Ptosis (Herabhängendes Oberlid)

Worum handelt es sich bei einer Ptosis?

Eine Ptosis liegt vor, wenn das Oberlid über dem Auge herabhängt. Das Augenlid kann nur ein wenig herunterhängen oder so weit, dass es die Pupille (der schwarze Punkt in der Mitte des Auges, der Licht hereinlässt) bedeckt. Die Ptosis kann das normale Sehen einschränken oder sogar vollständig blockieren.

Kinder als auch Erwachsene können Ptosis haben. Glücklicherweise kann diese Erkrankung behandelt werden, um sowohl die Sehkraft als auch das Aussehen zu verbessern.

Ptosis bei Kindern

Kinder, die mit Ptosis geboren werden, haben eine so genannte angeborene Ptosis. Dies kann durch Probleme mit dem Muskel, der das Augenlid anhebt (der so genannte Levatormuskel), verursacht werden.

Das offensichtlichste Zeichen einer Ptosis ist ein hängendes Augenlid. Ein weiteres Anzeichen ist, wenn die Oberlidfalten nicht gleichmäßig zueinander ausgerichtet sind. Ein Kind mit Ptosis kann den Kopf nach hinten kippen, das Kinn anheben oder die Augenbrauen hochziehen, um besser sehen zu können. Mit der Zeit können diese Bewegungen Kopf- und Nackenprobleme verursachen.

Manchmal kann ein Kind, das mit Ptosis geboren wurde, auch andere Augenprobleme haben. Dazu können Augenbewegungsprobleme, Augenmuskelerkrankungen, Tumore (auf dem Augenlid oder anderswo) und andere Probleme gehören.

Bei einem Kind mit Ptosis besteht ein Risiko für Sehprobleme. Wenn das Augenlid des Kindes so weit herunterhängt, dass es die Sicht blockiert, kann sich eine Amblyopie (auch "schwachsichtiges Auge" genannt) entwickeln. Ein Auge sieht dann besser als das andere. Ein Kind mit Ptosis kann auch einen Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) haben; dabei sieht es verschwommene Bilder.

Ptosis bei Erwachsenen

Erwachsene bekommen in den meisten Fällen eine Ptosis (Involutionsptosis genannt), wenn der sogenannte Levatormuskel (Lidheber) erschlafft.  Dies kann durch Alterung oder eine Augenverletzung verursacht werden. Manchmal tritt die Ptosis auch als Nebenwirkung nach bestimmten Augenoperationen auf. In seltenen Fällen können Krankheiten oder Tumore den Lidmuskel befallen und eine Ptosis verursachen.

Ziel ist es, die Ursache der Ptosis herausfinden, um eine Behandlung zu empfehlen. Es wird eine vollständige Augenuntersuchung und möglicherweise auch Bluttests und eine bildgebende Untersuchungen durchgeführt. Wahrscheinlich wird eine Operation empfohlen, damit der Lidmuskel besser arbeiten kann.

Ptosis-Behandlung für Kinder

Die folgenden Faktoren beeinflussen die Entscheidung, wie die Ptosis bei Kindern am besten zu behandeln ist:

  • Alter des Kindes
  • Ob ein oder beide Augenlider betroffen sind
  • Höhe der Augenlider
  • Stärke des Lidmuskels
  • Bewegungen des Auges


In den meisten Fällen ist eine Operation zur Behandlung der Ptosis bei Kindern angezeigt. Dabei wird entweder der Lidheber (Levatormuskel) gestrafft oder das Augenlid an anderen Muskeln bzw. Fazien befestigt, die das Anheben des Augenlids unterstützen können. Das Ziel ist die Verbesserung der Sehkraft.

Wenn das Kind auch eine Schwachsichtigkeit hat, muss auch dieser Zustand mitbehandelt werden. Die Schwachsichtigkeit kann durch das Tragen einer Augenklappe oder einer speziellen Brille oder durch die Verwendung bestimmter Augentropfen behandelt werden, um das schwächere Auge zu stärken.

Alle Kinder mit Ptosis - ob sie operiert werden oder nicht - müssen regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen zum Augenarzt oder in unsere Sehschule gehen. 

Ptosis-Chirurgie bei Erwachsenen

Eine örtliche Betäubung wird verwendet, um Ihr Auge und den Bereich um das Auge herum zu betäuben. Bei Bedarf wird ein Anästhesist dabei eine Analgosedierung (Dämmerschlaf) durchführen, damit Sie keine Unanehmlichkeiten spüren.

Manchmal wird nur eine kleine Anpassung des Lidhebemuskels vorgenommen. Bei einer schwereren Ptosis muss der Levatormuskel möglicherweise verkürzt und wieder am Augenlid befestigt werden. Wir führen die sogenannte Levatorfaltung durch, bei der der Muskel durch Nähte gefaltet wird und somit nicht durchtrennt werden muss.

Informieren Sie Ihren Augenarzt vor einer Lidoperation unbedingt über alle Medikamente, die Sie einnehmen. Dazu gehören alle verschreibungspflichtigen und rezeptfreien Medikamente, Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel. Für Ihren Augenarzt ist es wichtig zu wissen, ob Sie Aspirin (oder aspirinhaltige Medikamente) oder Blutverdünner einnehmen oder ob Sie ein Blutungsproblem haben.

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