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Was ist vor einer Angiographie zu beachten? - Voraussetzungen

 

 

1. Kontrastmittelverträglichkeit: Das Kontrastmittel ist jodhaltig und kann zu einer allergischen Reaktion führen. Sollten schon früher einmal Kontrastmittelunverträglichkeiten bei Ihnen aufgetreten sein, sind eine sorgfältige Abwägung des Risikos und eventuell eine medikamentöse Vorbereitung erforderlich.

2. Vorerkrankungen und Medikamente: Bestimmte Medikamente, welche zur Behandlung des Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) eingesetzt werden und den Wirkstoff 'Metformin' enthalten, sollten abgesetzt werden. Eventuell muss in dieser Zeit ein Ersatzpräparat verabreicht werden. Wenn Sie eine Schilddrüsenfunktionsstörung haben oder Schilddrüsenmedikamente nehmen, teilen Sie dieses bitte mit. Eine Schilddrüsenüberfuktion bedarf ggf. einer speziellen medikamentösen Vorbereitung und einer strengen Risiko-Nutzenabwägung. Auch eine Nierenfunktionseinschränkung muss mitgeteilt werden, denn die Kontrastmittelgabe kann bei vorgeschädigter Niere die Funktion weiter einschränken.

3. Blutverdünnende Medikamente: Bei bestehender Antikoagulation (Marcumar etc.) sollte dieses vorab abgesetzt werden, damit kein erhöhtes Blutungsrisiko durch die Gefässpunktion und Behandlung entsteht. Gegebenenfalls kann die Zeit in Abhängigkeit von der Vorerkrankung und der Gerinnungsparameter mit Heparin überbrückt werden. Wichtig ist die Information, ob Sie die sogenannten neuen oralen Antikoagulanzien (Pradaxa®, Xarelto® und Eliquis®) einnehmen, da diese zu einer Blutverdünnung führen, was nicht an Hand von Laborparametern detektiert werden kann. Auch diese müssen ggf. abgesetzt werden. ASS100 hingegen kann in der Regel weiter eingenommen werden.

4. Aufklärungsgespräch mit Ärztin/Arzt: Ist die Untersuchung geplant, das heißt nicht notfallmäßig notwendig, erfolgt mindestens am Tag vor der Untersuchung eine Aufklärung durch einen erfahrenen Arzt, in der Regel der Radiologe, der die Untersuchung durchführt. Im Notfall bzw. bei dringlicher Indikation erfolgt die Aufklärung, sofern möglich, vor der Untersuchung.

5. Laborwerte nötig: Ein aktuelles Labor wird vor jeder Untersuchung benötigt, hierzu gehören die Bestimmung des 'Kreatinin' (zur Beurteilung der Nierenfunktion), der Gerinnung (Quick.-Wert, INR, PTT sowie Anzahl der Thrombozyten (Blutplättchen)) wegen des Blutungsrisikos, und des Blutbildes, um zu sehen, ob eine Anämie (Blutarmut) oder Entzündungskonstellation vorliegt. Auch die Elektrolyte (Natrium, Kalium, Calcium) sollten mit bestimmt werden.

6. Weitere Untersuchungen: Nach Abwägung der Risiken und Nebenwirkungen ist zur Beurteilung vieler Gefäße, jedoch ohne die Möglichkeit einer Behandlung, auch die Darstellung mittels einer Kernspintomographie (MR-Angiographie) oder Computertomographie (CT-Angiographie) möglich. (Patienten mit Herzschrittmacher können nicht mittels Kernspintomographie untersucht werden.)

Siehe hierzu auch Funktionsbereich MRT (Kernspintomographie) und Computertomographie (CT).

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