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Prof. Dr. Stephan Flüchter wird 65

Der Urologe übergibt seine Klinik zum 1.1.2010 an Dr. Stephan Meessen

Er ist ein Weihnachtskind: Prof. Dr. Stephan Flüchter (links auf dem Foto), Chefarzt der Urologie, wird am 26. Dezember 2009 65 Jahre alt. Das heißt für den engagierten Mediziner Ruhestand zum 31. Dezember. Damit geht für das Klinikum Saarbrücken ach fast 20 Jahren eine Ära zu Ende. Der gebürtige Westfale hat aus der Urologischen Belegabteilung der damaligen Winterbergkliniken – immer offen für Neues - eine anerkannte urologische Hauptfachabteilung im Saarland gemacht. Heute werden an der Urologischen Klinik des Klinikums Saarbrücken, dem Krankenhaus der Maximalversorgung, alle urologischen Eingriffe mit Ausnahme der Nierentransplantation durchgeführt.
Die Zeichen einer modernen Urologie früh erkennend, hat er bereits vor zehn Jahren systematisch begonnen, moderne, minimal invasive, laparoskopische, sogenannte „Schlüsselloch“-Operationstechniken an seiner Klinik zu etablieren. So werden heute fast 80 Prozent aller großen Operationen an Prostata, Niere, Blase und Bauchraum bei gutartigen und bösartigen Erkrankungen gewebeschonend mit kosmetisch günstigen Ergebnissen (beinahe narbenfrei) durchgeführt. „Die von uns heute laparoskopisch durchgeführten Schlüssellochoperationen sind, was Operationserfolg oder Operationspräzision betrifft, in jeder Weise mit den heute von der Industrie massiv beworbenen Roboterchirurgietechniken vergleichbar“, so Prof. Flüchter. „Nur, die am hiesigen Klinikum propagierte Operationstechnik ist wirtschaftlicher - und da technikunabhängig, weniger defektanfällig, weniger wartungs- und somit weniger kostenintensiv“, betont der Chefarzt.
Mit Gründung des Prostatazentrums gehört die Klinik für Saarländer zu den ersten Adressen, wenn es um die Prostata geht. “Wir haben Kompetenzen gebündelt - zum Wohle des Patienten“, betont Prof. Dr. Flüchter nicht ohne Stolz. Hier arbeiten Spezialisten eng zusammen, um für den Patienten mit Prostatakrebs die beste und schonendste Krebstherapie zu finden. Entscheidet der Patient sich für eine radikale operative Prostataentfernung, so kommen heute hier fast ausschließlich schonende „Schlüssellochoperationen“ zur Anwendung.
Dem Patienten mit gutartiger Prostatavergrößerung wird eine maßgeschneiderte medikamentöse oder operative Behandlung (Laser, Wärme, TURP) angeboten. Als erste Klinik im Saarland wurde hier der Greenlight-Laser mit Erfolg eingesetzt.
Wie viel tausend Eingriffe der Urologe seit 1972 durchgeführt hat, vermag er nicht zu sagen. Damals begann er als Medizinalassistent an der Chirurgischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum. Weitere Stationen waren Fulda und Tübingen.
Dabei kam Prof. Flüchter eher zufällig zur Medizin und zur Urologie. Eingeweihte wissen, dass er zunächst eigentlich Straßen- und Brückenbau an der Technischen Hochschule Aachen studieren wollte. Aber: „Kurz vor dem Studium hatte ich einen Nierenstein. Die Kolik und der Urologe, der den Stein entfernt hatte, haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Da beschloss ich, die Sache mit den Steinen und der Urologie künftig selbst in die Hand zu nehmen.“ Im Ruhestand hat er jetzt Zeit für für seine Familie und seine Hobbys, dem Segeln, Angeln (Fliegenfischen) und dem Beschäftigen mit alten Dampflokomotiven.
Prof. Dr. Flüchter hinterlässt seinem Nachfolger, Dr. Stephan Meessen (rechts auf dem Foto), eine technisch moderne, wohl bestellte Klinik. Als letzte Anschaffung wurde jüngst ein hochmodernes Diagnoseverfahren etabliert, das kleinste und schwierig zu erkennende flache Tumoren der Harnblase erkennen kann. Es handelt sich um einen 3,2 mm dünnen flexiblen Untersuchungsschlauch, der schmerzlos über die Harnröhre in die Blase eingeführt wird. Mit einer integrierten Miniaturkamera und Lichtquelle an der Spitze des Systems ist der Operateur in der Lage, fluoreszierende Lichtunterschiede, die typisch für bösartige Tumoren sind, im Ultraviolettbereich (für das menschliche Auge unsichtbar) zuverlässig im Frühstadium zu erkennen und der Behandlung zuzuführen. Da der Eingriff minimal invasiv ohne Narkose schonend durchgeführt wird, eignet er sich insbesondere zum ambulanten Untersuchungs-Check.



Klinikum Saarbrücken, Winterberg 1, 66119 Saarbrücken, Telefon 0681 / 963 – 0

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