12.11.2012

Heute bessere �berlebenschancen f�r Fr�hgeborene

   

Aber: Eltern brauchen mehr Unterst�tzung � Case-Manager gefordert 

Deutschlandweit werden j�hrlich rund 60.000 Babys zu fr�h geboren � und damit jedes zehnte Neugeborene. Damit stellen Fr�hgeborene die gr��te Patientengruppe unter Deutschlands Kindern. Auch wenn die Medizin zur Versorgung Fr�hgeborener (Neonatologie) enorme Fortschritte gemacht hat, werden Probleme und Risiken f�r die weitere Entwicklung dieser Kinder nicht ausreichend wahrgenommen. Daher machen weltweit Kinderkliniken und Elternvertreter am 17. November auf die Belange von Fr�hgeboren und ihre Familien aufmerksam.

Noch vor zehn Jahren war das Saarland unter den alten Bundesl�ndern Schlusslicht bei der Versorgung von Fr�hgeborenen. Diese Situation hat sich gewandelt, wie Prof. Dr. Jens M�ller, Chefarzt der Klinik f�r Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums Saarbr�cken betont: �Wir sind besser geworden. So ist die Rate von Fr�hgeborenen unter 1500 Gramm Geburtsgewicht, die verstorben sind oder schwerbehindert �berlebten, von mehr als 25 Prozent 1999 auf unter zehn Prozent im Jahr 2010 im Saarland gefallen.�

Krankenh�user kooperieren

Dies ist sicher der hervorragenden Kooperation der Kinder- und Frauenkliniken geschuldet. Das Klinikum Saarbr�cken arbeitet unter anderem eng mit den Kliniken P�ttlingen, Merzig und Dudweiler zusammen. Frauen, die ein hohes Risiko haben, eine Fr�hgeburt zu erleiden, werden im Saarland in den  Perinatalzentren Level I in der Universit�tsklinik Homburg und im Klinikum Saarbr�cken versorgt.  "Ist eine Fr�hgeburt abzusehen und l�sst sie sich vom Geburtshelfer nicht l�nger hinausz�gern, beginnt die Betreuung der Kinder bereits damit, dass sie von einem hochspezialisierten Team per Kaiserschnitt geholt werden. So kleine Kinder zu entbinden, das erfordert besondere Kenntnisse. Und es erfordert eine spezielle Narkose, die das Kind nicht beeintr�chtigt", erkl�rt Prof. Dr. Jens M�ller. Im Perinatalzentrum Saarbr�cken gelte zudem eine Wand-an-Wand-Regelung: Das auf 37 Grad erw�rmte Zimmer, in dem das Fr�hgeborene unmittelbar nach der Geburt versorgt wird, liege direkt neben dem Krei�saal mit Normaltemperatur, in dem die Entbindung erfolgt. Zudem ist das Perinatalzentrum nat�rlich mit allem ausgestattet, was f�r die Betreuung der Fr�hgeborenen n�tig ist.

Und dennoch: Die meisten Eltern sind von einer Fr�hgeburt mitgenommen. Das Kind selbst kommt auf die Welt und kennt anfangs nichts anderes als die Abl�ufe auf der Intensivstation. Auch f�r die Eltern l�uft alles anders als erhofft � und diese �ngste und Bef�rchtungen �bertragen sie oft auf ihr Kind, wenn sie erst einmal daheim sind. Prof. Dr. Jens M�ller: �Das Nachsorgekonzept der Kinderklinik des Klinikums Saarbr�cken sieht vor, die Eltern weiterhin bei kleineren f�r Fr�hgeborene spezifischen Problemen zu unterst�tzen.  Wir w�nschen uns einen sogenannten Case-Manager, der die �berleitung nach Hause sowie Hilfs- und medizinische Ma�nahmen f�r einige Wochen nach der Entlassung koordiniert. Unter Beteiligung der Fr�hf�rderungsstellen, des Palliativteams, der niedergelassenen Kinder�rzte und des Gesundheitsamtes soll eine Arbeitsgruppe Nachsorge gegr�ndet werden.�

Nachsorge auch f�r sp�te Fr�hchen

Denn Nachsorge sei nicht nur f�r die Allerkleinsten wichtig, wei� der Neonatologe. So haben so genannte "sp�te Fr�hchen", zwischen der 31. und 37. Schwangerschaftswoche geboren, ein um 30 Prozent h�heres Risiko als reif geborene Kinder, an Entwicklungsverz�gerungen zu leiden. Sichtbar wird das oft erst gegen Ende der Kindergartenzeit oder nach der Einschulung, wenn Lese- und Rechenschw�chen oder Konzentrationsst�rungen auftreten. Oft entwickeln diese sp�ten Fr�hchen auch schwere Erkrankungen, wie Krebs und Diabetes Typ II und Bluthochdruck. Der Anteil der sp�ten Fr�hchen steigt gegenw�rtig deutlich. Die zunehmende Zahl �lterer M�tter und der Mehrlingsschwangerschaften infolge einer k�nstlichen Befruchtung beg�nstigen diese Fr�hgeburten. Von einer gezielten Nachsorge k�nnte auch dieser Gruppe profitieren, ist sich der Kindermediziner sicher.

Selbsthilfegruppe in Gr�ndung

Und � dar�ber freut sich der Chefarzt besonders -  Eltern der Fr�hgeborenen des Klinikums Saarbr�cken wollen eine Selbsthilfegruppe gr�nden und dann auch zuk�nftige Fr�hcheneltern mit einem  Gespr�chsangebot unterst�tzen. 

Am Weltfr�hgeborenentag laden die Kinder-Intensiv-Station und der Verein K�nguruh-Kinder e.V. Eltern und ehemalige Fr�hgeborene  zu einem Wiedersehen und gem�tlichen Beisammensein ein - am Samstag, 17. November, 15.00 Uhr, ins Casino des Klinikums Saarbr�cken.

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