24.11.2016

Sehen ohne Brille - was geht

Wer stark kurz- oder weitsichtig ist oder unter einer Hornhautverkrümmung leidet (so genannter Astigmatismus) und ohne Brille nichts sehen kann, weiß, wie einschränkend das Hilfsmittel Brille ist. Es gibt immer wieder Situationen, in denen die Brille anläuft, verlegt wird oder nicht getragen werden kann. Auch Kontaktlinsen können herunterfallen oder die Augen reizen und sind eben auch nur ein Hilfsmittel. Deswegen ist für viele Brillenträger die Frage nach Alternativen interessant. Und, ja, die moderne Augenheilkunde hat in den letzten 20 Jahren gute und wirksame Behandlungsverfahren entwickelt, um die Brechkraft des Auges zu verbessern und so ein Sehen ohne Brille zu ermöglichen.

Die Brechkraft des Auges und damit das gute und scharfe Sehen wird zu 75% durch die Hornhaut und zu 25% durch die Augenlinse bestimmt. Die  „refraktive Chirurgie" meint Augenoperationen, die die Brechkraft des Auges regulieren.  Diese Methoden werden in der Regel bei hochgradiger Kurz- und Weitsichtigkeit, aber auch bei starker Alterssichtigkeit angewendet. Es handelt sich dabei sowohl um laser- als auch um linsenchirurgische Verfahren. So wird beim Augenlasern ein Teil der vorderen Hornhaut abgetragen, wodurch sich die optischen Eigenschaften der Hornhaut verändern. Die moderne Medizin und die extrem exakten Geräte sind inzwischen so weit, dass man dadurch die Brechkraft so genau anpassen kann, dass man wieder perfekt sehen kann. Es gibt mehrere Methoden der Laserbehandlung, alle sind praktisch schmerzfrei. Daneben kann eine Korrektur des refraktiven Sehfehlers auch mit Hilfe von Kunstimplantaten erfolgen. Diese so genannten Intraokularlinsen sind aus Synthetikmaterial (PMMA, Acryl, Silikon oder Hydrogel) und werden – zum Beispiel im Rahmen einer Grauen Star-Operation – in den Strahlengang des Auges eingesetzt.

Bei der Abwägung, ob man sich einer Laser- oder Linsenbehandlung unterziehen möchte und welche der zur Verfügung stehenden Methoden man wählt,  sollte man sich gut informieren und mit einem Augenarzt seines Vertrauens besprechen, denn die Methoden sind hinsichtlich Risiken, Heilungsdauer, Dauerhaftigkeit und möglicher Nebenwirkungen unterschiedlich. Dabei ist auch zu bedenken, dass die Kosten für diese Maßnahmen in der Regel für den Patienten mindestens zuzahlungspflichtig, wenn nicht gar vollständig zu übernehmen sind.

Ihre Fragen zum Thema refraktive Augenchirurgie beantwortet Prof. Dr. Christian Teping, Chefarzt der Augenklinik, in der Zeit vom 24. November bis zum 8. Dezember im Internet unter www.klinikum-saarbruecken.de / Online-Forum.

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