> Klinikum > Fachabteilungen > Neurochirurgie > Der lumbale Bandscheibenvorfall

Der lumbale Bandscheibenvorfall

 

Die wohl häufigste degenerative Wirbelsäulenerkrankung ist der Bandscheibenvorfall. Die Bandscheibe als Stoßdämpfer ist in unserer heutigen Zeit, trotz maschineller Entlastungen, bei häufig einseitigen Beanspruchungen der Wirbelsäule immer noch einer hohen Belastung ausgesetzt. Im Verlauf kommt es bei der zwiebelschaligen Struktur der Bandscheibe zum Flüssigkeitsverlust, zu Einrissen und zum Austritt von Bandscheibengewebe in die Umgebung. Dies führt häufig zu Rückenschmerzen. Sollte das ausgetretene Gewebe allerdings nach hinten in Richtung Wirbelkanal gehen, kommt es zur Kompression der dort verlaufenden Nerven. In der Lendenwirbelsäule sind am häufigsten die unteren drei Bandscheiben betroffen.


Die Behandlungsmöglichkeiten:
Je nach betroffener Bandscheibe kommt es zu einer typischen Ausstrahlung der Schmerzen in die Beine, bei stärkerer Kompression zu Taubheitsgefühlen und Lähmungserscheinungen einzelner Muskeln, wie für die Fußsenkung, Fußhebung oder Kniestreckung.
Bei reinen Schmerzsyndromen steht an erster Stelle eine konservative Behandlung mittels Schmerztherapie und Krankengymnastik. Eine operative Behandlung ist erst dann zu erwägen, wenn eine konsequente konservative Therapie im Verlauf von mehr als zwei Monaten zu keinem befriedigendem Ergebnis führt, bei massiven, nicht zu beherrschenden Schmerzen auch früher.

Falls bereits  Lähmungen bestehen, ist eine Operation vordringlich zu betrachten. Da durch langandauernden Druck (Kompression) auf die motorischen Nervenfasern mit der Zeit eine Wiedererlangung der ursprünglichen Funktion nach der Operation immer fraglicher wird.

Eine absolute Operationsindikation stellt die Kompression der Blasen-Mastdarmfasern dar. Bei unwillkürlichem Harn- und Stuhlabgang sowie Taubheitsgefühlen im Gesäß und Schambereich sollte die Operation innerhalb von Stunden erfolgen.


Die Operation:
Die operative Behandlung erfolgt in Vollnarkose und wird über einen zwei bis drei Zentimeter langen Schnitt mittig über der Lendenwirbelsäule durchgeführt. Unter dem Operationsmikroskop wird dann zwischen den Wirbelbögen das gelbe Band entfernt. Hierbei hat man dann einen guten Einblick in den Wirbelkanal und kann mit kleinen Fasszangen den Bandscheibenvorfall oder ein freies Gewebestück, einen sogenannten Sequester, entfernen.
Die Operationszeit hat eine Dauer von etwa 45 Minuten. Am darauffolgenden Tag kann der Patient zum Essen und zur Toilette wieder aufstehen. Krankengymnastische Übungen begleiten den Patienten bei der Mobilisation.

Eine Anschlussheilbehandllung wird empfohlen und auf Wunsch auch eingeleitet. Eine Entlassung aus der stationären Behandlung ist ab dem vierten Tag nach der Operation möglich.
Gern sehen wir die Patienten im Anschluss an die Rehamaßnahme zur Nachuntersuchung und einem Gespräch über den Erfolg unserer Therapie in unserer Ambulanz.

Drucker
Klinikum Saarbrücken gGmbH | Winterberg 1 | 66119 Saarbrücken | Telefon: 0681 / 963-0 | Telefax: 0681 / 963-2600
Copyright 2015 | Impressum