Was ist ein Zentralvenenverschluss?

Die Netzhaut des Auges hat eine Hauptarterie und eine Hauptvene. Wenn die Netzhauthauptvene verstopft ist, spricht man von einem Zentralvenenverschluss. Ist hingegen die Zentralarterie verschlossen, spricht man von einem Zentralarterienverschluss.

Ein Zentralvenenverschluss entsteht, wenn ein Blutgerinnsel den Blutfluss durch die Hauptvene der Netzhaut blockiert. Wenn die Vene verstopft ist, tritt Blut und Flüssigkeit in die Netzhaut aus. Die Makula (Stelle des schärfsten Sehens) kann von dieser Flüssigkeit anschwellen und Ihr zentrales Sehen beeinträchtigen. Schließlich können ohne Blutzirkulation Nervenzellen im Auge absterben und Sie können noch mehr Sehkraft verlieren.

Was sind Symptome eines Zentralvenenverschlusses?

Das häufigste Symptom ist ein Sehverlust oder verschwommenes Sehen auf einem Auge oder auf einem Teil davon. Es kann plötzlich auftreten oder sich über mehrere Stunden oder Tage verschlimmern. Manchmal kann die gesamte Sehkraft plötzlich verloren gehen.

Sie können sogenannte Floater bemerken. Dies sind dunkle Flecken, Linien oder Schnörkel in Ihrem Sehvermögen. Dies sind Schatten von winzigen Blutklumpen, die aus den Netzhautgefäßen in den Glaskörper austreten.

In einigen schwereren Fällen können Sie im betroffenen Auge Schmerzen und Druck verspüren.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Ein Zentralvenenverschluss tritt gewöhnlich bei Menschen auf, die 50 Jahre und älter sind.

Hoher Blutdruck, Diabetes mellitus, erhöhter Augendruck (Glaukom), Arteriosklerose und Rauchen erhöhen das Risiko für einen Zentralvenenverschluss.

Um das Risiko für einen Zentralvenenverschluss zu senken, sollten Sie sich regelmäßig bewegen, das Idealgewicht anstreben, sich fettarm ernähren und nicht rauchen.

Diagnostik

Bei der augenärztlichen Untersuchung werden Ihre Pupillen mit Augentropfen erweitert (dilatiert) und Ihre Netzhaut überprüft.

Häufig wird eine sogenannte Fluorescein-Angiographie durchgeführt. Gelber Farbstoff (Fluorescein genannt) wird in eine Armvene injiziert. Der Farbstoff wandert durch Ihre Blutgefäße. Eine spezielle Kamera macht Fotos von Ihrer Netzhaut, während der Farbstoff durch die Gefäße wandert. Dieser Test zeigt, ob die Netzhautvene blockiert ist und wie stark das Ausmaß ist.

Meist handelt es sich um eine generalisierte Gefäßerkrankung, die mit arteriosklerotischen Risiken, vermehrten Schlaganfällen und erhöhter Sterblichkeit einhergehen kann.

Eine Blutentnahme gibt Hinweise auf mögliche Ursachen für ein Gerinnungsproblem. Bei Patienten unter 40 Jahren werden zusätzliche Spezialuntersuchungen des Blutes durchgeführt, da hier eine angeborene Gerinnungsstörung ursächlich sein kann und erstmals in Erscheinung tritt.

Ein Langzeit-EKG und eine Langzeit-Blutdruckmessung geben Hinweise auf Risikofaktoren, die im Zusammenhang mit einem Zentralvenenverschluß stehen. Mit Ultraschalluntersuchungen werden die Hals- und Kopfgefäße gründlich auf mögliche Verengungen getestet.

Eine optische Kohärenztomographie (OCT) kann anzeigen, ob bereits eine Flüssigkeitsansammlung in der Stelle des schärfsten Sehens eingetreten ist. In diesem Falle wird noch während des stationären Aufenthaltes eine abschwellende Substanz (anti-VEGF) in den Augapfel gebracht.

Therapie

Das Hauptziel der Behandlung ist es, Ihre Sehkraft stabil zu halten. In einigen Fällen kann aber auch eine signifikante Sehstärkenverbesserung erzielt werden. Dies geschieht in der Regel durch die Abdichtung von undichten Blutgefäßen in der Netzhaut. Dadurch wird eine weitere Schwellung der Makula verhindert.

Dies kann durch die bereits erwähnten medikamentösen Injektionen in das Auge, den so genannten "Anti-VEGF-Injektionen", behandeln werden. Das Medikament kann dazu beitragen, die Schwellung der Makula zu reduzieren. Manchmal können Steroidmedikamente in das Auge gespritzt werden, um die Schwellung zu behandeln.

Wenn der Verschluss sehr schwerwiegend ist, muss gelegentlich eine Laseroperation durchgeführt werden. Dies wird panretinale Photokoagulation genannt. Ein Laser wird eingesetzt, um winzige Verbrennungen an Bereichen der Netzhautunterlage vorzunehmen. Dadurch wird das Risiko von weiteren Blutungen und Augendruckanstiegen verhindert.

Während des stationären Aufenthaltes werden in der Regel durchblutungsfördernde Infusionen gegeben. In manchen Fällen wird auch ein Aderlass durchgeführt. Durch spezielle Augentropfen wird der Augendruck ferner niedrig gehalten, damit sich die Gesamtdurchblutung der Netznaut verbessert.

Nach der Behandlung dauert es in der Regel einige Monate, bis Sie eine Verbesserung Ihrer Sehkraft feststellen. Die meisten Menschen sehen zwar eine gewisse Verbesserung ihrer Sehkraft, aber bei einigen Menschen wird es keine Verbesserung geben. Ziel ist dann die Stabilisierung Ihres Sehvermögens.

Die Augenklinik des Klinikums Saarbrücken hat sich auf die Behandlung von Durchblutungsstörungen des Auges spezialisiert. Zu diesem Zweck haben wir ein Ophthalmovaskuläres Zentrum gegründet, um Sie optimal behandeln zu können.

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