Ab Sommer 2026: Hebammengeleiteter Kreißsaal

Im Klinikum Saarbrücken können sich Schwangere für eine hebammengeleitete Geburt entscheiden. Im Hebammenkreißsaal können künftig Frauen mit einer unkomplizierten und risikoarmen Schwangerschaft individuell und kontinuierlich ohne routinemäßige medizinische Eingriffe durch erfahrene Hebammen betreut werden. Ziel ist eine Geburt in geschützter Atmosphäre, die auf die natürlichen Fähigkeiten der Gebärenden vertraut und bei der die Bedürfnisse der werdenden Elternpaare zu jeder Zeit im Mittelpunkt stehen. 

Angebot ergänzt bestehendes Konzept optimal

Der hebammengeleitete Kreißsaal ist ein zusätzliches Betreuungsmodell innerhalb der Klinik und ergänzt die bestehenden Kreißsaalstrukturen im Klinikum Saarbrücken. Im Unterschied zum klassischen Kreißsaal werden Frauen während der Geburt ausschließlich von Hebammen im 1:1-Modell betreut.

Der Hebammenkreißsaal verbindet die Vorteile der außerklinischen Geburtshilfe mit der Sicherheit durch fachliche und technische Möglichkeiten eines Perinatalzentrums. Ärztinnen und Ärzte werden nur hin zugezogen, wenn es medizinisch notwendig ist. Somit verbindet dieses Modell die Geborgenheit einer hebammengeleiteten Geburt mit der Sicherheit einer Klinik.

Das Angebot richtet sich an gesunde Frauen mit unauffälligen Einlingsschwangerschaften ab der 37+0 Schwangerschaftswoche, die sich eine natürliche Geburt wünschen. Beim ersten Vorstellungstermin in der Hebammensprechstunde wird anhand eines Kriterienkatalogs geprüft, ob eine Betreuung im Hebammenkreißsaal möglich ist.

Voraussetzung für eine natürliche Geburt im Hebammenkreißsaal

Das Angebot ist geeignet für Frauen mit einer gesunden Schwangerschaft ohne Risikofaktoren, die sich die ruhige und natürliche Atmosphäre eines Geburtshauses oder einer Hausgeburt wünschen und dabei nicht auf die Sicherheit einer Klinik im Hintergrund verzichten wollen. Konkret kommen Schwangere ohne relevante Vorerkrankungen für eine Geburt zwischen der 38. („37+0“) und der 43. („42+0“) Schwangerschaftswoche infrage.

Risikogeburten können nicht im hebammengeleiteten Kreißsaal betreut werden. Folgende Voraussetzungen sollten erfüllt sein:

  • keine Mehrlingsschwangerschaft
  • kein insulinpflichtiger Diabetes mellitus
  • keine Beckenend- oder Querlage
  • keine Präeklampsie
  • komplikationsfreie frühere Geburten
  • keine Geburtseinleitungen
  • kein zu erwartendes überdurchschnittlich hohes Geburtsgewicht
  • kein BMI <35

Ab dem 23. April 2026 sind Anmeldungen für eine Geburt im hebammengeleiteten Kreißsaal möglich. Frauen ab der 15. Schwangerschaftswoche können sich unter 0681 963 2232 in der Gynäkologie-Ambulanz anmelden und erhalten dort einen Termin zum Vorgespräch. Im Rahmen dieses Gesprächs bekommen die werdenden Eltern alle weiteren Informationen. Telefonisch ist nur die Anmeldung möglich, keine Beratung.

 

Das Erstgespräch sollte spätestens zwischen der 24. und 26. Schwangerschaftswoche erfolgen, das Zweitgespräch ab der 35. Schwangerschaftswoche. Dazwischen findet die Erstvorstellung statt. Beim Zweitgespräch mit der Hebamme geht es um die Wünsche zur Geburt und die Vorstellungen der werdenden Mutter und auch des Vaters.

Den Gebärenden stehen alternative Schmerztherapien, wie beispielsweise Wärmemaßnahmen, Akupunktur, transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) oder homöopathische Mittel zur Verfügung.

Stärkere Schmerzmittel, regionale Anästhesien wie die Periduralanästhesie (PDA) und wehenförderde Medikamente kommen im hebammengeleiteten Kreißsaal nicht zum Einsatz.

Natürlich, sollte sich das Bedürfnis der werdenden Mutter während der Geburt ändern und sie ein stärkeres Schmerzmittel oder eine PDA wünschen, wird sie in den ärztlich geleiteten Kreißsaal übergeleitet.

Kontaktinformationen

Montag bis Donnerstag, jeweils von 8:00 bis 16:00 Uhr, sowie
freitags von 8:00 bis 14:00 Uhr nach telefonischer Vereinbarung.

Telefon: 0681 963 2232

Anmeldung zum Vorgespräch
Schwangere sollten sich ab der 15. Schwangerschaftswoche unter Telefon 0681 963 2232 zum Vorgespräch anmelden. 

Erstgespräch
Das Erstgespräch sollte spätestens zwischen der 24. und 26. Schwangerschaftswoche erfolgen, das Zweitgespräch ab der 35. Schwangerschaftswoche.