Erste und einzige "babyfreundliche" Geburts- und Kinderklinik im Saarland

Pressemitteilung /

Die hochrangige Auszeichnung von WHO/UNICEF ist mit hohen Anforderungen verknüpft.

Die Förderung der Eltern-Kind-Bindung sei „lehrbuchmäßig“, hieß es bei der Zertifizierungsrunde: Das Klinikum Saarbrücken hat als erste und einzige Geburts- und Kinderklinik im Saarland die hochrangige WHO/UNICEF-Auszeichnung „Babyfreundliche Perinatalklinik“ erhalten. Deutschlandweit ist der Winterberg aktuell das zweite Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe Level 1 mit dieser Auszeichnung. Die hohen fachlichen Anforderungen werden in besonderem Maße erfüllt, etwa mit „Bonding“-Angeboten nach der Geburt, Frauenmilchbank sowie Stillfördermaßnahmen – Wand an Wand und Hand in Hand. Dies ermöglicht die große Bandbreite von der natürlichen Geburt nach individuellen Vorstellungen bis zum besten „Airbag“ an medizinischer und pflegerischer Kompetenz, der in der Region zu haben ist, falls es die Situation erfordert. Die Bindungsklinik auf dem Winterberg bietet maximale Sicherheit im Hintergrund bei maximalem Engagement für Familien – auch für die kleinsten und kränksten Kinder.

„Was Sie leisten, hat uns sehr beeindruckt. Sie arbeiten hier im Perinatalzentrum Level 1 nicht nur Wand an Wand, sondern auch Hand in Hand“, resümierten die Prüferinnen, „jeder und jede Einzelne hier fühlt sich verantwortlich. Sie haben alle Kriterien umgesetzt und deshalb zeichnen wir Sie mit dem Zertifikat BABYFREUNDLICH aus.“ Mit diesem überaus positiven Statement beendeten Dörte Freisburger und Iris-Susanne Brandt-Schenk, Gutachterinnen der Zertifizierungsgesellschaft ClarCert, ihren dreieinhalbtägigen Einsatz im Klinikum Saarbrücken. Der Leitgedanke „B.E.St.®“ dieser Auszeichnung steht für „Bindung“, „Entwicklung“ und „Stillen“, denn im Zentrum stehen der Schutz und die Förderung der Eltern-Kind-Bindung. Die maßgeblichen Kriterien beruhen auf den internationalen Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF. 

"Klarer roter Faden" deutlich zu spüren

Die Gutachterinnen führten während der Zertifizierung insgesamt 52 Interviews mit Schwangeren, Müttern, Vätern, Mitarbeitenden, um sich ein authentisches und realistisches Bild von der Umsetzung machen zu können. Die Ergebnisse beeindruckten die Gutachterinnen: „Es sind eine hohe Motivation und ein klarer roter Faden sehr deutlich zu spüren. Jeder hier weiß genau, was zu tun ist.“

Besonders aufgefallen ist der Begriff „Bindungsklinik“ – da er wahrheitsgetreu die Gegebenheiten vor Ort spiegele: „Bonding ist auf dem Winterberg ein zentrales Element“, sagen die beiden Prüferinnen, „insbesondere Ihr Sectio-Bonding, also Bonding unmittelbar nach dem Kaiserschnitt, ist lehrbuchmäßig“. Hervorgehoben haben die Prüferinnen außerdem die Stillfördermaßnahmen, die Stillambulanz, die Angebote der Elternschule sowie die Wochenbett-Sprechstunde: „Dies alles tun sie hier mit großem Einsatz fürs Kindeswohl. Es ist ein Paket, das Sie hier bieten – der Begriff „babyfreundlich“ ist eigentlich noch zu wenig für das alles, was hier passiert: Es ist ein Familien- und Gesamtpaket.“ Als sehr besonders sehen die Prüferinnen die Schulungsdisziplin und -motivation. „Hier herrscht ein sehr bemerkenswertes Fachwissen, das hat sich uns sehr eingeprägt.“ Auf dem Winterberg arbeiten 13 Stillberaterinnen (IBCLC), diese Dichte an Muttermilch-Fachkompetenz ist beispiellos in der Region.

Alleinstellungsmerkmal für den Winterberg

Der „B.E.St.“-Ansatz wird nicht nur in unkomplizierten Situationen, sondern gerade in herausfordernden Momenten umgesetzt: Auf dem Winterberg werden kleinste und kränkste Kinder betreut. „Und auch hier – oder gerade hier – wird dieser Ansatz gelebt. Das ist das Alleinstellungsmerkmal in der Großregion– wir sind deutschlandweit das zweite Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe, das dieses Engagement mit dieser Auszeichnung untermauern konnte“, sagt Chefarzt Prof. Dr. Jens Möller.

Auch Personaldirektor Thomas Hesse, der stellvertretend für das Direktorium des Klinikums den Termin wahrnahm, war beeindruckt über so viel Lob: „Es macht uns stolz, dass die Arbeit, die unser Team geleistet hat und jeden Tag weiterhin leistet, so umfangreich gewürdigt wird.“ Als besonders wertvoll schätzte er die authentischen Rückmeldungen der Eltern ein, die die Prüferinnen gesammelt hatten – hier waren die meistgenannten Formulierungen „Das Team gibt uns Sicherheit“ und „Das Team nimmt uns die Angst“. Schwangere und ihre Partner fühlen sich mit ihren Gedanken und Sorgen ernstgenommen: „Wir erleben hier viele Aha-Erlebnisse“, sagte eine werdende Mutter, „weil man hier so viele Infos bekommt, die echt weiterhelfen. Am Ende bleibt der Gedanke: Dem Personal hier ist es genauso wichtig wie mir, wie wir vorgehen.“ Eine andere gab zu Protokoll: „Die Eltern stehen im Fokus und Väter/Partner nicht im Abseits.“ Auch die Zeit danach spielt eine große Rolle – für Eltern und den Winterberg: „Wir waren lange in der Klinik, bei Entlassung reißt der persönliche Kontakt nicht ab.“ Und auch die Berichterstattung über das Klinikum wird davor und danach interessiert verfolgt: „Dieses Krankenhaus sorgt für gute Schlagzeilen. Das gibt uns ein gutes Gefühl.“

Warum erhielt der Winterberg die Auszeichnung „babyfreundlich“?

Beide Gutachterinnen zeigten sich von der Gesamt-Performance beeindruckt und sprachen sich für die Auszeichnung „babyfreundliche Perinatalklinik“ aus, da alle Richtlinien der WHO und alle Anforderungen erfüllt sind. Besonders hervorgehoben wurde

  • dass die Stillfördermaßnahmen schon sehr lange im Klinikum betrieben werden, Erklär-Poster zur Veranschaulichung ausgehängt sind und somit Schwangere/Mutter/Vater/Angehörige gleichermaßen erreicht werden.
  • Die Elternsprechstunde mit „lebendigen“ Kursen. Es existiert ein Gesamtpaket von Wochenbettsprechstunde über Stillambulanz bis hin zu den Frühen Hilfen zum Wohl für Babys und Eltern.
  • Die hervorragende Fortbildungsquote im Jahr 2020 (100 %) und im Jahr 2021 (schon 90 % im September). Diese hohe Quote zeigt sich anhand des Fachwissens bei Mitarbeitenden und Eltern.
  • Das Sectio-Bonding – obwohl in den Leitlinien jeder Geburtsklinik festgeschrieben, setzen es in der Praxis die wenigsten Kliniken um: „Best Practice“ auf dem Winterberg
  • Das Gesamtkonzept umfasst auch Frauen, die nicht stillen möchten oder können: Auch diese fühlen sich willkommen und abgeholt.
  • Weitere Hintergründe zu der Umsetzung finden Sie hier.

Was sagten die Eltern im Rahmen der Interviews?

  • „Dem Personal ist es so wichtig wie mir, wie mein Kind geboren wird.“
  • „Dem Personal ist es wichtig, wie wir hier vorgehen. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, auf dem Winterberg zu entbinden.“
  • „Einfühlsame und kompetente Beratung während des Pränatalgesprächs“
  • „Die Eltern und Schwangeren fühlen sich nicht bedrängt. Es stehen nicht die Abläufe der Klinik im Vordergrund, sondern wir als Eltern.“
  • „Väter stehen hier nicht im Abseits“
  • „Rooming-in wird umgesetzt, als Begleitperson ist man hier sehr gut aufgehoben.“
  • „Das Krankenhaus sorgt für gute Schlagzeilen und wurde mir empfohlen. Alle Frauen fühlen sich hier gut aufgehoben, auch nicht stillende Frauen.“

„Babyfreundlich – Eine Initiative von WHO und UNICEF“: Die WHO/UNICEF-Initiative „Babyfreundlich“ ist der Initiator und Gestalter für das Zertifizierungssystem zur Zertifizierung von Einrichtungen der Geburtshilfe und Kinderheilkunde. Ziel und Zweck des Zertifizierungssystems ist es, in diesen Einrichtungen eine hohe Betreuungsqualität nach internationalen Standards von WHO und UNICEF zu bestätigen und damit die Bindung zwischen Eltern und Kind, die Entwicklung der Kinder sowie das Stillen zu fördern.

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Junge Eltern gemeinsam mit dem Neugeborenen im Bett.
Im BABYFREUNDLICHEN Perinatalzentrum Level 1 im Klinikum Saarbrücken steht die Eltern-Kind-Bindung im Fokus.