Endoprothetikzentrum auf dem Winterberg

Kompetenzzentrum für Implantation von Hüft-, Schulter- und Kniegelenken

In unserem Zentrum für Endoprothetik werden neben der Erstimplantation von künstlichen Hüft- und Kniegelenken (Primär-Endoprothetik) vor allem komplexe Prothesenwechsel-Operationen (Revisions-Endoprothetik) durchgeführt. Nicht umsonst ist der Bereich der Orthopädie als Referenzzentrum für Hüftwechsel-Endoprothetik von der Firma Stryker ausgezeichnet worden – einem der größten Unternehmen im Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie und einem der globalen Marktführer im Bereich Endoprothetik.

In unserer Klinik steht ein breites Implantat-Portfolio zur Verfügung, das zu jeder Zeit den „einfachen Gelenkersatz“ bis hin zur komplexen Wechsel- oder Tumoroperation mit vollständigem Ersatz des gesamten Oberschenkelknochens mit Hüft- und Kniegelenk (sog. Totaler Femur-Ersatz) ermöglicht. Dies können deutschlandweit nur wenige Kliniken leisten. Zudem ist in unserer Abteilung eine kompetente und leitliniengerechte fachübergreifende Versorgung von Patienteninnen und Patienten mit schweren Nebenerkrankungen jederzeit gewährleistet.

Aufgrund unserer großen Expertise, Erfahrung und interdisziplinären Struktur konnten wir uns im August 2022 erfolgreich als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung (EPZmax) zertifizieren lassen. Zur weiteren Rehabilitation und Mobilisation nach erfolgter operativer Versorgung steht die physikalische Abteilung des Team Winterberg zur Verfügung.

Was bedeutet die Zertifizierung für Patientinnen und Patienten?

Patientin mit Rollator und Pfleger

Als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung sorgen wir dafür, dass an Gelenkersatzoperationen immer ein sogenannter Seniorhaupt- oder Hauptoperateur beteiligt ist. Diese Operateure müssen eine Mindestanzahl an Gelenkersatzoperationen pro Jahr vorweisen und so ihre herausragende Expertise auf diesem Gebiet belegen. Somit können Patientinnen und Patienten darauf vertrauen, dass sie von erfahrenen Profis behandelt werden. Als EPZmax arbeiten wir aktiv am Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) mit. Das Register trägt dazu bei, die bereits gute Versorgung mit Hüft- und Knieprothesen weiter zu verbessern. Es verknüpft Routinedaten systematisch mit neuen Informationen über den Einbau künstlicher Gelenke und wertet die Daten mit Blick auf Qualität der Implantate aus.

Anwendungsbereiche

Vom Knie bis zur Schulter

Eine der häufigsten Operationen der modernen Orthopädie stellt die Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes dar. Sie wird auch nicht umsonst als „Operation des Jahrhunderts“ bezeichnet. Wenn konservative Maßnahmen (Krankengymnastik, physikalische Therapie, Einlagen, Spritzen) nicht mehr helfen, dann kann die Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes notwendig sein.

Neben der Hüftgelenksarthrose ist die Kniegelenksarthrose die zweithäufigste Arthrose des Körpers. Dabei kann der Knorpel auf Seite des Oberschenkelknochens, Schienbeinkopfes oder auch der Kniescheibenrückfläche Defekte aufweisen. In manchen Fällen tritt die Arthrose nur an der Gelenkinnenseite auf, während in der Mehrheit der Fälle das gesamte Gelenk davon betroffen ist. Auch im Bereich der Schulter spielt die Endoprothetik eine Rolle.

Primär-Endoprothetik

Beide Prothesen-Komponenten, das heißt die künstliche Pfanne und der Prothesenschaft, werden im Knochen ohne Zement verankert. In die künstliche Pfanne wird eine Kunststoffschale (Polyethylen) eingebracht, auf der Seite des Prothesen-Schaftes ein Keramik- oder Metallkopf.

Bei jüngeren Patienten mit guter Knochenqualität und keinen Voroperationen kann eine sogenannte Kurzschaftprothese eingesetzt werden. Bei dieser Versorgung wird ein Teil des Schenkelhalses erhalten, was eine kürzere Verankerung im Oberschenkelknochen ermöglicht und somit mehr Restknochen für künftige Wechseloperationen anbietet.

Bei älteren Patienten mit zunehmend schlechter Knochenqualität wird entweder ein Teil der Prothesenkomponenten oder beide Prothesenkomponenten im Knochen zementiert, damit die sofortige Belastbarkeit der Extremität nach der Operation ermöglicht wird.

Wenn nur ein Teil des Gelenkes betroffen ist, dann ist die Implantation einer Teilprothese zur Behandlung der Arthrose möglich. Dieser Eingriff ist weniger aufwendig als der Einbau einer Totalendoprothese.

Bei einer Manifestation der Arthrose innen und außen am Kniegelenk ist die Implantation einer totalen Knie-Endoprothese erforderlich. Falls die Rückfläche der Kniescheibe auch Knorpeldefekte aufweist, die Beschwerden machen, kann ggf. die Rückfläche der Kniescheibe künstlich ersetzt werden (trikompartimentelle Knieprothese).

In einigen Fällen bestehen ausgeprägte Fehlstellungen bzw. Achsabweichungen im Bereich des Kniegelenkes. Die sogenannte Varus- („O“-Bein) oder Valgus- („X“-Bein) Fehlstellung kann angeboren sein oder sich im Verlauf durch erhöhten Gelenkverschleiß oder nach vorausgegangenen Verletzungen (z.B. Schienbeinkopfbruch) ausbilden. Je nach Zustand des noch vorhandenen Knochens sowie der kniegelenksstabilisierenden Bandstrukturen ist hier die Implantation einer „normalen“ Kniegelenksprothese (bicondyläre Knieprothese) möglich und spezielle modular aufgebaute Prothesentypen müssen eingesetzt werden. 

Wechsel-Endoprothetik

Es gibt eine Reihe an möglichen Ursachen, die eine Wechseloperation einer Hüftgelenksprothese erforderlich machen. Mögliche Ursachen für eine Wechseloperation sind ein Abrieb der Prothese, eine aseptische Lockerung, aber auch eine bakterielle Entzündung. Insbesondere bei Revisionsoperationen ist unsere Abteilung spezialisiert und kann jede mögliche Indikation beherrschen.

In unserer Endoprothesensprechstunde werden Sie von unseren Prothesenspezialisten nach den aktuellen Standards der Medizin und den Leitlinien der Fachgesellschaft beraten und betreut. Dabei ist uns die individuelle Entscheidung über jedes Implantat und die Behandlung jeder Arthrose extrem wichtig. Anhand einer computergestützten Planung können wir eine exakte Rekonstruktion der verlorengegangenen Anatomie sicherstellen. Diese optimale Planung ist für den raschen Behandlungserfolg und bezüglich der Genesung entscheidend.

Auch nach der Operation werden Sie von einem erfahrenen Team an Physiotherapeuten betreut, sodass die Mobilisation in den ersten Tagen nach der Operation direkt erfolgen kann. Unsere Reha-Berater besprechen mit Ihnen die Möglichkeiten hinsichtlich einer anschließenden Habilitationsmaßnahme.

Ähnlich wie bei den Hüftprothesen kann es auch bei den Knieprothesen zu einer Lockerung kommen. Ob ein Teil- oder Komplettwechsel der Prothese erforderlich ist, wird individuell entschieden. Durch unsere Expertise im Bereich der Revisionsendoprothetik können wir individuell über die beste Therapiemöglichkeit in jedem Fall entscheiden.

Infektion eines künstlichen Gelenks

Die periprothetische Infektion gilt als schwere Komplikation nach einem endoprothetischen Gelenkersatz und stellt eine der häufigsten Ursachen für eine Wechseloperation dar. Darunter versteht man die Infektion des umgebenden Gewebes eines in den Körper eingebrachten Kunstgelenks mit Bakterien oder Pilzen. Die Erreger können dabei entweder während der Operation in das Gelenk gelangt sein oder später im Rahmen von Zirkulation von Erregern im Blutkreislauf von einem benachbarten Infektionsort auf das Gelenk übergreifen.

Neben der medikamentösen, antiinfektiven Therapie bildet die chirurgische Revisionsoperation die zweite Hauptsäule der Infektsanierung. Die Planung und Durchführung der antiinfektiven Therapie erfolgt in enger Zusammenarbeit mit unseren Kollegen des mikrobiologischen Instituts. Das genaue operative Regime (einzeitige oder zweizeitige Wechseloperation) wird unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren (Zeitpunkt der Infektion, Keimspektrum etc.) individuell entschieden. Beim zweizeitigen Vorgehen wird nach Ausbau der Prothese antibiotikahaltige Platzhalter bis zum Wiedereinbau der Prothese eingebracht. Diese mit Antibiotika beladenen Zementblöcke (Spacer) oder Ketten werden zur lokalen Infektbekämpfung eingesetzt. Selten kann nach einer erfolglosen Infektsanierung ein dauerhafter Ausbau der Prothese (Girlestone) notwendig sein.

Jahrelange Erfahrung im Bereich der septischen Revisionsoperationen sowie die hervorragende interdisziplinäre Zusammenarbeit mit unseren Kollegen der Infektiologie, Mikrobiologie und der Pathologie erlauben, die optimale Therapie auch für die Zeit nach der Operation einzuleiten.

Künstlicher Gelenkersatz im Rahmen von Tumorerkrankungen

Knochen- und Weichteiltumoren entstehen durch vor Ort entartetes oder versprengtes (metastasiertes) Gewebe. Bei der Behandlung dieser Erkrankungen bedarf es einer patientenorientieren Planung und einer interdisziplinären Zusammenarbeit der operativen Fächer, der Anästhesie, der Onkologie, der Strahlentherapie, der Radiologie und der Pathologie. Unsere Klinik kann dabei auf eine jahrelange Expertise bei der Behandlung dieser Erkrankungen zurückgreifen.

Ein wichtiger Bestandteil der Tumortherapie ist die operative Entfernung des erkrankten Gewebes. Jedoch stellt der Eingriff den Operateur vor große Herausforderungen. Im Falle eines auf Heilung ausgerichteten Therapieansatzes bedarf es einer weiträumigen Ausschneidung des tumorösen Gewebes und somit unter anderem einer vollständigen oder teilweisen Resektion von Gelenken und Knochen.

Die dadurch entstehenden großen Defekte des Bewegungsapparates können dank modularer Tumorprothesen erfolgreich überbrückt werden. Somit können aktuell bis zu 90 Prozent aller Knochen- und Weichteiltumore Extremitäten erhaltend operiert werden. Dank der modernen modularen Tumorprothesen ist es dem Operateur möglich, sich an die Bedürfnisse des Patienten und an die Gegebenheiten im Bereich des erkrankten Gewebes optimal anzupassen und somit neben einem Teilgelenk oder Teilkonchenersatz auch den Ersatz ganzer Knochen durch sogenannte Megaprothesen (z.B. Oberschenkelknochen) vorzunehmen.

Nach der erfolgreichen Operation ist es dem Patienten in der Regel direkt möglich, die betroffene Extremität voll zu belasten und eine Reha-Maßnahme anzutreten.

Alles aus einer Hand - das interdisziplinäre Team des Endoprothetikzentrums stellt sich vor

Prof. Dr. Konstantinos Anagnostakos

Leiter des Endoprothetikzentrums (max)
Senior-Operateur

 

Dr. Elmar Schwarz

Zentrumskoordinator
Seniorhauptoperateur

Dr. Benjamin Mauer

Hauptoperateur

Portrait: Prof. Dr. Elmar Spüntrup, Chefarzt der Klinik für Radiologie im Klinikum Saarbrücken

Prof. Dr. Elmar Spüntrup

Chefarzt des Instituts für Radiologie 

Portrait: Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin PD Dr. Konrad Schwarzkopf im Klinikum Saarbrücken

PD Dr. Konrad Schwarzkopf

Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin

Prof. Dr. Daniel Grandt

Chefarzt der Inneren Medizin I

PD Dr. Florian Custodis

Chefarzt der Inneren Medizin II

Portait: Dr. Rosemarie Weimann, Chefärztin des Institus für Pathologie

Dr. Rosemarie Weimann

Chefärztin des Instituts für Pathologie

Sabine Schwiedland

Physiotherapeutin

Hagen Kern

Pflegedirektor

Dr. Sabine Kaufmann

Leiterin Zentrale Sterilgutversorgung (ZSVA)

Nadine Leis

Leiterin Qualitäts- und Projektmanagement

Portrait: Franziska Vogel, Mitarbeiterin im Qualitätsmanagement im Klinikum Saarbrücken

Franziska Vogel

Mitarbeiterin Qualitäts- und Projektmanagement

Partner - gemeinsam knüpfen wir ein Netz.

Kontaktinformationen

Chefarzt des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie
Bereich Orthopädie

Chefarzt Prof. Dr. Konstantinos Anagnostakos

Winterberg 1
66119 Saarbrücken

Chefarztsekretariat 

Sabine Dörr
Telefon 0681 963 2896
Fax 0681 963 2515

Gerne sind wir für Sie da!
Montag, Donnerstag und Freitag nach Vereinbarung

Bei Fragen können Sie auch gern per E-Mail an eschwarzthou-shalt-not-spamklinikum-saarbruecken.de direkt Kontakt mit unseren Experten aufnehmen.