Im Saarland treten aktuell ungewöhnlich viele Windpockenfälle auf, so viele wie seit Jahren nicht mehr. Das Robert‑Koch‑Institut meldet bereits 65 Erkrankungen bis Anfang April – das sei der höchste Wert für diesen Zeitraum seit mindestens 13 Jahren..
Wie sich Windpocken bemerkbar machen, erklärt Dr. Marie‑Claire Detemple (MCD), Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, und beantwortet die wichtigsten Fragen zu Symptomen, Ansteckung und Behandlung.
Fragen und Antworten
Wie machen sich Windpocken bemerkbar?
MCD: Juckender Hautausschlag mit kleinen roten Flecken, die später zu Bläschen und Krusten werden. Dazu eventuell leichtes Fieber, Müdigkeit.
Wie lange ist die Inkubationszeit?
MCD: Die Inkubationszeit beträgt meist zehn bis 21 Tage. Typisch sind ca. 14 Tage.
Sind Windpocken ansteckend?
MCD: Sehr ansteckend! Über Tröpfchen und direkten Kontakt mit Bläschenflüssigkeit – schon 1–2 Tage vor dem Ausschlag bis alle Bläschen verkrustet sind.
Wie läuft die symptomatische Behandlung?
MCD: Den Juckreiz lindern zum Beispiel mit Lotionen oder Antihistaminika. Darüber hinaus die Haut sauber halten und die Nägel kurz halten.
Es juckt. Bekomme ich Narben, wenn ich kratze?
MCD: Ja, Kratzen kann Narben und bakterielle Infektionen verursachen.
Für wen sind Windpocken problematisch?
MCD: Für Neugeborene, Schwangere, Erwachsene ohne Immunität und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Gibt es einen Zusammenhang mit Gürtelrose?
MCD: Das Virus bleibt nach den Windpocken im Körper und kann später als Gürtelrose wieder aktiv werden.
Wenn Sie bei sich oder Ihrem Kind typische Windpocken‑Symptome bemerken oder Kontakt zu einer erkrankten Person hatten, sollten Sie sich frühzeitig an Ihre Haus‑ oder Kinderarztpraxis wenden. Wichtig ist, sich vorab telefonisch mit den Symptomen des Kindes anzumelden. Dort kann abgeklärt werden, ob es sich tatsächlich um Windpocken handelt und welche weiteren Schritte sinnvoll sind. Besonders wichtig ist das für Neugeborene, Schwangere, Erwachsene ohne Immunität und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, da die Erkrankung in diesen Gruppen häufiger schwerer verlaufen kann.



