Operation einer Netzhaut- und Glaskörpererkrankung durch Vitrektomie

Was ist Vitrektomie?

Die Vitrektomie ist ein Verfahren zur Behandlung von Netzhaut- und Glaskörpererkrankungen, bei der durch eine Operation der Glaskörper aus dem Auge entfernt wird. Der Glaskörper besteht größtenteils aus einer gelartigen Flüssigkeit und füllt die hintere Kammer des Augapfels aus. Er spielt bei der embryonalen Entwicklung eine Rolle, ist jedoch später nicht zum Erhalt der Form des Augapfels notwendig. Diese wird durch den Augendruck aufrecht erhalten.

Bei manchen Augenerkrankungen sind Veränderungen des Glaskörpers sogar ursächlich beteiligt und eine Vitrektomie kann eine Besserung oder sogar eine Heilung bewirken. In anderen Fällen ist es erforderlich, den Glaskörper zu entfernen, um direkt an der Netzhaut operieren zu können.

Die Augenklinik des Klinikums Saarbrücken blickt auf eine Erfahrung von von vielen tausenden Vitrektomien durch vier sehr erfahrene und vollausgebildete Ophthalmochirurgen zurück. Anders als in anderen sehr großen Zentren erfolgt die Operation nur durch Oberärzte und nicht zur routinemäßigen Ausbildung junger Operateure.

Wann wird eine Vitrektomie durchgeführt?

Eine Vitrektomie kann zur Entfernung von Glaskörpertrübungen oder Fremdkörpern notwendig sein. Diese können sich zum Beispiel infolge von Blutungen,  Entzündungen oder Verletzungen im Glaskörperraum darstellen und das Sehvermögen stark beeinträchtigen.

Die Vitrektomie kann auch bei der diabetischen Retinopathie, einer Erkrankung der Netzhautgefäße im Rahmen eines Diabetes mellitus, erforderlich sein. So kann z.B. eine  immer wiederkehrende oder dauerhaften Glaskörperblutungen in Kombination mit einer Laserkoagulation der Netzhaut das Sehvermögen dauerhaft verbessert bzw. stabilisiert werden.

Treten Löcher oder Risse in der Netzhaut auf, kann es zum Durchtritt von Flüssigkeit aus dem Glaskörperraum hinter die Netzhaut gelangen. Dadurch kann sich die Netzhaut von dem darunterliegenden Gewebe abheben. Man spricht auch von einer Netzhautablösung. Dies stellt eine Notfallsituation dar, unbehandelt kann das Auge erblinden. Durch eine Vitrektomie wird die abgehobene Netzhaut wieder angelegt. Meist ist nach der Operation eine spezielle Lagerung für einige Tage erforderlich.

Bei einigen Erkrankungen der Makula (der Bereich der Netzhautmitte mit der Stelle des schärfsten Sehens) ist die Vitrektomie das Mittel der Wahl. So können Membrane, die zu einer Fältelung der Netzhautmitte geführt haben, durch diese Operation wieder entfernt werden. In einigen Fällen kann die Vitrektomie auch mit einer Operation des grauen Stars kombiniert werden.

Auch ein Loch in der Netzhautmitte, ein sogenanntes Makulaforamen, kann durch eine Vitrektomie wieder verschlossen werden. Hierzu wird der Glaskörperraum am Ende der Operation mit einer Gasblase aufgefüllt. Für einige Tage ist dann die Bauchlage des Patienten erforderlich.

Wie wird eine Vitrektomie durchgeführt?

Bei der Vitrektomie werden drei kleine Mikro-Trokare (Zugangs-Röhrchen, ähnlich wie bei einer laparoskopischen Operation),  ohne Risiko für das Auge etwa 3‑4 mm vom Rand der Hornhaut entfernt im Bereich der Lederhaut eingesetzt. In eines der Trokare wird eine Infusion eingeführt, die während der Operation den Druck des Auges aufrecht erhält. Durch die anderen Zugänge werden Operationsinstrumente und die Lichtquelle in das Auge eingeführt.

Die Vitrektomie erfolgt komplett unter dem Operationsmikroskop. Durch spezielle Lupensysteme ist es dem Operateur möglich, in hoher Vergrößerung alle Operationsschritte genauestens und schonend zu kontrollieren.

Je nach Art und Schwere der Operation wird der Glaskörperraum am Ende der Operation mit einer Elektrolytlösung, einer Gasblase oder Silikon gefüllt. Die Operation kann in Vollnarkose, in einem von einem Anästhesisten begleiteten Dämmerungsschlaf oder in örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

Bitte scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Wir werden Ihnen gerne und umfassend Auskunft geben.

 

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