> Klinikum > Fachabteilungen > Neurochirurgie > Hypophysentumore

Hypophysentumore

 

Die Hypophyse ist eine kleine Drüse, die in der Sella (Türkensattel) der Schädelbasis gelegen ist.
Sie besteht aus einem Hinter- und einem Vorderlappen. Hier werden verschiedene Hormone (Prolaktin, STH, ACTH,TSH, LH und FSH) gebildet, welche wiederum die Produktion von verschiedenen Hormonen im Körper steuern. Die in der Hypophyse produzierten Hormone  werden wiederum durch übergeordnete Hormone des Hypothalamus reguliert. Zwischen diesen Ebenen besteht jeweils ein Rückkoppelungsmechanismus. Hypophysenadenome sind Tumoren, die von den hormonproduzierenden Zellen des Hypophysenvorderlappens (vorderer Teil der Hirnanhangsdrüse) ausgehen.
Sie machen ca. zehn Prozent aller Gehirntumoren aus und sind gutartig.
Man unterscheidet hormonaktive von hormoninaktiven Tumoren (Adenome), die ca. 70 Prozent aller Tumore darstellen. Eine weitere Einteilung erfolgt nach der Größe. Man unterscheidet Mikroadenome (Durchmesser bis 10 mm) und Makroadenome.


Anatomische Beziehungen:

Oberhalb der Hypophyse verlaufen die Sehnerven (Nn. optici) und die Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum). Beidseits neben der Hypophyse liegen die sog. Sinus cavernosi (Blutleiter), in denen wiederum die drei Hirnnerven, die die Augenbeweglichkeit ermöglichen sowie die A. carotis interna verlaufen. Die untere Begrenzung der Hypophyse stellt die Keilbeinhöhle dar.

Somit können Tumoren, die nach oben (suprasellär) wachsen, die Sehschärfe und das Gesichtsfeld beeinflussen. Tumoren, die in die Sinus cavernosi (Blutleiter) seitlich eindringen (paraselläres Wachstum), können zu Doppelbildern und einer Ptosis (das Augenlid kann nicht mehr gehoben werden) führen. Selten ist ein Schlaganfall die Folge. Das Wachstum innerhalb der Sella führt bei hormoninaktiven Tumoren zum Abfall der Hypophysenhormone, bei hormonaktiven Tumoren zu einem Exzess der jeweils vermehrt gebildetetn Hypophysenhormone.

 

Diagnostik:

- Endokrinologische Abklärung der Hormonachsen
-  Augenärztliche Untersuchung der Sehschärfe und des Gesichtsfelds
- Kernspintomografie der Sellaregion ohne und mit Kontrastmittel
- fakultativ eine Gefäßdarstellung

  

Therapie:

Unter den verschiedenen hormonproduzierenden Tumoren gibt es das Prolaktinom, welches medikamentös mit einem sogenannten Dopaminagonisten, behandelt werden kann. Bei allen anderen Tumoren ist die Operation die erste Behandlungsmethode. Bisweilen wird diese durch eine radiochirurgische Maßnahme ergänzt oder auch diese als einzige Maßnahme durchgeführt. Die Operation kann in über 90 Prozent auf transnasal/transsphenoidalem Wege erfolgen, bei weniger als zehn Prozent der Patienten muss der Tumor von oben über die Öffnung der Schädeldecke erfolgen. Bei wenigen Patienten muss ein kombinierter Eingriff durchgeführt werden.

 

Nachbetreuung:

Diese sollte regelmäßig erfolgen. Hierzu sind die Kontrolluntersuchungen der Hormone, die augenärztliche Untersuchung sowie die Kernspintomografie der Sellaregion notwendig. Hormone, die nicht mehr oder nicht ausreichend produziert werden, müssen von den Patienten regelmäßig eingenommen werden. Auch hier sind regelmäßige Kontrollen notwendig, um gegebenenfalls die Dosis anzupassen. Bei der Betreuung der Patienten ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Endokrinologen und Neurochirurgen notwendig.

Drucker
Klinikum Saarbrücken gGmbH | Winterberg 1 | 66119 Saarbrücken | Telefon: 0681 / 963-0 | Telefax: 0681 / 963-2600
Copyright 2015 | Impressum