29.04.2015

Schlaganfalltherapie: Zeit ist Hirn

 

Klinikum Saarbrücken lädt am 11. Mai zum Schlaganfalltag mit Vorträgen ins Haus der Ärzte ein

 

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall. Es gilt: Zeit ist Hirn. Denn pro Minute sterben 2 Mio. Nervenzellen. Der Verlust geht auf Kosten der späteren Lebensqualität eines Patienten und kann in schweren Fällen sogar den Tod bedeuten. Das heißt: Je schneller die Helfer reagieren und den Patienten einer kompetenten medizinischen Versorgung zuführen, umso besser kann der Schaden minimiert werden. Darauf möchte der Chefarzt der Klinik für Neurologie, Prof. Dr. Karl-Heinz Grotemeyer,  beim Schlaganfalltag des Klinikums Saarbrücken hinweisen. Zusammen mit  dem Ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes des Saarlandes, Dr. Thomas Schlechtriemen, und dem Neuroradiologen des Klinikums Saarbrücken,  Prof. Dr. Elmar Spüntrup, lädt er für Montag, den 11. Mai 2015, 18 Uhr, ins Haus der Ärzte in Saarbrücken, Faktoreistraße 4, zu einem kostenlosen Patienteninformationstag ein.

Unter dem Thema „Schlaganfalltherapie – die Chance der ersten Stunden“ geht Prof. Dr. Grotemeyer auf die Neuentwicklungen in der Schlaganfallbehandlung der vergangenen Jahre ein. Noch vor gut 20 Jahren  galten Patienten mit einem Schlaganfall als vom Schicksal getroffen. Wer dagegen heute mit einem Schlaganfall rechtzeitig auf eine sogenannte Stroke Unit kommt, eine Spezialstation für Schlaganfälle,  hat gute Chancen, die Folgen eines Schlaganfalls klein zu halten.

Ein Schlaganfall kann durch zwei verschiedene Mechanismen verursacht werden: Entweder liegt eine Hirnblutung vor (hämorrhagischer Infarkt) oder eine Minderdurchblutung durch einen Gefäßverschluss (ischämischer Infarkt).

Bei der Behandlung eines Gefäßverschlusses muss die Durchblutung des betroffenen Gehirnbereichs mit einem das Blutgerinnsel auflösenden Mittel (Lyse) so rasch wie möglich wiederhergestellt werden. Bei bestimmten Formen des ischämischen Schlaganfalls kommt  eine relativ neue Behandlungsmethode infrage, die Thrombektomie, die im Klinikum Saarbrücken bereits seit einigen Jahren  mit großem Erfolg praktiziert wird, wie der Neuroradiologe und Chefarzt Prof. Dr. Elmar Spüntrup, erläutert. Dabei führen die Ärzte einen sehr dünnen Katheter an die Stelle des Gefäßverschlusses ein und entfernen das Blutgerinnsel mit Hilfe des Katheters mechanisch. „Das ist ein Durchbruch in der Behandlung des akuten Schlaganfalls”, so Prof. Dr. Elmar Spüntrup, Chefarzt des Instituts für Radiologie. Sinn mache diese Behandlung aber nur innerhalb der ersten drei bis sechs Stunden nach einem Gefäßverschluss, weil sich das Hirngewebe nur in diesem engen Zeitfenster wieder erholen kann.

Grund genug für eine eng verzahnte Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst, der die Erstbehandlung vor Ort vornimmt, wie Dr. Thomas Schlechtriemen  erklärt.

Plakat zur Veranstaltung

 

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