25.01.2012 

Institut für Pathologie unter neuer Leitung 

 

Chefärztin
Dr. Rosemarie Weimann

 

Chefärztin Dr. Rosemarie Weimann kommt aus der Schweiz

Sie ist die Neue in der Riege der Chefärzte des Klinikums Saarbrücken: Dr. Rosemarie Weimann (47) leitet seit dem 1. Januar 2012 das Institut für Pathologie am Klinikum Saarbrücken. Als Pathologin arbeitet sie zwar im Hintergrund, aber ihre Diagnose über krankhafte Veränderungen von Gewebeproben und Zellen auf krankhafte Veränderungen ist oft entscheidend für die weitere Therapie und stellt zum Beispiel die Basis für eine differenzierte moderne und auch sogenannte  „targeted“ Tumortherapie dar. Im Institut für Pathologie des Klinikums Saarbrücken  wird Gewebe aus nahezu allen Organen untersucht, wie z.B. Brustgewebe, Darmpolypen oder Magenbiopsien oder auch Zellabstriche. Mit modernsten molekularbiologischen Methoden wird heute versucht, zwischen harmloseren und aggressiveren Formen zu unterscheiden, erläutert Dr. Rosemarie Weimann. Besonders intensive Anstrengungen werden dabei in der Früherkennung von bösartigen Tumoren unternommen.

Spezialisiert auf Magen-Darm-Trakt und Leber

Dr. Rosemarie Weimann hat sich in der Pathologie insbesondere auf die Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und der Leber spezialisiert und sich auch ferner im Bereich der Zytopathologie fortgebildet, die eine Basis für alle Bereiche der konventionellen histologischen Pathologie ist. „Das ist die kleine Schwester der Histopathologie“, erläutert die Pathologin. Dabei werden zur Tumordiagnostik einzelne Zellen aus verschiedenen Organen des Körpers entnommen, auf einem Glasobjektträger ausgestrichen und gefärbt und dann vom Pathologen begutachtet. Im Vergleich zur histologischen Untersuchung von Gewebeproben besitzt die Zytologie Vorteile bei der Materialgewinnung: Zellen können überwiegend unblutig, weitgehend schmerzfrei und minimal-invasiv  - und damit komplikationsarm -  entnommen werden. In Zeiten des ständigen Kostendrucks ist diese Methode auch kostengünstiger. Allerdings sind zytologische Sonderuntersuchungen auf der Basis des eingesandten Materials zum Teil  wegen fehlender Paraffineinbettung wie bei Gewebeproben nicht oder nur eingeschränkt möglich. Neue  Zellproben können aber relativ problemlos und ohne große Komplikationen jeder Zeit wieder entnommen werden. Das ist bei einer Gewebeentnahme – weil in der Regel mit einem Schnitt verbunden – oft schwieriger.

Entwickelt molekulare Pathologie weiter

Dr. Rosemarie Weimann, die die Nachfolge von Prof. Dr. Jutta Lüttges antritt, wird auch die  Methoden der molekularen Pathologie weiter entwickeln. Damit lassen sich zum Beispiel zuverlässige Voraussagen über das Verhalten von Tumoren sowie deren therapeutische Beeinflussbarkeit machen.  

Dr. Rosemarie Weimann war zuletzt Leiterin der Abteilung für  Zytopathologie im Schweizer Kantonsspital Aarau, davor langjährige Oberärztin im Institut für Pathologie des Universitätsspitals Bern. Die Deutsch-Schweizerin, die gebürtige Berlinerin ist, studierte von 1983 bis 1990 in Marburg und Lausanne. Begonnen hat sie ihre medizinische Laufbahn 1990  in der Inneren Medizin am Felix-Platter-Spital Basel-CH. Bis zu ihrer Facharztanerkennung im Jahr 1997 als Pathologin hat sie im Pathologischen Institut der Universität Bern gearbeitet. Zu ihren diagnostischen Schwerpunkten zählen insbesondere die gastrointestinale Pathologie, die hepatobiliäre und Pankreaspathologie sowie auch die Oral- und HNO-Pathologie, die  Gynäkopathologie und die Uropathologie. 2004 wurde sie zur Ehrengastroenterologin  ernannt.    

 Lebensmotto: "Carpe diem"

Apropos: Wer sich als Mediziner für die Pathologie entscheidet, braucht Ausdauer.  Weil das Arbeitsgebiet des Pathologen so umfangreich ist, zählt die Facharztweiterbildung zum Pathologen mit sechs Jahren zu den längsten. Wen wundert es da, dass Dr. Rosemarie Weimann als Hobby unter anderem den Langstreckenlauf angibt. An erster Stelle steht für sie aber die Familie: Ihre fünf Kinder – im Alter zwischen 15 und 21 kamen in der Zeit während ihrer  Facharzt-Weiterbildung zur Welt. Das Lebensmotto der 47jährigen: „Carpe diem.“

 

 

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