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Was ist zu tun beim Nachweis eines Prostatakarzinomes?

 

- Therapiemöglichkeiten des Frühkarzinoms -

Bei Männern mit Prostatakarzinom, die aufgrund ihres Alters oder ihrer Begleiterkrankungen eine Lebenserwartung von max. 10 Jahren haben, raten wir von der Radikaloperation oder der Strahlentherapie ab. Wir empfehlen zunächst auch keine Hormontherapie, sondern das Abwarten - die sog.

'Wait and See' - Strategie.

Erst beim Fortschreiten der Erkrankung mit Befunden (z.B. Knochenmetastasen) beginnen wir mit der Hormontherapie (siehe unten).

 

Im Frühstadium (Karzinom auf das Organ Prostata beschränkt, eine Absiedlung von Töchtergeschwulsten liegt nicht vor) ist eine Heilung möglich durch eine

Radikale operative Prostataentfernung (Prostatektomie)

mit Samenblasen und Samenleitern.

 

Je nach Risiko sind folgende Operationstechniken möglich:

Beim Niedrigrisiko (low risk) Karzinom (Stadium T1c-T2a, Gleason ≤ 6, PSA <10 ng/ml):

  • Perineale radikale Prostatovesikulektomie (minimal invasiv, Dammschnitt).
  • Eine Entfernung der Lymphknoten kann laparoskopisch (Schlüssellochtechnik) im Rahmen des Eingriffes gleichzeitig oder zweizeitig erfolgen. Bei Patienten mit einem niedrigen Risiko kann aber auf eine Lymphknotenentfernung nach heutigem Stand der Wissenschaft verzichtet werden.

Beim Hochrisiko (high risk) Karzinom (Stadium T2b-T3, Gleason >6, PSA >10ng/m)l:

  • Laparoskopische / endoskopische extraperitoneale radikale Prostata-entfernung durch das 'Schlüsselloch'.
  • Retropubische radikale Prostataentfernung (konventionell, über Bauch-Schnitt)
  • Beim Hochrisikopatienten erfolgt immer vor der radikalen Prostataentfernung in gleicher Narkose die Entfernung der die Prostata versorgenden Lymphknoten (erweiterte Lymphadenektomie).

Bei allen Operationsverfahren der radikalen Prostatakarzinomentfernung bietet das Prostatazentrum , falls gewünscht und falls aufgrund der Karzinomklassifikation möglich, die nervschonende und potenzerhaltende Operation an.

 

Strahlentherapie: externe Tumorkonformal- Bestrahlung am Linearbeschleuniger

  • Brachytherapie (Seeds) bei geringem Risiko (low risk) Karzinom
    (Stadium T1c-T2a; Gleason ≤ 6; PSA < 10ng/ml; Volumen < 40 Gramm)
  • Kombinationsbestrahlung: Afterloading und externe Tumorkonformal-
    Bestrahlung am Linearbeschleuniger
    bei  Hochrisiko (high risk) Karzinom (Stadium T2b-T2c (T3)), Gleason >6, PSA >10ng/m)l

Die Strahlentherapie mit der Zielsetzung der Heilung ist anzuraten, wenn das Karzinomwachstum das Organ Prostata nicht überschritten hat. Ansonsten ist die flankierende Hormontherapie angeraten. Wegen der signifikant größeren Rezidivrate der Strahlentherapie nach einer Beobachtungszeit von mehr als 10 Jahren ist im Alter bis 65 Jahren die radikale operative Prostataentfernung die Therapie der Wahl.



Therapiemöglichkeiten des metastasierenden Karzinoms

a) Konventionelle Hormontherapie:

  • Androgenentzugstherapie (medikamentöse Kastration)
    LH-RH- Releasing Hormon (z.B. Trenantone, Zoladex u.a.)
  • Kastration (chirurgische Entfernung des Hodeninhaltes)
    subkapsuläre Orchiektomie
  • Unkonventionelle Hormontherapie und Antiandrogene:
    Antiandrogen-Mono-Therapie (Fugerel, Casodex)
    Kombination Antiandrogene + 5 Rezeptorblocker 
    Bicalutamid,  Flutamid.


b) Zytostatikatherapie:

  • Taxotere (75 mg/m², alle drei Wochen)
    Patienten mit hormonresistentem Prostatatakarzinom (HRPC) leben statistisch signifikant länger, wenn sie mit Taxotere statt mit dem bisherigen Standard Mitoxantrone behandelt werden. Auch bezogen auf Tumoransprechrate, PSA- Responserate, Schmerzansprechrate und Lebensqualität ergaben sich für Taxotere bessere Ergebnisse.
  • Alternativ: Taxotere 30mg/m² jede Woche
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