30 Jahre Känguruh Kinder e. V.: Ein Dorf hält zusammen

Pressemitteilung /

Wie aus einem persönlichen Verlust ein Netzwerk für Frühchen entstand und bis heute die Kinderklinik unterstützt.

Seit 30 Jahren unterstützt der Känguruh Kinder e. V. die Versorgung schwer kranker Früh- und Neugeborener im Klinikum Saarbrücken. Der Ommersheimer Verein hat rund eine Million Euro gesammelt und damit vielen Familien Nähe, Sicherheit und eine moderne Ausstattung ermöglicht. Die Jubiläumsfeier steht für das, was möglich wird, wenn ein Dorf, ein Netzwerk und ein Förderverein gemeinsam über sich hinauswachsen.

Der Förderverein Känguruh Kinder e. V. hat sein 30‑jähriges Jubiläum gefeiert – ein Fest, das eindrucksvoll sichtbar machte, welche Kraft entsteht, wenn Menschen zusammenstehen. Seit 1996 unterstützt der Verein die Kinderintensivstation KIS 20 des Klinikums Saarbrücken und ermöglicht dort Anschaffungen, die über die gesetzliche Grundversorgung hinausgehen.

Bereits im Mai 2026 feierte das Klinikum Saarbrücken gemeinsam mit dem Förderverein Känguruh Kinder e. V. dessen 30-jähriges Bestehen. Die Jubiläumsfeier stand ganz im Zeichen von Dankbarkeit, Zusammenhalt und drei Jahrzehnten gelebter Unterstützung für Frühchen und ihre Familien.

Die Geschichte hinter dem Engagement: Wenn persönliches Schicksal zu gelebter Solidarität wird

Ende 1993 wurden Sylvia und Karl‑Werner Huy Eltern von Zwillingen. Felix und Kyra kamen drei Monate zu früh zur Welt. Fünfeinhalb Monate kämpfte Felix im Krankenhaus, dann starb er im Säuglingsalter. Kyra durfte 26 Monate alt werden. Während des langen Aufenthalts auf der Frühgeborenenstation erlebten Sylvia und ihr Mann Karl-Werner hautnah, wie wichtig Nähe, geeignete Liegeflächen und eine kindgerechte Umgebung für schwer kranke Kinder und ihre Eltern sind. Die Liegestühle, die den Eltern das Känguruhen mit ihren Zwillingen ermöglichen sollten, waren einfache Gartenklappliegen. Das Pflegepersonal hatte sie seinerzeit aus eigener Tasche angeschafft. Als diese kaputtgingen und laut knackten, entschied das Ehepaar Huy, einen Förderverein zu gründen, um eine angemessene Ausstattung zu finanzieren. Auch medizinische Ausstattung fehlte: Ihre Tochter Kyra erhielt zunächst keinen Monitor, da ihr Zustand im Vergleich zu anderen Kindern als zu gut eingeschätzt wurde. Aus dieser Erfahrung entstand der Wunsch, anderen betroffenen Familien zu helfen. Im Jahr 1996 gründeten sie gemeinsam mit Angehörigen, Freunden und Unterstützern den Förderverein Känguruh Kinder e. V..

Was vor 30 Jahren begann, trägt bis heute

„Ohne Ommersheim kein Förderverein“, sagt die 1. Vorsitzende des Vereins bei der Eröffnung der Jubiläumsfeier in Ommersheim. Die Dorfgemeinschaft in Ommersheim hat großen Anteil daran, dass der kleine Verein über drei Jahrzehnte wachsen und so viel bewegen konnte. Freundeskreise, Vereine, Firmen und zahlreiche Einzelpersonen unterstützen die Arbeit und verwandeln ein persönliches Schicksal in eine Gemeinschaftsaufgabe.

Die heutige Chefärztin des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Marie-Claire Detemple, verdeutlichte die Bedeutung der Vereinsarbeit mit einem Vergleich: Die gesetzliche Grundausstattung entspreche einem „alten Dreitürer ohne Klimaanlage und Sitzheizung“. Die Versorgung von Frühchen brauche jedoch einen „modernen Fünftürer mit Klima, Navigation und Parkassistenz“. Genau diese Extras ermöglicht der Verein: moderne Monitore, spezielle Känguruh-Stühle, gedämpfte Beleuchtung und Lagerungshilfen u.v.m.. Damit schafft Känguruh Kinder e. V. Bedingungen, die schwer kranken Früh- und Neugeborenen und ihren Eltern mehr Sicherheit und Nähe ermöglichen.

30 Jahre Engagement – und rund eine Million Euro Unterstützung

Was mit kleinen Spendenaktionen begann, hat sich über drei Jahrzehnte zu einer beeindruckenden Unterstützung entwickelt. Rund eine Million Euro hat der Verein bislang gesammelt – möglich gemacht durch die Unterstützung eines ganzen Dorfes. Bei der Jubiläumsfeier kamen Gründungsmitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Mitarbeitende des Klinikums und viele weitere Menschen zusammen, die den Verein über Jahrzehnte geprägt haben. Gemeinsam wurde gefeiert, erinnert und gedankt – für 30 Jahre Nähe, Engagement und gelebte Solidarität. Die Summe von rund einer Million Euro steht dabei für weit mehr als eine finanzielle Bilanz. Sie steht für unzählige Spenden, ehrenamtliches Engagement und die Bereitschaft vieler Menschen, Verantwortung für andere zu übernehmen.

Ein Netzwerk, das weiter wächst

Alle, die den Verein unterstützen oder Teil des Netzwerks rund um Sylvia Huy werden möchten, sind herzlich willkommen. Jede Spende, jede helfende Hand und jede Idee trägt dazu bei, Frühchen und ihren Familien ein Stück Sicherheit, Nähe und Hoffnung zu schenken. Der Verein Känguruh Kinder e. V. lebt seit 30 Jahren davon, dass Menschen zusammenstehen. Und dieses Netzwerk wächst weiter.

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Von rechts die Mitglieder des Fördervereins: Eva Vogelgesang, Sigrid Reichert -Albrech, Sylvia und Karl-Werner Huy und Ursula Haier.
Der Förderverein „Känguruh-Kinder e.V.“ setzt sich seit vielen Jahren für die Versorgung von Früh- und Neugeborenen ein. Im Bild (v. l.): Eva Vogelgesang, Sigrid Reichert-Albrech, Sylvia und Karl-Werner Huy sowie Ursula Haier.
rechts: 1. Vorsitzende Sylvia Huy am Rednerpult. Linkes Bild: Prof. Dr. Jens Möller, ehemaliger Chefarzt der Kinderklinik und Nachfolgerin Dr. Marie-Claire Detemple
Engagiert für die Kinderklinik: Die 1. Vorsitzende Sylvia Huy führte durch die Jubiläumsveranstaltung. Rechts im Bild: der ehemalige Chefarzt der Kinderklinik gemeinsam mit seiner Nachfolgerin Dr. Marie-Claire Detemple.

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