfen ihr, schnell zu genesen.

Familie Rung ist das passiert, was man sich explizit nicht wünscht im Urlaub: Ein Kind wird krank und zwar so krank, dass man mit ihm in einem fremden Land ins Krankenhaus muss. So ist der fünfköpfigen Familie aus dem Mandelbachtal im Sommer dieses Jahres ergangen.

Mama, Papa, zwei Söhne und Tochter Melina waren zum Urlauben am Gardasee unterwegs. Als die neunjährige Melina immer stärkere Bauchschmerzen entwickelte, die mit der Reiseapotheke nicht in den Griff zu bekommen waren, suchten sie Rat im nächsten Krankenhaus. Erst in der dritten Klinik war man auf Kinderchirurgie vorbereitet und Melina konnte untersucht werden – Diagnose Bauchfellentzündung mit extrem hohen Entzündungswerten. Dazu kam der Verdacht einer „Raumforderung im Darm“ auf, die Ärzte hatten noch einen etwa zehn Zentimeter großen Tumor entdeckt.

700 Kilometer Krankentransport von Trient nach Saarbrücken

Melina wurde im Santa Chiara Hospital in Trient stationär aufgenommen und mit Antibiotika behandelt. Nach einer Woche ging es von Trient aus auf den Winterberg zur Weiterbehandlung: Melina wurde gemeinsam mit ihrer Mama via Krankentransport rund 700 Kilometer direkt ins Klinikum Saarbrücken gebracht. Die Diagnostik in der Heimat bestätigte den Befund aus Italien: „Zystische Raumforderung des Mesokolons transversum“, so steht es im Arztbrief – frei übersetzt: Der Grund für Melinas schlimme Schmerzen.

Ein Fall für die Kinder- und Jugendchirurgen Alexander Worm (Sektionsleiter) und Yaroslav Isaev (Oberarzt): Ihre Einheit ist Teil des Zentrums für operative und konservative Kinder- und Jugendmedizin auf dem Winterberg und versorgt Früh- und Neugeborene sowie Kinder und Jugendliche mit akuten und geplanten chirurgischen Erkrankungen. Die Schwerpunkte liegen auf einer sicheren, modernen und kindgerechten Versorgung – inklusive minimal-invasiver Operationstechniken.

Heute: Narbe ist kaum mehr zu sehen, Lymphangiom vollständig entfernt

Die minimal-invasive Technik kam nun auch Melina zugute: Die Narbe ist wenige Monate nach dem Eingriff nur noch zu erahnen. Das "Lymphangiom" (ein gutartiger Tumor, der sich aus Gefäßfehlbildungen der Lymphgefäße entwickelt) konnte komplett entfernt werden – glücklicherweise, denn: „Die Raumforderung befand sich sehr nah am Dickdarm und an den versorgenden Gefäßen. Daher haben wir mit den Eltern vor der OP auch darüber gesprochen, dass sehr wahrscheinlich ein Teil des Darms entfernt werden muss. Erfreulicherweise konnten wir aber in diesem Fall bei der Tumorentfernung die Gefäße schonen und Melinas Darm komplett erhalten“, erklärt Oberarzt und Operateur Yaroslav Isaev.

Die Neunjährige konnte bereits nach zwei Tagen nach Hause. Auch das ist Teil des Konzepts, erklärt Alexander Worm: „In unserer Klinik legen wir großen Wert auf eine kindgerechte Betreuung vor und nach operativen Eingriffen. Dank des konsequent umgesetzten ERAS-Konzepts (Enhanced Recovery After Surgery), das unter anderem eine effektive Schmerztherapie, eine frühe Mobilisation und einen raschen Kostaufbau umfasst, können mögliche negative Auswirkungen einer Operation deutlich reduziert werden.“

Beim Nachsorgetermin, der jetzt jährlich stattfinden wird, zeigten sich Papa Sascha und Melina zufrieden und erleichtert, dass diese Geschichte am Ende doch glimpflich ausging. „Wir haben uns natürlich viele Sorgen gemacht, vor allem, als wir noch im Ausland waren. Auf dem Winterberg fühlen wir uns sehr gut betreut und sind vor allem froh, dass es unserer Tochter nun wieder gut geht.“

Wir wünschen alles Gute!

Das sind wir natürlich auch und wünschen weiterhin alles Gute! Jetzt kann die Viertklässlerin ohne Schmerzen und nur mit Mini-Narbe endlich wieder ins Gardetraining gehen – die fünfte Jahreszeit steht schließlich vor der Tür :-)

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Ein Kinderarzt macht einen Ultraschall am Bauch eines Kindes.
Kontrolle per Ultraschall: Oberarzt Yaroslav Isaev schaut nach, wie es in Melinas Inneren aussieht und ob die Operation keine Nachwirkungen hatte. Er ist zufrieden - es sieht alles gut aus. Nächste Kontrolle ist erst wieder in einem Jahr.
Ein Kinderarzt tastet den Bauch eines Kindes ab.
Alexander Worm, Sektionsleiter der Kinder- und Jugendchirurgie auf dem Winterberg, tastet den Bauch von Melina ab. Die Narbe des minimal-invasiven Eingriffs ist kaum mehr zu sehen.
Papa Sascha Rung mit Tochter Melina und dem Sektionsleiter der Kinder- und Jugendchirurgie Alexander Worm.
Sascha Rung und seine Tochter Melina sind froh, dass beim Nachsorge-Termin in der Kinder- und Jugendchirurgie alles in Ordnung war. Rechts im Bild: Sektionsleiter Alexander Worm.