13.06.2017

Stabwechsel in der Neurologie

Im Klinikum Saarbrücken: PD Dr. Andreas Binder tritt Nachfolge von Prof. Dr. Karl-Heinz Grotemeyer an

 

Seit dem 1. Juni 2017 hat die neurologische Klinik einen neuen Chefarzt: Der 44jährige Privatdozent Dr. Andreas Binder (Foto) ist Nachfolger von Prof. Dr. Karl-Heinz Grotemeyer. Der gebürtige Holsteiner war zuletzt als geschäftsführender ObePD Dr Andreas Binder1.jpgrarzt der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel tätig. Mit seiner klinischen und wissenschaftlichen Expertise, u.a. den Schwerpunkten Schlaganfall- und Intensivmedizin sowie Schmerztherapie, passt er sehr gut ins Profil der Neurologischen Klinik des Klinikums: Er freut sich, die bestens aufgestellte Abteilung zu übernehmen – inklusive der gerade zum vierten Mal in Folge re-zertifizierten überregionalen Schlaganfall-Spezialstation (Stroke unit).

PD Dr. Binder hat sich schon früh der Neurologie verschrieben. So war er nach seinem Medizinstudium an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel als wissenschaftlicher Assistent an der dortigen Klinik für Neurologie tätig. Von 2009 bis 2010  sammelte er als Assistenzarzt in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und konsiliarische Neurologie im Kreiskrankenhaus Rendsburg weitere Berufserfahrungen. Seit 2011 arbeitet er als Oberarzt in der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums in Kiel, 2012 übernahm er die Leitung der Stroke Unit, der Inter Mediate Care (IMC)- und der neurologischen Intensiv-Station. Seit 2014 war er zusätzlich Leiter des koordinierenden Zentrums im Schlaganfallnetzwerk Schleswig-Holstein.

Bewusst fürs Klinikum entschieden

PD Dr. Andreas Binder hat sich ganz bewusst für den Maximalversorger  Klinikum Saarbrücken entschieden: „Ich wollte eine Klinik, die in der Schlaganfallversorgung eine hohe Expertise aufweist, auch mit der Möglichkeit der Thrombektomie."

Seit dem 1. Juni 2017 ist Dr. Andreas Binder auch Nachfolger von Prof. Grotemeyer als Regionalbeauftragter der Deutschen Schlaganfallhilfe im Saarland.

Zur offiziellen Verabschiedung von Prof. Dr. Grotemeyer und der Einführung des neuen Chefarztes begrüßte Charlotte Britz, Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Saarbrücken, den neuen Chefarzt und würdigte die Leistungen von Prof. Dr. Karl-Heinz Grotemeyer. Dieser hat mit 43 Jahren im Mai 1994 die Leitung der neurologischen Klinik von seinem Vorgänger Dr. Gerhard Mühler übernommen und 23 Jahre lang mit großer Fachlichkeit und Innovationskraft geleitet.

Das Thema Schlaganfall war Prof. Dr. Grotemeyer stets ein besonders wichtiges Anliegen - neben Parkinson,  Kopfschmerz und Migräne. So ist er seit 1995 bis heute Regionalbeauftragter der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, seit 1996 Regionalbeauftragter der Dt. Schlaganfallhilfe. 1999 übernahm er für fünf Jahre ehrenamtlich das Amt des  Ärztlichen Direktors im Klinikum Saarbrücken.

Unermüdlich neue Behandlungsmethoden eingeführt

Mit großem Engagement hat Prof Grotemeyer immer wieder neue Behandlungsmethoden eingeführt und damit die so wichtige Interdisziplinarität in der Schlaganfallversorgung vorangetrieben. 1996 eröffnete das Klinikum Saarbrücken eine der ersten Stroke Units bundesweit. Die Information der Bevölkerung war ihm dabei besonders wichtig. Er veröffentlichte einen Schlaganfallführer und informierte in unzähligen Vorträgen über den Schlaganfall. Nicht zuletzt auch mit ungewöhnlichen Mitteln. So referierte er vor der Belegschaft und vor Kunden im Globus und vor Mitarbeitern des Rathauses, informierte über die Risiken eines Schlaganfalls mit Infoständen im Kaufhof, war regelmäßig mit Vorträgen auf Messen und beteiligte sich als Referent an Männergesundheitstagen. Er entdeckte auch das Kino als Veranstaltungsort, um dort über den Schlaganfall oder das Thema „Alter ist keine Krankheit" – immer in Verbindung mit entsprechenden Filmen -  zu referieren.

Vielleicht konnte er deswegen so vielen Menschen helfen, weil er das Potential, das in der Schlaganfallbehandlung lag, voll ausschöpfte. So führte er von 1997 bis 2000 ein Pilotprojekt zur Schlaganfall-Nachbehandlung durch. Mit Hilfe neuer Kommunikationstechnik - Telefon, Video, Internet - wurde Schlaganfall-Patienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus zu Hause über eine Computerzentrale im Klinikum Saarbrücken eine 24-Stunden-Überwachung ermöglicht. Das Projekt wurde am Fraunhofer Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) in St. Ingbert entwickelt. 2002 wurde das Projekt an die Charité nach Berlin verlegt und dort weiter entwickelt.

2006 rief Prof Grotemeyer gemeinsam mit den Ersatzkassen das Projekt „Integrierte Versorgung – Schlaganfall kein Schicksal" ins Leben. In Abstimmung mit dem Hausarzt besuchen speziell geschulte Pflegekräfte – so genannte „stroke-nurses" - die ehemaligen Schlaganfall-Patienten zu Hause. Denn das Risiko, einen erneuten Schlaganfall zu bekommen, liegt in den ersten fünf Jahren zwischen 15 und 40 Prozent. Dies gilt es durch professionelle Nachsorge zu verhindern.

Zuletzt etablierte er 2013 gemeinsam mit  Prof. Dr. Elmar Spüntrup,  die Thrombektomie im Klinikum Saarbrücken, ein Verfahren bei dem das Blutgerinnsel, das den Schlaganfall verursacht, mit Hilfe von Kathetern aus den Hirngefäßen gezogen wird.

Daneben war Prof. Grotemeyer in zahlreichen Funktionen in der Ärzteschaft aktiv, u.a. wurde er 1999 als Delegierter der Krankenhausärzte in die Ärztekammer des Saarlandes gewählt, wo er seitdem kontinuierlich mitarbeitet. Später wurde er Vorsitzender des Ausschusses Krankenhaus und Telemedizin und Delegierter der Bundesärztekammer. Von 2000 bis Ende 2016 war er der Beauftragte des Klinikums Saarbrücken für das Akademische Lehrkrankenhaus.

Prof. Grotemeyer übergibt seinem Nachfolger eine sehr gut aufgestellte Abteilung.

 

Drucker
Klinikum Saarbrücken gGmbH | Winterberg 1 | 66119 Saarbrücken | Telefon: 0681 / 963-0 | Telefax: 0681 / 963-2600
Copyright 2015 | Impressum