Da war mal wieder einiges los auf dem Winterberg: Kürzlich war die Berufsfeuerwehr Saarbrücken mit fünf Löschzügen bei uns vor Ort und trainierte für den Ernstfall - in einem ganz besonderen Setting.
Sie hatten für ihre Übung ein ganz bestimmtes Ziel im Auge: Aufzug Nummer 35 im Hauptbettenhaus – dieser ist ein sogenannter Feuerwehraufzug, der einige Besonderheiten aufweist und sich damit von vielen anderen Fahrstühlen unterscheidet.
Feuerwehraufzüge sind besonders abgesicherte Aufzüge, die der Feuerwehr im Brandfall ermöglichen, in die Brand-Etage zu gelangen. Sie haben spezielle Schutz-, Steuer- und Signaleinrichtungen, z.B. eine Notstromversorgung, eine Druckbelüftungsanlage in Vorräumen und Schächten sowie zusätzliche Sicherheitseinrichtungen.
Wie funktioniert die Feuerwehrsteuerung des Aufzugs?
Zum Beispiel hat ein Feuerwehraufzug Glasscheiben in den Türblättern und alle Komponenten sind wasserfest. Außerdem verfügt er über eine Luke in der Fahrstuhldecke, über die man im Brandfall aussteigen kann und eine Leiter im Schacht, über die man sich in Notlagen befreien kann. Und: Er hat eine Feuerwehrsteuerung. Bedeutet, dass die Feuerwehr diesen Aufzug im Brandfall in Betrieb nehmen und gezielt einsetzen kann – wenn sie wissen, wie es geht.
Damit im Ernstfall die Bedienung eines solchen Aufzugs kein Neuland ist, sondern verlässlich geprobt und eingeübt ist, haben wir die Anfrage der Berufsfeuerwehr Saarbrücken, ob sie unseren besonderen Aufzug zu Übungszwecken „mieten“ dürfen, sehr gerne mit JA beantwortet.
Regelmäßige Trainings sind geplant
In regelmäßigem Turnus kommen die Kolleginnen und Kollegen jetzt vorbei und trainieren:
- Befreiung aus einem Seilaufzug
- Einstieg durch eine Deckenluke in einen Feuerwehraufzug
- Alles unter realistischen Bedingungen, mitten im Haupthaus unseres Krankenhauses auf dem Winterberg
Thomas Bies, Elektroinstallateur unserer Technischen Abteilung und zuständig für die Wartung und Pflege der Aufzugsanlagen, erklärte dem Feuerwehr-Team ganz genau, wie alles bei diesem besonderen Aufzugs-Exemplar zusammenhängt: Wie kann der Aufzug gesteuert werden, wenn er stehen bleibt? Wie funktioniert die Rückholsteuerung? Wie öffne ich mechanisch die Bremse? Welche Gefahren bestehen, bspw. bei einer Personenbefreiung aus dem Aufzug? Einen exklusiven Blick in den Maschinenraum bekam die Berufsfeuerwehr auch noch – und Infos darüber, warum so viele Seile gebraucht werden und warum der Aufzug nach oben läuft, wenn die Bremse geöffnet wird und wie es dann weiter geht.
Sicherheit hat hohen Stellenwert
Wir sind froh, einen kleinen Teil zur Sicherheit aller beitragen zu können. Denn Sicherheit hat auch bei uns im Klinikum Saarbrücken jeden Tag in den verschiedensten Bereichen einen hohen Stellenwert. Und auch, wenn wir dafür einige Stunden einen Aufzug sperren mussten: Solche Übungen sorgen dafür, dass die Rettungsdienste ihre Abläufe perfekt draufhaben, wenn es darauf ankommt. Vielen Dank für euren Einsatz!
35 Aufzüge im gesamten Klinikum
Übrigens – gewusst? Im Klinikum Saarbrücken gibt es insgesamt 35 Aufzüge, die (hochgerechnet und geschätzt) jährlich mehr als Millionen Fahrten absolvieren.
Nicht alle Aufzüge sind von allen nutzbar, einige sind für den Bettentransport, für spezielle Patientenverlegungen, für den OP-Bereich, für Essensauslieferungen oder für Materialtransporte vorgesehen.






