Ab sofort: Mit Videobrille in den OP

Premiere im Saarland: Der Bereich Anästhesiologie am Klinikum Saarbrücken bietet Patienten, die sich für eine Teilbetäubung während eines operativen Eingriffs entscheiden, eine Videobrille zur Ablenkung an. Das Verfahren ist neu und hilft, Stresssymptome zu minimieren.  Motto: Audiovisuelle Stimulation reduziert Stress und Angst.
Das Klinikum Saarbrücken setzt bei Operationen mit regionaler Betäubung ein neues Gerät ein: „Happymed“ heißt die Videobrille – ein audiovisuelles Komplettsystem mit Bild und Ton, das Patienten während eines Eingriffs dabei helfen kann, sich abzulenken und Stresssymptome abzubauen. Eine Vielzahl von Videoinhalten, beispielsweise Konzerte, Filme, Serien und Entspannungssequenzen, stehen zur Auswahl.
Viele Menschen haben Angst, wenn ein medizinischer Eingriff bevorsteht. In einer OP-Umgebung, die für die meisten Patienten neu und deshalb stressauslösend ist, reagieren diese Menschen hochsensibel auf unterschiedlichste Sinneseindrücke. Ein Piepsen der Maschinen, wie es im OP üblich ist, oder auch die – für Laien fremde – fachliche Kommunikation zwischen medizinischem Personal kann zur vermehrten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol führen, wodurch sich der Blutdruck erhöht sowie Puls und Atmung sich beschleunigen. „Es ist ein Teufelskreislauf, aus dem Patienten ohne psychologische Betreuung oder zusätzliche Sedierung nur schwer alleine herauskommen“, heißt es in der Ist-Analyse des Anbieters. Ein positiver Nebeneffekt der Videobrille kann sein, dass ihr Einsatz die Gabe von stärkeren Betäubungsmitteln verringert und Patienten vermehrt die regionale Anästhesie wählen – natürlich nur, wenn der geplante Eingriff sich dazu eignet.
Grundsätzlich stehen im Klinikum Saarbrücken verschiedene Allgemeinanästhesieverfahren („Vollnarkose“) und Regionalanästhesieverfahren („Teilbetäubung“) zur Auswahl. Speziell bei Eingriffen an den Extremitäten entscheiden sich viele stationäre und ambulante Patienten für ein Regionalanästhesieverfahren, berichtet Privatdozent Dr. Konrad Schwarzkopf, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin und Leiter des Zentrums für Intensiv- und Notfallmedizin: „Zur Ablenkung während der Operation bieten wir in diesen Fällen schon seit langem Musik via Kopfhörer an, Patienten dürfen auch ihre eigenen Audiogeräte mitbringen.“  Wenn Kinder operiert werden müssten, kommen immer häufiger auch Tablets zum Einsatz.

 

Zurück