Saarbrücker Adipositaszentrum

Die Adipositas (krankhaftes Übergewicht) betrifft immer mehr Menschen in allen Alters- und Gesellschaftsgruppen. In Deutschland sind mittlerweile fast 50 Prozent der Bevölkerung übergewichtig.

Viele gesundheitliche Risiken sind bekanntermaßen eng mit dem krankhaften Übergewicht verbunden, z.B. der Bluthochdruck, die Zuckerkrankheit (Typ 2-Diabetes), Depressionen, Fettstoffwechselstörungen, Gelenkbeschwerden und die Unfruchtbarkeit bei Frauen, um nur einige zu nennen. Viele dieser Erkrankungen können die Lebenserwartung um mehrere Jahre verkürzen.

Die Vorbeugung und Therapie des krankhaften Übergewichts ist mittlerweile zu einer zentralen medizinischen Aufgabe geworden. Im sowie um das Klinikum Saarbrücken herum steht Ihnen hierfür ein interdisziplinäres Spezialistenteam zur Verfügung.

Ihre Ansprechpartner

Dr. Barbara Jacobi

Oberärztin
Leitung Saarbrücker Adipositas Zentrum
Fachärztin für Viszeralchirurgie
Schwerpunkt: Adipositaschirurgie,
Ernährungsmedizin

Maria Käfer

Bariatric Assistant
Leiterin der Selbsthilfegruppe Winterberg
Kontaktformular

Monika Emich-Schug

Ernährungsberatung

Prof. Dr. Winfried Häuser

Ärztlicher Leiter des Funktionsbereichs Psychosomatik

Kontakt

Saarbrücker Adipositaszentrum
Leitung: Dr. med. Barbara Jacobi
Winterberg 1
66119 Saarbrücken

Kontaktformular


Sprechstunde

Adipositassprechstunde nach telefonischer Vereinbarung durch Maria Käfer,
Tel.: 0681 / 963- 2447 oder 963 - 34171
Mobil: 0172 / 45 66 412

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Leistungsspektrum

Ernährungstherapie

Die wichtigste und erste Maßnahme zur Gewichtsreduktion ist und bleibt ein maßvolles Essverhalten in Kombination mit ausreichender Bewegung. Hierzu gehören verschiedene Therapieprogramme unter stationären und ambulanten Bedingungen, Rehabilitationsmaßnahmen, Selbsthilfegruppen oder eigenverantwortliche diätetische Maßnahmen unter ärztlicher Kontrolle. Hierzu beraten wir Sie gern und stellen bei Bedarf den Kontakt zu den entsprechenden Ansprechpartnern her. Eine professionelle Ernährungsberatung ist eine wichtige Voraussetzung für eine langfristige Ernährungsumstellung. Sie erhalten von uns eine individuelle Beratung mit praktischen Tipps (z.B. richtiges Einkaufen, Kochen und die bewusste Lebensmittelauswahl, die Gestaltung regelmäßiger Mahlzeiten etc.). Nach Analyse Ihrer Ernährungsgewohnheiten wird ein individueller Ernährungsplan erstellt. Die Begleitung über die Ernährungsberatung erstreckt sich in der Regel über sechs Monate und wird von den meisten Krankenkassen übernommen.

 

Psychosomatische Betreuung

Bei der psychosomatischen Diagnostik wird überprüft, ob seelische Begleit- und Folgeerkrankungen der Adipositas vorliegen, und ob eine Essstörung (z. B. Esssucht) zum Übergewicht geführt oder beigetragen hat. Wenn eine Essstörung vorliegt, ist Im Rahmen des konservativen Therapieprogrammes (Stufe III) eine psychotherapeutische Behandlung erforderlich. Depressionen und Angststörungen, welche möglicherweise einen negativen Einfluss auf die Adipositas und ihre Behandlung haben können, müssen ebenfalls psychotherapeutisch behandelt werden. Bei manchen Patienten zeigen sich die psychischen Probleme erst nach einem operativen Eingriff und machen dann eine weitere psychotherapeutische Behandlung notwendig.

 

Bringen Sie zum ersten Termin bitte alle Vorbefunde und einen ausgefüllten Anamnesebogen mit

 

Unser therapeutisches „Stufenkonzept" basiert auf aktuellen Leitlinien und neuesten Studien. Gemeinsam werden wir jeden einzelnen Schritt mit Ihnen planen und individuell auf Sie abstimmen. Bringen Sie zum ersten Termin bitte alle Vorbefunde und einen ausgefüllten Anamnesebogen mit.

Nach gründlicher Beratung durchlaufen Sie ein konservatives Therapieprogramm. Dazu gehören auch eine professionelle Ernährungsberatung sowie eine psychosomatische Betreuung.  

Führen konservative Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg, kann ein operativer Eingriff angezeigt sein. Dabei gibt es unterschiedliche Operationsverfahren.

Stufe I: Basiskurs

Hier erhalten Sie alle notwendigen Informationen für die Behandlung von krankhaftem Übergewicht. Ein Spezialisten-Team klärt sie ausführlich über die ängigen konservativenund operativen Möglichkeiten auf.

Stufe II: Adipositassprechstunde

Entwicklung eines persönlichen und individuellen Therapiekonzeptes, basierend auf den Vorgaben des multimodalen Programms. D.h. unter Berücksichtigung aller gängigen Therapiemöglichkeiten (konservativ und chirurgisch) sowie Ihrer Nebenerkrankungen und Ihres individuellen Risikoprofils wird von uns mit Ihnen die für sie maßgeschneiderte Therapie entwickelt.

Stufe III: konservatives Therapieprogramm

Sie durchlaufen für ein halbes Jahr ein auf Sie angepasstes Ernährungs- und Bewegungsprogramm. Wir informieren Sie über die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe bzw. organisieren den Kontakt. Parallel hierzu erfolgt die Vorstellung bei unserem Psychosomatiker und bei Bedarf die begleitende Therapie.

Stufe IV: Antragsstellung

Nach Ausschöpfung aller konservativer Maßnahmen bleibt manchmal nur noch der operative Eingriff. Hier werden Sie über den Prozess der Antragstellung informiert. Wir geben Ihnen Hilfestellung und unterstützen Sie bei Ihrem persönlichen Antrag

Stufe V: OP-Vorbereitung/Operation

Nach Erhalt der schriftlichen Kostenzusage durch Ihre Krankenkasse vereinbaren Sie einen Termin in unserer chirurgischen Klinik. Wir bieten Ihnen sämtliche gängigen OP-Verfahren sowie endoskopische Techniken (Magenballon, Endobarrier™) an. Hier werden Sie ausführliche über den Ablauf vor, während und nach der Operation aufgeklärt. Sie erfahren welche Voruntersuchungen (Magenspiegelung, Blutentnahmen) für Sie notwendig sind. Auch hier werden Sie interdisziplinär von Chirurgen, Ernährungsberatern und bei Bedarf auch psychologisch begleitet.

 

Grundsätzlich werden zwei unterschiedliche operative Verfahren unterschieden. Die rein restriktiven Operationsverfahren vermindern nur die Nahrungszufuhr (z.B. Magenband). Bei den sogenannten kombinierten (restriktiv und malabsorptiven) Verfahren wird sowohl die Nahrungszufuhr als auch die Nahrungsaufnahme (bzw.- resorption) im Darm eingeschränkt (z.B. Magenbypass). Dies wird durch die operative Ausschaltung von bestimmten Darmabschnitten erreicht.

Vor und nach der Operation werden Sie intensiv von Ernährungsspezialisten begleitet und individuell beraten. Neben medizinischen Voraussetzungen sind der Wille und die Erkenntnis, auch nach der Operation dauerhaft vor allem das Ess- und Bewegungsverhalten zu ändern, entscheidend für eine erfolgreiche operative Therapie.

Wir bieten sämtliche operative Verfahren zur Gewichtsreduktion in minimal invasiver Technik an.

 

Schlauchmagen
Bei diesem Operationsverfahren entfernen wir einen großen Teil des Magens. Übrig bleibt ein etwa 2-3cm dicker schlauchförmiger Restmagen mit geringerem Füllungsvolumen. Somit können Sie nur wenig Nahrung auf einmal zu sich nehmen und fühlen sich schneller satt. Gleichzeitig wird durch die Teilentfernung des Magens viel weniger vom „Hungerhormon“ Ghrelin freigesetzt, so dass auch das eigentliche Hungergefühl nach der OP deutlich reduziert ist.

 

Magenbypass
Der Magen wird hierbei in zwei Teile getrennt: einen kleinen „Vormagen“ und in den größeren Restmagen. Zusätzlich wird der Dünndarm funktionell verkürzt und mit dem „Vormagen“ neu verbunden und damit so umgeleitet, dass sich die Nahrung und die Verdauungssäfte erst im mittleren Dünndarm vermengen. Die Nahrungsaufnahme in den kleinen „Vormagen“ und die Nahrungsverwertungsstrecke im Dünndarm werden hierdurch deutlich reduziert.

 

Magenband
Während einer Bauchspiegelung wird ein weiches Kunststoffband um den oberen Teil des Magens gelegt. Der Magen hat nun die Form einer Sanduhr. Bei den Mahlzeiten sammelt sich schnell die Nahrung im oberen kleineren Magenanteil und wird nur langsam in den unteren Magen weitergeleitet. Daher fühlen Sie sich schneller und für längere Zeit satt. Im Magenband ist ein kleiner Ballon integriert, der mit Flüssigkeit aufgefüllt (verstellt) werden kann. So kann der Durchlass reguliert und damit die Nahrungsaufnahme gesteuert werden.

 

Magenballon
Der Magenballon wird während einer Gastroskopie in den Magen eingebracht. Wenn der Ballon im Magen entfaltet ist, simuliert er eine Füllung des Magens. So wird ein Sättigungsgefühl erzeugt. Es ist unumgänglich, das Ess- und Bewegungsverhalten entsprechend umzustellen. Das System sollte nicht länger als 6 - 8 Monate im Magen verbleiben. Entfernt wird der Ballon ebenfalls mittels Endoskopie.

Adipositas Selbsthilfegruppe

Wer Probleme mit dem Übergewicht hat und das nicht hinnehmen möchte, der ist in der Selbsthilfegruppe Adipositas gut aufgehoben. In der Selbsthilfegruppe werden Erfahrungen und Wissen ausgetauscht, Mut zugesprochen, Unterstützung und Hilfe angeboten. Die Saarbrücker Selbsthilfegruppe arbeitet eng mit dem Saarbrücker Adipositaszentrum zusammen.

Sie trifft sich jeden 1. Mittwoch des Monats um 18.00 Uhr im Aufsichtsratszimmer des Klinikums Saarbrücken.

Jeden dritten Mittwoch im Monat, jeweils um 18 Uhr, treffen sich die operierten Patient(inn)en im Aufsichtsratszimmer (über dem Casino des Klinikums).

Maria Käfer, Leiterin der Selbsthilfegruppe: „Die Tatsache, dass wir uns im Klinikum treffen, garantiert uns, dass wir jederzeit auf das Wissen von Fachleuten zurückgreifen können, sowohl, was medizinische, psychologische als auch ernährungstechnische Aspekte angeht."

Partner

Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Stoffwechselerkrankungen und Infektiologie
Chefarzt Prof. Dr. Daniel Grandt

Endokrinologikum Saarbrücken
Dr. med. Bettina Stamm M.A.
Dr. med. Annette Hammes
Dr. med. Natalia Grigorian

Internistische Gemeinschaftspraxis Eschberger Hof
Dr. med. Claudia Thiel

Adipositas Netzwerk Saar e.V.

Adipositas-Selbsthilfegruppe Winterberg auf Facebook zu finden unter "Shg Winterberg"

 


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