Alzheimer und Kunst: „Wie aus Wolken Spiegeleier werden“
Malteser zeigen Ausstellung mit Werken von Carolus Horn Wie Alzheimer den Blick auf die Welt verändert und damit das Schaffen eines Künstlers, zeigt der Malteser Hilfsdienst e.V. Saarbrücken mit der Ausstellung „Wie aus Wolken Spiegeleier werden“. Am 2. November, 17.30 Uhr, wird die Wanderausstellung mit Bildern des berühmten Werbegrafikers Carolus Horn im Casino des Klinikums Saarbrücken eröffnet. Sie sind bis zum 10. November im Klinikum Saarbrücken zu sehen.
Carolus Horn (1921 – 1992) war einer der bekanntesten Designer im Nachkriegsdeutschland. Er gestaltete unvergessene Werbekampagnen des deutschen Wirtschaftswunders: für Esso („Es gibt viel zu tun. Packen wir’s an“), die Deutsche Bundesbahn („Alle reden vom Wetter. Wir nicht.“) und Opel („Nur Fliegen ist schöner.“). Mit 60 Jahren erkrankte er an Alzheimer. Die Ausstellung „Wie aus Wolken Spiegeleier werden“ dokumentiert, wie sich die Krankheit in seine Werke einschlich, Farb- und Formsprache über sieben Jahre veränderte und schließlich zum Zerfall der Gestaltungskraft führte.
„Eine Million Menschen leiden in Deutschland an Demenz. Alzheimer ist die häufigste Art der Erkrankung, bei der Nervenzellen im Gehirn zerstört werden“, weiß Uwe Christmann von den Maltesern in Saarbrücken. Und: Die Zahl der Erkrankten soll sich bis 2050 verdoppeln. „Das Thema Demenz ist für viele immer noch tabu“, erklärt Christmann. „Mit der Ausstellung und dem anderen Zugang, nämlich über die Kunst, möchten wir auf die Krankheit aufmerksam machen und dazu beitragen, dass offen darüber gesprochen wird.“ Zudem stellen die Malteser Möglichkeiten vor, Kranke und pflegende Angehörige zu unterstützen und zu entlasten. Die Schirmherrschaft für das Projekt hat die Oberbürgermeisterin der Stadt Saarbrücken, Charlotte Binz, übernommen.
Die Ausstellung wird am Montag, 2. November, um 17.30 Uhr im Klinikum Saarbrücken, (Casino, Winterberg 1, 66119 Saarbrücken) mit einer Vernissage eröffnet. Dort ist sie bis Dienstag, 10. November, zu sehen. Danach wandern die Werke nach Homburg, wo sie von Mittwoch, 11., bis Freitag, 20. November, im Universitätsklinikum der Universität Saarland (Aula des Neurozentrum, Gebäude 90, Kirrberger Straße, 66421 Homburg/Saar) gezeigt werden.
Den Abschluss bildet die Finissage am Montag, 23. November, um 17.30 Uhr mit einem Fachdialog zum Thema Demenz sowie einem Fachvortrag zu den Bildern in der Arbeitskammer des Saarlandes (Fritz-Dobisch-Straße 6 – 8, 66111 Saarbrücken). Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
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