07.03.2013

Krankenh�user schlagen Alarm

 

In den Krankenh�usern des Regionalverbands fehlen 8,5 Millionen Euro /
Verantwortliche suchen Dialog mit Politikern

 �In den Krankenh�usern brennt�s�, leitete Dr. Susann Bre�lein, Gesch�ftsf�hrerin des Klinikums Saarbr�cken, eine Veranstaltung der Saarl�ndischen Krankenhausgesellschaft im Klinikum Saarbr�cken mit Landtags- und Bundestagsabgeordneten ein. Allein in den Krankenh�usern des Regionalverbands Saarbr�cken klaffe in diesem Jahr eine Finanzierungsl�cke von rund 8,5 Millionen Euro gegen�ber dem Vorjahr. Davon seien fast eine Million Euro von den Krankenh�usern im Regionalverband als zus�tzliche Umlage f�r das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) aufzubringen. 

Die L�cke entstehe durch die nicht beeinflussbaren Mehrkosten (Tarifsteigerungen, Steigerungen der Energiekosten, Steigerungen bei den Haftpflichtpr�mien, etc.) im Vergleich zu den politisch gebremsten Steigerungen bei den Erl�sen der Krankenh�user. Deshalb fordert die Saarl�ndische Krankenhausgesellschaft Sofortma�nahmen zur Unterst�tzung der Krankenh�user und eine langfristig faire und verl�ssliche Finanzierung der Krankenh�user. Das immer noch wirkende Sonderopfer der Krankenh�user f�r die gesetzlichen Krankenkassen m�sse schnellstens abgeschafft werden. Schlie�lich verf�ge der Gesundheitsfonds mittlerweile  �ber etwa 30 Milliarden Euro Reserven und braucht das Sonderopfer l�ngst nicht mehr.

Am Beispiel des Klinikums Saarbr�cken erkl�rte Dr. Bre�lein: Seit Jahren seien es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit steigender Arbeitsverdichtung und Personalabbau, die Kostensteigerungen im Krankenhaus bezahlen m�ssten. Und diese Arbeitsverdichtung sp�rten inzwischen leider bundesweit auch die Patientinnen und Patienten, obwohl die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer noch mit gro�em Engagement und viel Motivation ihre Arbeit verrichten.

Kosten steigen, Einnahmen sind gedeckelt

Fakt ist: In den vergangenen sechs Jahren stiegen die L�hne und Geh�lter in den deutschen Krankenh�usern um etwa 16 Prozent, die Preise f�r die saarl�ndischen Krankenh�user seien aber nur um 8,7 Prozent angehoben worden. Zus�tzlich seien u.a. die Kosten f�r Energie dramatisch gestiegen.  Allein in diesem Jahr werden  die Personalkosten um drei Prozent steigen, die Erl�se d�rften � politisch vorgegeben � nur um maximal zwei Prozent steigen.

Fast 50 Prozent der deutschen und auch der saarl�ndischen Krankenh�user schrieben rote Zahlen, sagte Alfons Vogtel, Vorsitzender der Saarl�ndischen Krankenhausgesellschaft und Gesch�ftsf�hrer der SHG-Kliniken. Damit Krankenh�user nicht schlie�en m�ssten, sei jetzt die Politik gefragt. Denn im Saarland seien die Krankenh�user entweder unter freigemeinn�tziger oder �ffentlicher Tr�gerschaft. Kommunen,  konfessionelle Verb�nde oder gar die Knappschaft k�nnten und d�rften  die Defizite nicht ausgleichen.  Auch um den Arztberuf und die Pflegeberufe attraktiv zu halten und zu gestalten, seien entsprechende politische Rahmenbedingungen notwendig. �Qualifiziertes Personal kostet Geld und braucht Verl�sslichkeit.�

Andreas Bock von der Caritas-Tr�gergesellschaft ging auf einen weiteren Aspekt ein: Viele  Krankenh�user h�tten nur noch unzureichende Mittel f�r notwendige Investitionen. �Wir leben von der Substanz, da die L�nder nur noch eine Teilfinanzierung von Investitionen �bernehmen. Der Eigenanteil der Tr�ger steigt seit Jahren�.�  Gleichzeitig werden den Kliniken immer h�here Anforderungen auferlegt. Aber: �Investitionen in Sicherheit, verbesserte Hygiene, Qualit�t und Ausbildung erfordern ausreichende finanzielle Mittel�, betonte er.

Auch der Gesch�ftsf�hrer der Saarland Kliniken kreuznacher diakonie, Joachim Krekel, best�tigte f�r das Evangelische Krankenhaus in Saarbr�cken: �Die pflegerische Patientenversorgung droht - bedingt durch die finanzielle Not - schlechter zu werden.� Die Mitarbeiter f�hlten sich �ausgepresst�, zumal auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer �lter w�rden.

Krankenstand des Personals nimmt dramatisch zu

Die seit Jahren anhaltende Unterfinanzierung f�hre in den Knappschaftskliniken unter anderem dazu, dass  Instandhaltungsma�nahmen hinausgez�gert w�rden, erkl�rte der Verwaltungsdirektor Heiko Schwarz. Bedingt durch die hohe Arbeitsbelastung der Mitarbeiter leide immer mehr die Qualit�t der Patientenversorgung.

Viel Verst�ndnis brachten die Politiker f�r die Sorgen der Krankenhausmanager des Regionalverbandes auf und sagten in ihrem jeweiligen Umfeld Unterst�tzung zu und fragten nach dem Krankenstand des Personals. Der sei in allen Krankenh�usern bei den Besch�ftigten in den vergangenen zwei Jahren auf Grund der erh�hten Arbeitsbelastung deutlich gestiegen.  Pflegedirektorin Ursula Hubertus vom Caritas-Klinikum St. Theresia Saarbr�cken erg�nzte. �Die  Mitarbeiter litten h�ufiger an schweren Erkrankungen, die auch einer l�ngeren Genesung bedurften.�

Dr. Simone Peter, MdL Gr�ne, und Thomas Lutze, MdB Die Linke interessierten sich f�r die EEG-Umlage, die die Krankenh�user bezahlen m�ssten. Schlie�lich gebe es Unternehmen, die davon befreit w�ren.  Volker Schmidt, MdL SPD, brachte es abschlie�end auf den Punkt: �Die Gesellschaft muss sich die Frage stellen, was ihnen die Gesundheit wert ist und das m�ssen wir bezahlen.�  

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