Undichte Herzklappen schonend behandeln

Pressemitteilung /

TEER-Verfahren bietet insbesondere für Patienten mit erhöhtem Operationsrisiko eine Behandlungsmöglichkeit.

Herzklappen sorgen dafür, dass das Blut im Herzen in die richtige Richtung fließt. Wenn eine Herzklappe nicht mehr vollständig schließt, kann Blut zurückfließen. Das Herz muss dann mehr arbeiten. Eine undichte Herzklappe kann zu Atemnot, verminderter Leistungsfähigkeit und Wassereinlagerungen an Beinen und Knöcheln führen. Das Klinikum Saarbrücken setzt diese Methode seit 2025 insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit einem höheren Operationsrisiko ein.

„TEER“ steht für Transkatheter Edge-to-Edge Repair und ist ein minimalinvasiver, kathetergestützter Eingriff am schlagenden Herzen. Es wird ein dünner Katheter über ein Blutgefäß in der Leiste bis zum Herzen geführt. Über diesen Katheter bringen die Ärztinnen und Ärzte einen kleinen Clip an der undichten Herzklappe an. Der Clip strafft das Gewebe und hilft der Klappe, wieder besser zu schließen und den Rückfluss des Blutes zu verringern.

Der Eingriff findet im Herzkatheterlabor unter Vollnarkose statt. Mithilfe einer präzisen Bildgebung via Ultraschall sieht das Behandlungsteam jederzeit genau, wie die nächsten Schritte sein müssen:

„Die genaue Bildgebung ist ein entscheidender Bestandteil des Eingriffs“, erklärt die Leitende Oberärztin der Klinik für Kardiologie und Angiologie, Ioanna Psinia. „Damit können wir die Herzklappe sehr genau beurteilen und den Clip gezielt positionieren.“

Bei einem Eingriff auf dem Winterberg führten Oberärztin Julia Zimmer und Oberarzt Kristian Hartleb den Katheter und setzten die Clips. Ioanna Psinia und Jens Hewer, Facharzt für Kardiologie, übernahmen die Bildgebung des Herzens mittels Ultraschall und lieferten damit die entscheidenden Bilder für die präzise Durchführung des Eingriffs.

Gründliche Untersuchung vor dem Eingriff

Ob eine „TEER-Behandlung“ möglich und sinnvoll ist, wird vor dem Eingriff ausführlich geprüft. Eine wichtige Untersuchungsmethode zur Beurteilung ist die sogenannte transösophageale Echokardiographie (TEE). Dabei wird das Herz mit einer Ultraschallsonde über die Speiseröhre untersucht. Daher wird umgangssprachlich auch oft von einem „Schluckecho“ gesprochen.

Mithilfe der „TEE“ können Ärztinnen und Ärzte die Herzklappe besonders genau beurteilen. So erhalten sie wichtige Informationen für die Planung des Eingriffs, beispielsweise darüber, an welcher Stelle die Klappe undicht ist und wie viele Clips benötigt werden.

Entscheidung im Herzteam

Das „TEER-Verfahren“ ist nicht für alle Patientinnen und Patienten mit einer undichten Herzklappe geeignet. Deshalb wird jeder Fall individuell beurteilt. Die Entscheidung darüber trifft das Herz-Team des Klinikums Saarbrücken gemeinsam mit den beteiligten Fachdisziplinen. Dabei arbeitet die Klinik für Kardiologie und Angiologie auf dem Winterberg eng mit der Herzchirurgie der SHG-Klinik Völklingen zusammen. So können auch komplexe Fälle gemeinsam beurteilt und die passende Behandlung für die Patientinnen und Patienten geplant werden.

Mit dem „TEER-Verfahren“ steht dem Klinikum Saarbrücken somit eine weitere moderne Methode zur Verfügung, um Patientinnen und Patienten mit einer undichten Herzklappe möglichst schonend zu behandeln. Für die Menschen in der Region bedeutet dies, dass eine spezialisierte und für viele Betroffene schonendere Behandlungsoption wohnortnah am Klinikum Saarbrücken angeboten werden kann.

 

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Im Herzkatheterlabor: Leitende Oberärztin Ioanna Psinia und Jens Hewer, Facharzt für Kardiologie, beurteilen während des Eingriffs die Ultraschallaufnahmen.
Leitende Oberärztin Ioanna Psinia und Jens Hewer, Facharzt für Kardiologie, beurteilen während des Eingriffs die Ultraschallaufnahmen.
Mehrere medizinische Fachkräfte führen in einem Herzkatheterlabor einen minimalinvasiven Eingriff durch. Die Patientin oder der Patient ist steril abgedeckt. Das Behandlungsteam arbeitet an einem Katheter unter Röntgenbildgebung; im Hintergrund sind medizinische Geräte und Monitore sichtbar.
Während eines minimalinvasiven TEER-Eingriffs im Herzkatheterlabor des Klinikums Saarbrücken wird die undichte Herzklappe mithilfe eines Katheters über die Leiste behandelt.