12.03.2015

Nachsorge für Frühgeborene und deren Eltern

Gute Entwicklungschancen dank ganzheitlicher
Betreuung

 

Krankenkassen fördern sozialmedizinische Nachbetreuung von Frühchen nach dem Krankenhausaufenthalt

 

Das ist bis jetzt einmalig im Saarland: Die Verbände der gesetzlichen Krankenkassen (AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)-LV Saarland, IKK Südwest, BKK Landesverband Mitte, Knappschaft und SVLFG als landwirtschaftliche Krankenkasse) haben jetzt mit dem Klinikum Saarbrücken einen Vertrag zur "sozialmedizinischen Nachsorge" geschlossen. Im Vertrag wird die Nachbetreuung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen im häuslichen Umfeld geregelt.

Seit dem 1. September widmet sich in der Kinder-Intensivstation des Klinikums Saarbrücken ein Team um den Chefarzt der Kinderklinik, Prof. Dr. Jens Möller, dieser Aufgabe. Kinderkrankenschwestern, eine Kinderärztin, ein Sozialarbeiter und eine Psychologin unterstützen die Familien beim Übergang von der Klinik nach Hause. Sie begleiten sie dabei, sich in den neuen Alltag mit einem zu früh geborenen, kranken und pflegeintensiven Kind einzufinden. Im Saarland kommt es häufiger zu Frühgeburten als in jedem anderen Bundesland. Deshalb halten es die Krankenkassen für besonders wichtig, die Nachsorge zu stärken. Auf diesem Gebiet ist dies im Grunde eine verbesserte Vorsorge, denn je besser ein Frühgeborenes oder ein krankes Neugeborenes am Anfang versorgt wird und je schneller beim Übergang in den häuslichen Bereich Rat und Hilfe zur Verfügung stehen, desto besser kann sich ein Kind entwickeln.

Die sozialmedizinische Nachsorge bietet den betroffenen Familien "Hilfe zur Selbsthilfe" auf dem Weg von der Klinik nach Hause, wie beispielsweise bei der Suche nach Hilfsmitteln, pflegerischen und medizinischen Maßnahmen für die Zeit nach der Entlassung. Die sozialmedizinische Nachsorge bietet den Eltern in Kooperation mit den Krankenkassen ein Netzwerk unter Beteiligung von Frühförderstellen, Palliativteams, niedergelassenen Kinderärzten, Ämtern und Behörden, Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen, damit sie sich nicht alleingelassen fühlen. Auch  die Stillberaterinnen des Klinikums Saarbrücken werden bei Problemen - meist schon in der Klinik - hinzugezogen.

Der Einsatz wird von der Kinder-Intensivschwester Anja Schneider organisiert - sie führt, gemeinsam mit den Ärzten und den anderen Teammitgliedern, die Gespräche mit den Eltern und klärt, welcher Hilfebedarf abgedeckt werden muss und welche Anträge zu stellen sind. Anja Schneider: "Das Nachsorgekonzept fängt schon in der Klinik an, wenn wir den Eltern Mut machen für die Zeit danach und ihnen in gezielten Gesprächen unsere Hilfe und Betreuung in der ersten Zeit zu Hause anbieten." Hier wirkt sich die Vertrauensbasis, die sich in der Zeit der Intensivbetreuung des Frühgeborenen auf der Kinder-Intensiv-Station zwischen Eltern und Pflegepersonal entwickelt hat, positiv aus. Meistens sind die Kinder Wochen, manche sogar Monate auf der Station, bevor sie nach Hause gehen können. Wird die Betreuung nach der Klinik noch eine Weile fortgesetzt, so gibt das den Eltern Sicherheit und  Rückendeckung.

Chefarzt Prof. Dr. Jens Möller weil,dass sich die sozialmedizinische Nachsorge gerade aus medizinisch-pflegerischer Sicht lohnt: Kinder können durch ein ganzheitliches Versorgungskonzept mit einer geregelten Nachsorge  früher aus der Klinik entlassen werden. Und, so Möller: "Es ist bekannt, dass sie sich im häuslichen Umfeld besser entwickeln." Auch Studien belegen, dass eine passgenaue Nachsorge von Frühgeborenen am Ende Kosten spart - auch wenn es zunächst einmal Kosten verursacht.

 

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