Nach mehreren Jahren Verhandlungen wurde nun ein weiteres Etappenziel der grenzüberschreitenden Gesundheitskooperation zwischen Moselle-Est und dem Saarland erreicht: Ein viertes MOSAR-Zusatzprotokoll ermöglicht die grenzüberschreitende Versorgung von Schlaganfallpatienten. Neben den Zusatzvereinbarungen für Kardiologie, Neurochirurgie und Nuklearmedizin ist dies das vierte Vertragswerk unter der seit 2019 bestehenden MOSAR-Vereinbarung, in der sich die Gesundheitsakteure aus dem Saarland und aus Moselle-Est zu einer Verbesserung der wohnortnahen grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung für die Bewohner unseres Verflechtungsraums verabreden.
Fortan können Patienten, die in den Krankenhäusern in Forbach, Sarreguemines oder St. Avold mit einem Schlaganfall eingeliefert werden und bei denen die Indikation Thrombektomie, d. h. Entfernung eines Blutgerinnsels in einem hirnversorgendem Gefäß, gestellt wird, zur Vornahme des Eingriffs über die Grenze in das Klinikum Saarbrücken verlegt werden. . Da bei einem Schlaganfall jede Minute zählt, ermöglicht die räumliche Nähe eine schnellere Behandlung und bietet damit beste Voraussetzungen für die Vermeidung bleibender Schäden. Das Klinikum Saarbrücken ist ein ausgewiesenes Neurovaskuläres Zentrum mit besonderer Expertise im Bereich der interventionellen Schlaganfallversorgung.
Vertragspartner der Vereinbarung sind:
- auf französischer Seite: die Agence Régionale de Santé Grand Est, das CHIC Unisanté+ Forbach, das Centre hospitalier de Sarreguemines, die CPAM Bas-Rhin, das Krankenhaus SOS Santé Saint-Avold und das Centre Hospitalier Régional Metz-Thionville
- auf deutscher Seite: das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit und das Klinikum Saarbrücken
Die feierliche Unterzeichnung dieses 4. Zusatzprotokolls zur MOSAR-Vereinbarung fand am heutigen Nachmittag im Klinikum Saarbrücken auf dem Winterberg statt. Nach dem Grußwort des Geschäftsführers und Ärztlichen Direktors Dr. Christian Braun richtete auch der der Präsident des Eurodistrict SaarMoselle Marc Zingraff das Wort an die ca. 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung.
„Die heutige Unterzeichnung des Schlaganfallabkommens ist ein großer Erfolg für die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung in unserer Region, vor allem aber für die Patientinnen und Patienten, deren Wohl für uns bei allen Entscheidungen im Mittelpunkt steht.“, so der saarländische Gesundheitsminister Dr. Magnus Jung. „Ich danke allen Beteiligten, die an diesem Erfolg mitgearbeitet haben. Bei allen Herausforderungen, die mit der gesundheitlichen Zusammenarbeit über Grenzen hinweg einhergehen – der heutige Tag beweist, das Engagement lohnt sich. Ein funktionierender, grenzüberschreitender Gesundheitsraum ist auch ein Vorbild für die europäische Zusammenarbeit insgesamt. Ich freue mich, dass wir in unserer Region eine Vorbildfunktion einnehmen.“
„Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute, und die Grenze darf niemals ein Hindernis für eine schnelle, adäquate Behandlung darstellen“, so die Generaldirektorin der Agence Régionale de Santé, Frau Dr. Christelle Ratignier-Carbonneil. „Mit diesem Zusatzprotokoll können wir künftig manche Patienten aus dem Raum Moselle-Est zur Thrombektomie in das Klinikum Saarbrücken bringen lassen, sofern dies aus medizinischer Sicht angezeigt ist. Diese Kooperation ergänzt die Schlaganfallbehandlung im Raum Lothringen unter sicheren Rahmenbedingungen mit der immer gleichen Priorität vor Augen: jedem Patienten die beste Versorgung am richtigen Ort und zum richtigen Zeitpunkt zukommen zu lassen.“
Quelle: Pressemitteilung des Eurodistrict SaarMoselle, 10.07.2026





