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Fusionsbiopsien

 

Gezielte Prostatabiopsien durch

MRT/Ultraschall-Fusion und Elastographie

 

Die Fusion, also Überlagerung mehrerer bildgebender Verfahren, ist eine neuartige und bei enger Indikationsstellung eine erfolgsversprechende Methode zum Aufspüren des Prostata-Karzinoms. Dazu werden zuvor gewonnene Bilddaten aus einer multiparametrischen MRT-Untersuchung in unser Ultraschall-Fusionssystem eingelesen. Die vom Radiologen als auffällig beschriebenen Areale werden digital markiert und mittels Fusion auf den während der Probeentnahme durchgeführten Ultraschall übertragen. Dieses Verfahren ermöglicht eine hochpräzise Biopsie der vorbeschriebenen MRT-Areale.

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Bild links: Ultraschallsystem von GE-Healthcare

 

Die Verwertung auswärtiger MRT-Aufnahmen zur Durchführung einer MRT/Ultraschall-Fusion ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich, denn wesentlich für die genaue Differenzierung der Läsionen ist ein multiparametrisches MRT.

Eine genaue Abstimmung der Bildgebung seitens der Radiologie und der Urologie ist essentiell für ein optimales Ergebnis. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Kollegen der Radiologie wurde ein gemeinsamer Standard etabliert, sodass die Durchführung des multiparametrischen MRT in der hiesigen Radiologie zu empfehlen wäre.

 

 

 

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Links: das suspekte Areal im MRT, die Punktion des Befundes unter MRT/Sono-Fusion

Rechts: suspektes Areal in der Elastographie

 

Elastographie-gesteuerte Prostatabiopsie

Die Entdeckungsrate einer kombinierten systematischen/gezielten Biopsie mit Elastographie ist um ca. 10% höher als die alleinige systematische Biopsie. Durch Darstellung verhärteter Areale im Prostatagewebe können tumorverdächtige Areale dargestellt werden. In Verbindung mit einer MRT/Ultraschall-Fusion können durch gezielte Biopsien aus jeder suspekten Läsion die Ursache der Gewebeverhärtung abgeklärt werden.

 

Multiparametrisches MRT

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein Untersuchungsverfahren, mit dem Bilder ohne Strahlenbelastung aus dem Körperinneren gewonnen werden können. Dank eines seit April 2016 neu im Klinikum Saarbrücken zum Einsatz kommenden 3-Tesla-MRT kann unter anderem auf die bei älteren Systemen erforderliche Endorektalspule verzichtet werden – ein echter Komfortgewinn für die Patienten. Die multiparametrische MRT der Prostata hat sich vor allem auf europäischer Ebene als wertvolles Instrument zur Früherkennung des Prostatakarzinoms in Ergänzung zur Biopsie etabliert.

Die multiparametrische MRT der Prostata integriert neben hochaufgelösten anatomischen Aufnahmen der Prostata in allen drei Raumebenen funktionelle Informationen unter anderem über Zelldichte, Gefäßversorgung und Gefäßwanddurchlässigkeit in die Auswertung. Die Untersuchungstechnik und die Befundungskriterien wurden standardisiert und analog der Mammographie im sogenannten PIRADS-System zusammengefasst.

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Bild oben: Suspekte Läsion in den verschiedenen Darstellungsmodalitäten des MRT

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 Bild unten: Das MRT-System von Philips

 

Termine zur multiparametrischen MRT - Untersuchung der Prostata und - falls gewünscht - auch zur  Prostatafusionsbiopsie können Sie  mit dem Sekretariat der Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie vereinbaren:

Telefon: 0681/963-2568

Mail: Urologie_Sekretariat(at)klinikum-saarbruecken.de

 

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