18.08.2017

Die unsichtbaren Symptome beim Schlaganfall

Onlineforum mit dem Neurologen PD Dr. Andreas Binder

Jährlich erleiden rund 280 000 Menschen einen Schlaganfall – oft zum ersten Mal, häufig aber auch zum wiederholten Mal. Wenn Symptome wie Schwindel, Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühl, Sprachstörungen oder Schluckstörungen  plötzlich auftreten, zählt jede Minute. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall muss der Rettungsdienst sofort informiert werden (Notfall 112).

Unbekannter sind jedoch andere Symptome als Folge eines Schlaganfalls, die häufig genauso stark oder zum Teil auch in der Folge stärker den Lebensalltag eines Schlaganfallpatienten beeinträchtigen können. Da diese Symptome von außen, d.h. von anderen Menschen, nicht erkannt werden, bezeichnen Ärzte diese Symptome als „unsichtbar". Zu diesen Symptomen zählen zum Beispiel die Depression, Störung der Aufmerksamkeit und Konzentration, Demenz,  Epilepsie oder Schmerzen.

Epileptische Anfälle lassen sich zum Beispiel gut mit Medikamenten behandeln. Bei Störungen der Aufmerksamkeit und Konzentration kann oft ein ergotherapeutisches und neuropsychologisches Training die Defizite deutlich verbessern. 30 Prozent aller Patienten entwickeln innerhalb von fünf Jahren nach einem Schlaganfall eine sogenannte „Post-Stroke-Depression". Angehörige nehmen den Betroffenen dann als „verändert"  oder als „nicht mehr der Alte" wahr. Hier kann eine verhaltenstherapeutische oder medikamentöse Therapie wirksam sein.

Während der akuten Behandlung eines Schlaganfalls auf einer Schlaganfallstation (Stroke Unit) steht die Therapie der körperlichen Symptome im Vordergrund. Daher werden die unsichtbaren Symptome häufig nicht erkannt. Oftmals entwickeln sich diese auch erst im Verlauf der folgenden Wochen und Monate. Eine gezielte Erfragung ist daher in der Schlaganfall-Nachsorge sinnvoll.

Fragen zum Thema „Schlaganfall – die unsichtbaren Symptome" beantwortet  der Chefarzt der Klinik für Neurologie, PD Dr. Andreas Binder, in der Zeit vom 17. August bis zum 31. August 2017 unter folgendem Link: http://www.klinikum-saarbruecken.de/de/patientenundbesucher/forum/Seiten/Online%20Forum.aspx.

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