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Brustuntersuchungen

 


Das Institut für Radiologie des Klinikums Saarbrücken führt auch die bildgebende Diagnostik von Brustkrebserkrankungen durch. Hier finden Sie fachliche Hinweise über unsere Verfahren, Technik, Ablauf und vieles mehr.


1. Allgemeines zur Brustuntersuchung

Das Wort 'Mammographie' setzt sich aus den beiden Worten 'Mamma' (lateinischer Ausdruck für 'Brust') und 'graphein' (griechischer Ausdruck für 'darstellen') zusammen.
Gemeint ist eine Röntgenuntersuchung, die mit einem speziellen Röntgengerät durchgeführt wird.
Die Brust besteht aus 12-18 Drüsenlappen (Lobi), die eine fächerförmig auf die Brustwarze zulaufende Anordnung aufweisen. Ihre Milchgänge münden in der Brustwarze (Mamille).
In Abhängigkeit vom Lebensalter verändert sich die Struktur der Brust. Mit zunehmendem Alter wird das Drüsengewebe durch Fettgewebe verdrängt. Daher ändert sich das Röntgenbild in der Mammographie.

 

2. Technik und Ablauf der Untersuchung

Das Mammographiegerät arbeitet mit besonders weicher Röntgenstrahlung, mit welcher der Drüsenkörper dargestellt wird.
Nur so ist es möglich, Unterschiede in der Brust (Drüsengewebe, knotige Veränderungen, Verkalkungen etc.) darzustellen. Die Strahlung wird überwiegend von der Brust absorbiert (aufgenommen), sodass kaum etwas in die übrigen Körperregionen gelangt. Um eine gute Bildqualität zu erzielen, wird die Brust auf eine Röntgenvorrichtung gelegt und mit einer Kompressionsplatte vorsichtig zusammengepresst. Während der Kompression verständigt sich die MTRA (Röntgenassistentin) mit der Patientin, um den Druck auf die Brust individuell anpassen zu können und nicht zu stark werden zu lassen. Allerdings ist eine gewisse Kompression zur Verminderung der Strahlenbelastung und insbesondere zur guten Qualität der Aufnahme notwendig. Im Allgemeinen werden von jeder Brust zwei Aufnahmen angefertigt. Bei besonderen Fragestellungen oder nicht eindeutigen Veränderungen sind gelegentlich Zusatzaufnahmen erforderlich.Nach der Untersuchung werden die Bilder zunächst kurz von einer Radiologin oder einem Radiologen (Röntgenarzt) auf Qualität überprüft und eine Anamnese (Gespräch mit dem Patienten) durchgeführt. Danach wird ein vorläufiger Befund erhoben.
Die endgültige Befundung erfolgt in Zusammenarbeit zweier erfahrener Radiologen
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3. Strahlenbelastung

Die mittlere Dosis im Brustgewebe beträgt ca. 0,2 - 0,3 mSv. Die Dosis auf die übrigen Körperregionen ist vernachlässigbar klein.
Da der Mensch in unseren Breitengraden einer natürlichen Strahlenbelastung von durchschnittlich 2,1 mSv pro Jahr ausgesetzt ist, entspricht die Strahlenbelastung bei einer Mammographie etwa einem Zehntel der natürlichen Ganzkörperstrahlenbelastung.
Unser Motto lautet: 'So viel wie nötig und so wenig wie möglich.'
Da zwar ein Risiko von jeder Strahlenbelastung ausgeht, jedoch das Risiko, eine Brustkrebserkrankung zu bekommen und ohne Mammographie zu spät zu erkennen, deutlich höher liegt, ist eine solche Untersuchung, im Regelfall alle zwei Jahre ab dem fünfzigsten Lebensjahr, angezeigt.
Bei Risikopatientinnen oder Patientinnen mit Veränderungen in der Brust ist eine Mammographie zu einem früheren Zeitpunkt und eventuell in kürzeren Abständen notwendig.


4. Was leistet die Mammographie?

In vielen Fällen können selbst nicht-tastbare Knoten durch die Mammographie entdeckt werden. Da eine Metastasierung der Lymphknoten (Ausbildung von Tochtergeschwulsten und Streuung der Krebszellen) in den meisten Fällen mit zunehmender Größe eines Tumors einhergeht, ist eine Früherkennung sehr wichtig. Zusätzlich werden zuverlässig kleinste Verkalkungen, die ebenfalls auf eine Krebserkrankung hindeuten, wie mit keiner anderen Methode erkannt.
Je früher eine Brustkrebserkrankung erkannt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, brusterhaltend operieren zu können.Die Mammographie dient auch zur Kontrolle nach Behandlung eines Brustkrebsleidens. Sowohl die brusterhaltend operierte Seite als auch die Gegenseite werden so überwacht.
 

 

5. Wie wird eine verdächtige Veränderung weiter abgeklärt?

Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung: 

1. Sonographie (Ultraschall)

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Im Ultraschall kann sehr gut zwischen unterschiedlich festen und einer flüssigkeitsgefüllten Struktur unterschieden werden, was in der Mammographie nicht immer möglich ist. Diese beiden Untersuchungen ergänzen sich und finden häufig zusammen Anwendung.
Mit der Sonographie ist auch eine zuverlässige Erkennung von vergrößerten Lymphknoten in den Achselhöhlen möglich.
Bei Verkalkungen in der Brust ist der Ultraschall einer Mammographie unterlegen.

2. MR-Mammographie

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In der MR-Mammographie werden im Normalfall Veränderungen der Brust abgeklärt, die in der Mammographie bzw dem Ultraschall verdächtig erscheinen. Tastbare Veränderungen ohne sicheren Befund im Ultraschall und in der Mammographie werden ebenfalls mit der MR-Mammographie untersucht.
Die MR-Mammographie misst die Durchblutung der verdächtigen Strukturen und erlaubt somit Rückschlüsse auf die Art der Veränderungen.
Die MR-Mammographie sollte in der zweiten Zykluswoche ( Tag 8 bis 15 nach dem ersten Tag der Regelblutung) erfolgen.
Weitere Informationen unter Kernspintomographie.

3. Galaktographie

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Besteht eine einseitige Sekretion (Ausfluss) aus einem Milchgang, muss diese Sekretion weiter abgeklärt werden. Hierzu kann man in einen Milchausführungsgang ein Kontrastmittel spritzen und diesen danach mittels Mammographie darstellen. Dabei können krankhafte Veränderungen im Milchgang erfasst werden.

4. Stanzbiospie

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'Biopsie' meint 'Gewebeentnahme' aus einem Körperteil.
Die Entnahme erfolgt entweder unter mammographischer oder kernspintomographischer Kontrolle. 
Die Patientin liegt bei einer Gewebeentnahme aus der Brust bäuchlings auf einem speziellen Untersuchungstisch. Die Brust wird wie bei einer Mammographie komprimiert und verbleibt während der gesamten Untersuchung in dieser Stellung.
Zunächst wird eine Lokalisationsaufnahme der zu entfernenden Struktur angefertigt. Nach Desinfektion und örtlicher Betäubung wird mit einer Zielvorrichtung der Befund punktiert und Gewebe entnommen.
Nach der Untersuchung erhält die Patientin einen Druckverband, der 24 Stunden verbleiben muss, damit es nicht zu einer Blutung aus dem Stichkanal kommt.
Das entnommene Gewebe wird in unserem pathologischen Institut untersucht. Das Ergebnis liegt meistens nach zwei Arbeitstagen vor.
Das weitere Vorgehen richtet sich nach dem Untersuchungsbefund.

 

5. Offene Biopsie nach Markierung

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Bei Veränderungen, die mittels Stanzbiopsie nicht entfernt werden können, muss eine sogenannte offene Biopsie (operative Entnahme von Gewebe) erfolgen. Um die verdächtige Struktur genau zu finden, wird die Veränderung entweder mammographisch, sonographisch oder kernspintomographisch mit einem dünnen Draht oder einem speziellen Faden markiert. 
Dies ermöglicht dem Operateur eine sichere Entfernung des verdächtigen Befundes.


6. Team und Kontakt

Tel.: 0681 / 963-2845 oder 2579

Verantwortliche Ärzte:
Dr. med Marcel Ludovici, Oberarzt
Dr. med Barbara Franz, Fachärztin

Drucker
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