Neues Neuro-Monitoring für die Carotis-Chirurgie

Der Zentral-OP im Klinikum Saarbrücken hat aufgerüstet: Bei Eingriffen an der Halsschlagader kommt ein neues Neuro-Monitoring (Foto) zum Einsatz, das den Medizinern jederzeit Aufschluss darüber gibt, ob die Blutversorgung zum Gehirn einwandfrei ist. Das Überwachungsverfahren kann auch in anderen Fachbereichen angewendet werden. Es hilft, kleinste Unregelmäßigkeiten ohne Zeitverlust zu erkennen.
Verengungen an den hirnversorgenden Gefäßen können Lebensgefahr bedeuten. Wenn eine Halsschlagader (Carotis), die das Gehirn mit Blut versorgt, wegen einer solchen Verengung operiert werden muss, verschließt man das Gefäß für den Hauptteil der Operation. Die Sauerstoffversorgung des Gehirns hängt in dieser Phase dann vom ungestörten Blutfluss in der Halsschlagader der Gegenseite ab. Reicht dieser Blutfluss nicht aus, ermöglicht die Einlage eines sogenannten Shunts in das zu operierende Gefäß dennoch den Eingriff.
Im Klinikum Saarbrücken werden Eingriffe an der Halsschlagader sowohl in Regionalanästhesie, also am wachen Patienten, als auch in Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) durchgeführt. Bei einer Operation in regionaler Betäubung kann der wache und kooperative Patient selbst das OP-Team über die intakte Hirnaktivität informieren: Bei Aufforderung bringt er eine kleine Plastikente mit der Hand zum Quietschen, das zeigt den Operateuren, dass alles in Ordnung ist. Während einer Operation in Allgemeinanästhesie wird dies mittels nichtinvasivem Neuro-Monitoring überwacht.
Die Klinik für Gefäß- und endovaskuläre Chirurgie und die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin haben in den vergangenen Wochen gemeinsam das entsprechende Monitoring durchgreifend erweitert: Zur Beurteilung von Veränderungen der Sauerstoffzufuhr im Gehirn kommt nun ein sogenannter „Avalanche SI-Neuromonitor“ für die „kontinuierliche Überwachung somatosensorisch evozierter Potentiale“ (SEP-Monitoring) zum Einsatz: Die Signale dieser Elektroenzephalografie (EEG) werden ohne Zeitverlust automatisch ausgewertet und ständig mit dem unmittelbar nach Narkoseeinleitung aufgezeichneten „Normalsignal“, der sogenannten Baseline, verglichen. So können schon kleinste Unregelmäßigkeiten zeitnah entdeckt werden und die behandelnden Ärztinnen und Ärzte können medizinische Maßnahmen einleiten.
Das neue Monitoring kann auch außerhalb der Gefäßchirurgie zum Einsatz kommen, beispielsweise bei Schilddrüsen-Operationen oder bei Eingriffen an der Ohrspeicheldrüse. Somit wird die vorhandene Neuro-Monitoring-Ausstattung des Zentral-OPs im Klinikum Saarbrücken sinnvoll ergänzt.

 

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