Institut für Strahlentherapie

Die Strahlenbehandlung ist neben der Operation und der Chemotherapie eines der wichtigsten Standbeine in der Krebsbehandlung. Immerhin 50 Prozent der onkologischen Patienten werden durch eine Strahlentherapie geheilt. Bei  der perkutanen Strahlentherapie werden hochenergetische Röntgenstrahlen oder bei  oberflächlichen Prozessen Elektronenstrahlen zur Therapie von Tumorerkrankungen eingesetzt. Durch die Hemmung oder sogar Unterbindung der Zellteilung wird das Tumorgewebe zerstört.
Das Institut für Strahlentherapie verfügt über einen Linearbeschleuniger der modernen Generation. Es besteht die Möglichkeit, alle Strahlentherapieverfahren anzuwenden mit Ausnahme der Ganzkörperbestrahlung. Wir behandeln vorwiegend Patienten mit Krebserkrankungen, aber auch solche, die unter sogenannten gutartigen Erkrankungen leiden, wie z.B. degenerative Gelenkveränderungen. Zusätzlich zur alleinigen Behandlung von Tumorerkrankungen durch Strahlentherapie besteht in Kooperation mit weiteren Fachabteilungen die Möglichkeit zur simultanen Radio-/Chemotherapie. Auch in Fällen der nicht erreichbaren Heilung kann die Strahlentherapie viel zur Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität bei Tumorpatienten beitragen wie zum Beispiel  Linderung von Schmerzen, Luftnot oder  Schluckbeschwerden.
Wir kooperieren eng mit  allen Tumorzentren des Klinikums Saarbrücken und sind Kooperationspartner des Lungenzentrums Saar (SHG Völklingen) und des Darmzentrums Püttlingen (Knappschaftskrankenhaus). Hierbei nehmen wir an internen und externen Tumorkonferenzen teil.
Die Behandlung ist - je nach Voraussetzung - stationär oder ambulant möglich. Das individuelle Vorgehen wird interdisziplinär für jeden einzelnen Patienten geprüft. Hierbei steht ein enger persönlicher Kontakt zum Patienten und zum zuweisenden Kollegen an oberster Stelle. Im Rahmen des aufklärenden Erstgespräches und während der gesamten Behandlung ist der Strahlentherapeut für den Patienten und dessen Angehörige ein  ständiger Ansprechpartner. Im Bedarfsfall  werden palliative Maßnahmen und Wundversorgung in Absprache mit dem behandelnden Hausarzt organisiert.

 

Leistungsspektrum

  • Strahlentherapie von Tumorerkrankungen mit Photonen und schnellen Elektronen (z.B. Hauttumore)
  • Kombinierte Radio-/Chemotherapie im Rahmen der jeweiligen Kooperationen
  • Bestrahlung von Hirntumoren und Hirnmetastasen mit Hippocampus-Schonung
  • Palliative Strahlenbehandlungen
  • Strahlentherapie gutartiger Erkrankung (z.B. degenerativ/entzündliche Gelenkerkrankungen, wuchernde Bindegewebserkrankungen, Prophylaxe von Weichteilverkalkung vor Hüftoperation, Bestrahlung der endokrinen Orbitopathie bei Morbus Basedow)
  • Strukturierte Nachsorge
  • Virtuelle Simulation zur Bestrahlungsplanung    
  • Konformale dreidimensional geplante Strahlentherapie
  • IMRT (intensitätsmodulierte Radiotherapie)    
  • Integrierte Boost-Techniken
  • IGRT (bildgeführte Strahlentherapie mit Röntgen-/CT-Bildgebung am Bestrahlungsgerät zur Lagerungskontrolle   und –korrektur)    
  • Rapid arc (VMAT, volumenmodulierte  Rotationsbestrahlung als Weiterentwicklung zur IMRT)

Unter Zuhilfenahme eines Computertomogramms ( CT ) werden Querschnittsbilder der zu bestrahlenden Körperregionen angefertigt. Hierbei werden am CT sowohl der Tumor als Zielregion wie auch die umgebenden gesunden Organe (Risikoorgane) erfasst. Anhand der CT-Daten kann der Arzt die Zielregion am Computer einzeichnen, die Risikoorgane festlegen und somit die Bestrahlungsregion genau anpassen.  Dies erfolgt  z.B. bei der konformalen dreidimensionalen Bestrahlungstechnik.
Bei der virtuellen Simulation erfolgt die Bestrahlungsplanung ausschließlich über CT-Daten. Die in ausreichender Menge erstellten Querschnittsbilder können über das Computersystem in dreidimensional rekonstruierte Bilder umgewandelt werden. Es werden im CT Mittel- und Eckpunkte der Einzelfelder eingestellt und auf der Haut markiert. Hierzu ist das Computertomogramm mit einem Laserkoordinatensystem ausgerüstet. Bei der eigentlichen Bestrahlung werden die Lagerung des Patienten und die Feldparameter aus der Simulation mit Hilfe von Lichtvisieren und Lasermarkierungen millimetergenau reproduziert. Zur Überprüfung der Lagerung wird eine Röntgenaufnahme oder ein Computertomogramm am Bestrahlungsgerät angefertigt und die erzeugten Aufnahmen werden mit den Aufnahmen aus der Simulation verglichen (Verifikation). Bei der virtuellen Simulation ist die in der Vergangenheit durchgeführte Bestrahlungsplanung mit einem Therapiesimulator nicht mehr erforderlich.

 

Die 3D-konformale Bestrahlungstechnik ist weiterhin ein Standardverfahren in der externen Strahlentherapie. Dabei wird die zu behandelnde Körperregion (Zielvolumen) in den Überschneidungsbereich der Achsen mehrerer Strahlen platziert. Die Strahlen wirken aus unterschiedlichen Richtungen auf den Zielbereich ein und treffen sich im Schnittpunkt (Isozentrum).
Durch individuelle Ausblendungen der jeweiligen Strahlenfelder, entweder durch geformte Bleiblenden oder Einfahren von kleinen Blenden (Multileafkollimator, MLC) wird der Strahl der Zielkontur angepasst. Um unterschiedliche Gewebedicken auszugleichen, können sogenannte Keilfilter zusätzlich in das Bestrahlungsfeld eingebracht werden.

 

Das ist ein neueres Verfahren in der Bestrahlungstechnik. Hierbei wird nicht nur die Feldbegrenzung, sondern auch die Strahlendosis innerhalb der Feldfläche verändert (moduliert). Bei den modernen Linearbeschleunigern geschieht dies durch eine zeitgesteuerte Verschiebung der beweglichen Multileafblenden während der Bestrahlung. Die IMRT ermöglicht, kompliziert geformte, selbst konkav begrenzte Zielregionen zu behandeln. Sie ist gut geeignet zur Bestrahlung von Tumoren in unmittelbarer Nachbarschaft von sensiblen Risikoorganen (z.B. Kopf- und Halstumore in der Nachbarschaft des Rückenmarks). Nachteil der IMRT ist der hohe Zeitaufwand und die notwendige Anwendung von vielen Bestrahlungsfeldern. 

Die Technik dient der Optimierung der Lagerung des Patienten und der Anpassung der Bestrahlung an mögliche Veränderungen und Verschiebungen der Zielregion. Durch die Ausstattung der modernen Beschleuniger mit Röntgenröhren zur Bilderzeugung (Röntgenbild oder Computertomographiedatensatz) ist eine sofortige Korrektur vor der täglichen Bestrahlung bei Abweichungen der Positionierung und Veränderung der Zielregion durch Lage- oder Füllungsvariationen möglich. Dies dient der Erhöhung der Bestrahlungspräzision. Es können Veränderungen in der Zielregion unter Therapie, wie z.B. Gewichtsverlust, Tumorschrumpfung, Öffnung von Minderbelüftungen in der Lunge, früh erkannt werden und in die Kalkulation der beabsichtigten Strahlendosis miteinbezogen werden.

Hierbei handelt es sich um die konsequente Weiterentwicklung der IMRT-Technik. Im Gegensatz zur IMRT, wo viele Einzelfelder nacheinander bestrahlt werden, um den intensitätsmodulierenden Effekt zu erreichen, wird bei der Rapid-Arc-Technik eine sogenannte Bogen- oder Rotationsbestrahlung durchgeführt. Hierbei wird die Zielregion unter kontinuierlicher Rotation des Bestrahlungsgerätes bestrahlt. Die im Zielgebiet verabreichte Dosis pro Bestrahlungssitzung kann den Notwendigkeiten optimal angepasst werden und so das umliegende gesunde Gewebe sehr gut geschont. Es besteht die Möglichkeit, innerhalb der Zielregion Teilabschnitte zu definieren, die gewollt mit höherer Dosis bestrahlt werden (simultan integrierter Boost).
Dieser während der Drehbewegung erreichte volumetrische Modulationseffekt wird durch die wahlweise Änderung der Form des Bestrahlungsfeldes (bewegliche MLC), die während der Drehbewegung änderbare Leistung des Beschleunigers und die Rotationsgeschwindigkeit des Bestrahlungsgerätes erzielt. Im Regelfall sind eine oder zwei Bogenbestrahlungen oder auch Teilbögen erforderlich. Die Bogenbestrahlung ist auch mit der herkömmlichen Stehfeldtechnik kombinierbar. Die grundsätzlich bei IMRT-Techniken notwendige lange Behandlungszeit wird durch die Rotationsbestrahlung erheblich verkürzt bei gleichem Effekt, sodass die Patienten wesentlich kürzer bei der einzelnen Bestrahlung im Bestrahlungsgerät liegen müssen. Dies ist zum Vorteil vor allem bei Patienten mit Kopf-, Halstumoren, die mit einer  starren Maske fixiert werden müssen.

Ablauf einer Rotationsbestrahlung
hier zwei Filme für Interessierte ( engl. Version )

https://www.youtube.com/watch?v=3s756awIl8o

und

https://www.youtube.com/watch?v=uhKA9RBDwAs

           

                                        
Copyright© 2017, Varian Medical Systems, Inc. All rights reserved.

Sie können mit uns über eine Kommunikationsplattform Gesundheitsdaten in digitaler Form austauschen.
Hierzu müssen Sie sich im HDS-Portal registrieren.  
Kliniken und Niedergelassene finden uns über die Community-Suche:  
Allgemeinchirurgie Klinikum Saarbrücken Code: PgKU
Registrierte Patienten können uns ebenfalls über das Portal Bilder schicken an:
Strahlentherapie-HDS@klinikum-saabruecken.de
•    Portalseite für Anmeldung
•    Was ist Health-Data-Space?
 

 

Kontaktinformationen

Kontakt

Institut für Strahlentherapie
Ärztlicher Leiter Joachim Weis

Winterberg 1
66119 Saarbrücken

Tel. 0681 / 963-2824
Fax 0681 / 963-2846
Kontaktformular


Sprechzeiten

Die Ambulanz ist Montag bis Freitag, jeweils von 8:00 bis 15:30 Uhr, besetzt.

Terminvereinbarungen unter folgenden Rufnummern:

Kassenambulanz  Tel. 0681 / 963-2837

Privatambulanz    Tel. 0681 / 963-2824
 


Ihre Ansprechpartner

Nicole Theobald

Chefarztsekretärin

Dr. Sara Amela-Neuschwander

Oberärztin
Fachärztin für Strahlentherapie

Annette Busch-Kessler

Leitende Medizinisch-Technische Radiologie-Assistentin

Bildkommunikation

Sie können mit uns über eine Kommunikationsplattform Gesundheitsdaten in digitaler Form austauschen.
Hierzu müssen Sie sich im HDS-Portal registrieren

Kliniken und Niedergelassene finden uns über die Community-Suche: 
Strahlentherapie Klinikum Saarbrücken Code: PgKU

Registrierte Patienten können uns ebenfalls über das Portal Bilder schicken an:
strahlentherapie-hdsthou-shalt-not-spamklinikum-saarbruecken.de

Klinikum Saarbrücken gGmbH | Winterberg 1 | 66119 Saarbrücken | Telefon: 0681 / 963-0 | Telefax: 0681 / 963-2600 | Copyright 2018