Fortsetzung kieferorthopädische Chirurgie

In aller Regel erfolgt eine Vorbehandlung mittels eines festsitzenden kieferorthopädischen Gerätes (Multibandapparatur, Brackets). Diese kieferorthopädische Vorbehandlung hat das Ziel, die einzelnen Zähne auf dem Zahnbogen in korrekter Stellung einzustellen, wobei zunächst keine Korrektur der Kieferfehlstellung selbst erfolgt. Diese Korrektur wird nach Abschluss der kieferorthopädischen Vorbehandlung chirurgisch mit Hilfe so genannter kieferorthopädischer Operationen vorgenommen.

Je nachdem, welcher Kiefer von der Fehlstellung betroffen ist, wird im Oberkiefer, im Unterkiefer oder gleichzeitig in beiden Kiefern operiert. Hierbei kommen seit vielen Jahren bewährte Standardtechniken zum Einsatz. Alle dieser Operationen können über Schnitte in der Mundhöhle durchgeführt werden, so dass später keine äußerlich sichtbaren Narben entstehen.

Die Standardoperation im Oberkiefer ist die so genannte Le Fort I-Osteotomie, bei der der Oberkiefer durch einen horizontalen Knochenschnitt abgelöst und danach in seiner Stellung korrigiert werden kann. In der Regel wird im Oberkiefer eine Vorverlagerung vorgenommen. Mit Hilfe von kleinen, unter der Schleimhaut gelegenen Metallplatten (Osteosyntheseplatten) wird der Kiefer wieder stabilisiert.

Die Standardoperation im Unterkiefer ist die so genannte sagittale Spaltung, nach der ein Kiefer entweder nach vorne oder auch nach hinten verlagert werden kann. Die Stabilisierung erfolgt mit Hilfe von Schrauben. In einigen Fällen ist es notwendig, die beiden Verfahren miteinander zu kombinieren, so dass unter Umständen in einer Operation sowohl der Oberkiefer nach vorne als auch der Unterkiefer nach hinten verlagert werden müssen. Mit Hilfe dieser Operationsverfahren können gut vorhersagbare und stabile Ergebnisse erreicht werden.

Die Nachbetreuung erfolgt in der Regel wieder durch die behandelnden Kieferorthopäden. Die Durchführung solcher Operationen erfordert eine sehr sorgfältige Planung, so dass vor dem eigentlichen Eingriff mehrere ambulante Beratungs- und Vorbereitungstermine notwendig sind. Der eigentliche stationäre Aufenthalt für solche Operationen beträgt ca. 3 bis 5 Tage.