Jugendamt und Klinikum Saarbrücken kooperieren

Bestehende Maßnahmen zum Kinderschutz werden ausgebaut und vereinheitlicht. Das Jugendamt des Regionalverbands Saarbrücken und das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums Saarbrücken arbeiten künftig enger zusammen. Die Kooperationsvereinbarung, die von den Geschäftsführern des Klinikums Saarbrücken, Dr. Susann Breßlein und Dr. Christian Braun M.A., sowie von Regionalverbandsdirektor Peter Gillo unterzeichnet wurde, verbessert den bereits bestehenden Schutzmechanismus. Regionalverband und Klinikum machen sich bereits seit rund 20 Jahren gemeinsam für Kindeswohl und Kinderschutz stark. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr und deren Sorgeberechtigte.

Die Kooperation sieht vor, dass das Klinikum Saarbrücken in Verdachtsfällen einer Kindeswohlgefährdung die diagnostische Abklärung und Behandlung übernimmt. Das Klinikum hat die Möglichkeit, zur Gefährdungseinschätzung eine Fachkraft aus der Jugendhilfe unter Beachtung des Datenschutzes hinzuzuziehen. Bei drohender oder akuter Kindeswohlgefährdung – wie etwa bei Misshandlung, Vernachlässigung oder sexueller Gewalt – gibt es künftig einen standardisierten Meldebogen in Anlehnung an die Richtlinien der „Deutschen Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin“, der an das Jugendamt übermittelt wird. Ist die Familie zur Zusammenarbeit bereit oder wird ein Unterstützungsbedarf in der Familie festgestellt, gibt es auch hier künftig die Möglichkeit, direkt an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes zu vermitteln – vorausgesetzt, die jeweiligen Erziehungsberechtigten geben dem Klinikpersonal das Einverständnis, ihre persönlichen Daten übermitteln zu dürfen. Von Seiten des Jugendamtes wird jeweils umgehend eine zuständige Fachkraft bestimmt, die die Fallannahme an das Klinikum rückmeldet. Hierzu wurde ein standardisierter Rückmeldebogen entworfen, der die zuständigen Ansprechpartner benennt. Zudem nimmt die zuständige Fachkraft des Jugendamtes an der von der Klinik einberufenen Helferkonferenz teil und plant die infrage kommenden Jugendhilfemaßnahmen nach dem Klinikaufenthalt sowie – falls nötig – ein Schutzkonzept. Nach Ablauf von 12 Wochen skizziert die Fachkraft des Jugendamtes dem Klinikum den weiteren Fallverlauf in schriftlicher Form. Auch hier muss zuvor die Genehmigung der Erziehungsberechtigten eingeholt werden.

„Gemeinsam mit dem Klinikum Saarbrücken haben wir in der Vergangenheit bereits hilfreiche Strukturen zur Zusammenarbeit geschaffen, die im Ernstfall entscheidend sein können. Dazu zählt beispielsweise eine Erreichbarkeit außerhalb der Regeldienstzeiten. Mit den neuen Standards verstärken wir nun nochmals den Kinderschutz und halten zugleich die Datenschutzbestimmungen ein“, so Peter Gillo. Prof. Dr. Jens Möller, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin ergänzt: „Ich muss immer daran denken, was mal eine langjährig tätige Kinderärztin gesagt hat: ,Was tun wir den kleinen Würmern nur an? Sie können nichts dafür und wir haben keine Möglichkeit, den sicheren Weg in ein Leben von Armut, sozialen Problemen und Chancenlosigkeit zu verhindern. Ich fühle mich da so hilflos.' Diese Aussage der Kollegin und die Situation an sich waren für uns ein Motor, uns als Klinik im Kinderschutz zu engagieren.“ Gemeinsam wolle man die Zukunftschancen schutzbedürftiger Kinder verbessern, so Möller abschließend.

Um den Kinderschutz im Raum des Regionalverbands Saarbrücken weiter zu fördern, nahmen in den vergangenen Jahren das Jugendamt und das Klinikum Saarbrücken an gemeinsamen Arbeitsgruppen und Ausschüssen teil. Dieser verbindliche Standard wird auch zukünftig in dieser Form beibehalten, um die gemeinsamen Ziele zu überprüfen, Erfahrungen auszutauschen und weitere Kooperationsinhalte zu besprechen.

 

Foto: Die beiden Geschäftsführer des Klinikums Saarbrücken, Dr. Susann Breßlein und Dr. Christian Braun sowie Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (Mitte) unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung unter anderem im Beisein (v. hinten links) des Chefarztes der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Prof. Dr. Jens Möller, der Sozialdezernentin des Regionalverbandes, Petra Spoo-Ludwig, dem Leiter des Regionalverband-Jugendamtes, Armin Weppernig und Mitglied der Kinderschutzgruppe am Klinikum Saarbrücken, Oberärztin Dr. Eva Groterath

Foto: Stephan Hett/Regionalverband Saarbrücken


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