Wie läuft die Versorgung ab, wenn bei einem schwer erkrankten Patienten der Verdacht auf eine hochinfektiöse Erkrankung besteht? Dieses anspruchsvolle Szenario hat das Klinikum Saarbrücken gemeinsam mit dem Flughafen Saarbrücken, dem Gesundheitsamt des Regionalverbands, dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung und weiteren Einsatzkräften, zum Beispiel aus dem DRK-Kreisverband St. Ingbert, trainiert. Im Mittelpunkt auf dem Winterberg standen die sichere Aufnahme des Patienten, der Aufbau eines temporären Isolationsbereichs und der Schutz der beteiligten Beschäftigten.
Notlandung in Saarbrücken
Ausgangspunkt der Übung war die Notlandung eines Flugzeugs auf dem Flughafen Saarbrücken. An Bord befand sich ein Passagier in kritischem Zustand, der zuvor als Arzt in einem Ebola-Ausbruchsgebiet tätig gewesen war. Nach der ersten medizinischen Versorgung vor Ort wurde der Übungspatient unter besonderen Schutzmaßnahmen in die Zentrale Notaufnahme des Klinikums gebracht.
Sicher versorgen und gleichzeitig das Team schützen
In der Zentralen Notaufnahme richteten die beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen temporären Isolationsbereich ein. Dort trainierte das Team die strukturierte Übernahme und Versorgung des Patienten.
Der Schwerpunkt lag dabei auf mehreren zentralen Abläufen:
- eine frühzeitige interne Alarmierungskette,
- der schnelle Aufbau eines sicheren Isolationsbereichs,
- das korrekte An- und Ablegen der persönlichen Schutzausrüstung,
- die Basishygiene innerhalb des abgesperrten Bereichs,
- die sichere Entsorgung möglicherweise kontaminierter Materialien,
- klare Zuständigkeiten und geschlossene Kommunikation,
- die Vorbereitung einer Verlegung in ein spezialisiertes Behandlungszentrum.
Persönliche Schutzausrüstung, kurz PSA, schützt die eingesetzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor einem möglichen Kontakt mit Krankheitserregern. Gerade das sorgfältige Ablegen der Schutzkleidung ist wichtig, damit Erreger nicht unbeabsichtigt übertragen werden.
Reguläre Notfallversorgung blieb sichergestellt
Eine besondere Herausforderung bestand darin, die Übung in den laufenden Betrieb der Zentralen Notaufnahme zu integrieren. Während der Isolationsbereich für das Übungsszenario vorbereitet und genutzt wurde, standen weitere Behandlungsräume für die reguläre Versorgung zur Verfügung. Die Behandlung anderer Notfallpatientinnen und Notfallpatienten blieb damit sichergestellt.
Nach der Versorgung im Klinikum sah das Szenario eine fiktive Verlegung des Patienten in ein spezialisiertes Zentrum in Frankfurt vor. Auch die dafür notwendigen Absprachen und Übergabeprozesse waren Bestandteil der Übung.
Während das Team der ZNA den erkrankten Passagier versorgte, trainierten die Einsatzkräfte am Flughafen parallel den Umgang mit möglichen Kontaktpersonen. Die weiteren Passagiere wurden nach ihrem möglichen Ansteckungsrisiko eingeteilt, informiert und registriert. Personen mit engem Kontakt zum Erkrankten sollten im Übungsszenario bis zur Entwarnung in einer Quarantäne-Einrichtung untergebracht werden.
Erkenntnisse fließen in die Abläufe ein
Die Übung wurde durch externe Beobachter begleitet und wird im Nachgang ausgewertet. Dabei standen insbesondere die Zusammenarbeit der beteiligten Bereiche, die Einhaltung der Hygienemaßnahmen und die Kommunikation an den Schnittstellen im Fokus.
Die gewonnenen Erkenntnisse werden genutzt, um die bestehenden Abläufe für hochgefährliche Infektionskrankheiten weiterzuentwickeln und die Beschäftigten gezielt zu schulen. Übungen wie diese helfen, Zuständigkeiten zu festigen und auch in seltenen Ausnahmesituationen ein sicheres und abgestimmtes Vorgehen zu gewährleisten.
Zur Übung wurde eine Vielzahl externer Beobachter aus verschiedenen Institutionen Deutschlands eingeladen. Dazu gehören das Robert Koch-Institut in Berlin, das Kompetenzzentrum für Hochpathogene Infektionserreger in Frankfurt am Main, die Bundeswehr, die Untere Katastrophenschutzbehörde des Regionalverbands Saarbrücken sowie weitere Institutionen. Sie bewerteten die Arbeitsabläufe, das Zusammenwirken der Kräfte und die Gesamtorganisation der Lagebewältigung (Quelle: Pressemitteilung des Regionalverbands Saarbrücken vom 27. Oktober 2026).







