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Welche Untersuchungen werden im Klinikum Saarbrücken durchgeführt?

 

Es werden diagnostische Angiographien und Interventionen in allen Abschnitten des Körpers, also von Kopf bis Fuß, durchgeführt.

 

1)    Angiographie der Bauchschlagader – wann wird untersucht und behandelt?

Bei Aneurysma:

Liegt eine Aussackung der Aorta (Bauchschlagader) vor, spricht der Mediziner von einem Aneurysma. Dieses kann verkalken oder Blutgerinnsel enthalten. Die sogenannten Thromben können in kleinere Gefäße gelangen und zu Verschlüssen führen. Eine weitere Komplikation ist die Ruptur des Aneurysmas (Platzen) mit der Gefahr eines lebensbedrohlichen Blutverlustes. Um eine solche Komplikation zu verhindern, wird angiographisch die Gefäßregion dargestellt und die Länge und Breite der Aussackung vermessen. Diese Untersuchung dient der Planung einer Operation, wobei das betroffene Gefäß durch eine Prothese ersetzt wird. Eventuell ist angiographisch das Einsetzen eines gecoverten (ummantelten) Stents (Aortenstentcraft) möglich. Welches Verfahren eingesetzt werden kann, wird interdisziplinär im Gefäßzentrum des Klinikum Saarbrücken besprochen.

Bei Gefäßverengungen der Aorta (Aortenstenose):

Wie in den Becken-Bein-Arterien kann es auch in der Aorta zu Gefäßverengungen kommen, die mittels einer Dilatation (Aufdehnen) mit Einlage eines Stents behandelt werden können.

 

2)    Arteriographie der Becken-Bein-Arterien

Ein typischer Einsatz der Angiographie ist die Arterienverengung (Stenosen) z.B. bei Arteriosklerose. Folgende Symptome sprechen für eine Arterienverengung: 

  • Schmerzen beim Gehen, so genannte 'Schaufensterkrankheit', der Patient kann nur eine bestimmte Wegstrecke zurücklegen, danach treten Schmerzen, meist in den Waden, manchmal auch im Oberschenkel oder Gesäß auf. Nach einer Ruhepause vergehen die Schmerzen. Bei besonderen Anstrengungen, wie Treppengehen oder Bergangehen treten die Schmerzen meist früher auf. 

  • Bei ausgeprägten Verengungen oder Gefäßverschlüssen bestehen Ruheschmerzen. 

  • Auch eine schlecht heilende Wunde am Fuß kann auf eine Arterienverengung hinweisen.

Ggf. kann auch in der gleichen Sitzung eine Behandlung (PTA, Stent) durchgeführt werden, siehe  „Behandlungsmethoden und Interventionen".

Bei Gefäßmalformationen erlaubt die Angiographie die genaue Darstellung der zu- und abführenden Gefässe und somit die Therapieplanung

 

3)    Angiographie der Nierenarterien

Bei Verengungen:

Symptome: So genannte 'renale Hypertonie'. Diese Bluthochdruckform entsteht durch Verengungen der Nierenarterien. In den meisten Fällen kann dieser Bluthochdruck nur sehr schwer mit Medikamenten eingestellt werden. Um Folgeschäden (Gefäßverkalkungen, Schädigungen der Beingefäße, Hirnblutungen etc.) zu vermeiden, muss rasch gehandelt werden.

Eine Behandlung ist mittels PTA und Stent-PTA möglich.

Bei unklaren kleinen tumorverdächtigen Nierenherden kann eine Angiographie durchgeführt und anhand des Kontrastmittelverhaltens eine Aussage gemacht werden, ob der Tumor gut- oder bösartig ist.

 

4)    Angiographie der gehirnversorgenden Arterien und vom Rückenmark

Bei Verengung der Halsschlagadern (Stenose der Arteria carotis):

Abgelaufene Gehirnschläge oder deren Vorläufer, sogenannte 'transitorische ischämische Attacken', können vorübergehende Lähmungen, Sprachstörungen oder vorübergehendes Erblinden verursachen. Um weitere Ereignisse dieser Art zu vermeiden, muss rasch für die ausreichende Durchblutung des Gehirns bzw. für eine Beseitigung der Stenose gesorgt werden. Die Beseitigung der Verengung ist unter bestimmten Voraussetzungen in gleicher Sitzung möglich.

Eine weitere Möglichkeit der Behandlung ist die operative Versorgung durch die Kollegen der Gefäßchirurgie. Ggf. kann eine Angiographie zur optimalen Operationsplanung dienen.

Bei Gehirnblutungen:

Eine Gehirnblutung kann unterschiedliche Ursachen haben, zum Beispiel ein Aneurysma oder Gefäßmissbildungen. Um zu differenzieren, aus welchem Grund eine Hirnblutung aufgetreten ist, wird eine Angiographie der vier gehirnversorgenden Gefäße durchgeführt.

Anhand dieser Untersuchung kann dann eine gezielte Behandlung geplant werden. Hier kommen neben der operativen Therapie durch die Neurochirurgie auch die interventionellen neuroradiologischen Verfahren mit sog. Coiling und Embolisieren in Betracht (siehe spezielle Behandlungsmethoden im Kopf-Halsbereich)

Bei spinalen Blutungen und Gefäßmissbildungen

Im Bereich der Wirbelsäule und des Rückenmarks können Gefässmissbildungen zu einer Druckschädigung des Rückenmarks oder zu Blutungen führen. Oft können diese feinsten Gefässveränderungen nur mit einer speziellen Angiographie der kleinsten Rückenmarksgefässe dargestellt werden.

Bei Kopf-, Hals- und Wirbelsäulentumoren

Die Charakterisierung von Tumoren mit Bestimmung des Durchblutungsgrades, der genauen Gefässversorgung und der Gefässarchitektur können für eine Operationsplanung entscheidend sein. Hierbei kann auch die Möglichkeit einer praeoperativen angiographischen Embolisation zur Reduktion des Blutungsrisikos bei einer OP evaluiert werden. Oft ist dieses in der gleichen Sitzung möglich.

 

5)    Angiographie der Darmgefäße

Bei Darmblutungen:

Symptome einer Darmblutung sind Blut im Stuhl oder blutiges Erbrechen. Die Angiographie kann bei Austreten einer bestimmten Blutmenge pro Minute die Leckage im Darmgefäß darstellen und eventuell verschließen.

Zur Lokalisation von Gefäßverengungen:

Symptome einer Darmarterienverengung sind krampfartige Bauchschmerzen, die insbesondere nach Mahlzeiten auftreten (Angina abdominalis). Eine Behandlung ist in gleicher Sitzung möglich.

 

6)    Angiographie der Lungengefäße

Bei blutenden Tumoren:

Zum Beispiel bei Brochialcarcinomen kann durch das Tumorwachstum eine Arrosion eines Gefäßes durch Einwachsen des Tumors entstehen. Symptom dieser Gefäßverletzung ist das Aushusten von Blut. In der Angiographie erfolgt die Darstellung der Blutungsquelle und der eventuelle Verschluss des zuführenden Gefäßes. Auch bei verschiedenen entzündlichen Veränderungen (z.B. nach Tuberkulose-Tbc) kann eine Lungenblutung auftreten, welche auch interventionell behandelt werden kann.

Bei Kurzschlussverbindungen zwischen Lungenarterien und Lungenvenen

AV-Fisteln (= arteriovenöse Fisteln) sind meist anlagebedingt und können sehr groß werden. Dadurch fließt eine große Blutmenge an dem funktionellen Lungengewebe vorbei und kann daher nicht mit Sauerstoff angereichert werden. Dies führt zu einer Minderversorgung des Körpers mit Sauerstoff und zu einer Volumenbelastung des Herzens. Ein Verschluss dieser Fisteln kann angiographisch erfolgen.

 

7)    Angiographie von Dialyseshunts

Darstellung von Verengungen eines Dialyseshunts:

Dialyseshunts sind operativ angelegte arteriovenöse Kurzschlussverbindungen, die bei Patienten mit fehlender Nierenfunktion angelegt werden. Sie werden verwendet, um schnell eine große Menge Blut durch die 'künstliche Niere' reinigen zu können. Diese Shunts können nach einer gewissen Zeit Verengungen zeigen. Die Angiographie kann diese Verengungen darstellen. In gleicher Sitzung kann oft die Engstelle beseitigt werden. Heute ist auch die Beseitigung von Einengungen der grossen zentralen Venen mit Kathetertechiken möglich. Die Eingriffe erfolgen in enger Kooperation mit dem Dialysearzt und den Kollegen der Gefäßchirurgie.

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