18.02.2016

Chefarztwechsel in der Kardiologie

 

Priv. Doz. Dr. Florian Custodis (links) wird Nachfolger von Prof. Dr. Günter Görge

 

In der Klinik für Herz- und Lungenkrankheiten, Intensivmedizin und Angiologie mit Funktionsbereich Nephrologie des Klinikums Saarbrücken auf dem Winterberg gibt es einen Chefarztwechsel. Prof. Dr. Günter Görge, der die Klinik mehr als 17 Jahre lang mit viel Fachkompetenz und Engagement geleitet hat, wird sich mit einer Privatpraxis in Saarbrücken niederlassen. „Ihr Herz liegt uns am Herzen" war ihm Motto und Programm zugleich. In Zusammenarbeit mit der Dt. Herzstiftung hat er den alljährlichen Herztag des Klinikums Saarbrücken initiiert, der mit regelmäßig mehr als 300 Teilnehmern großen Anklang fand. Neben der Prävention nahm die Etablierung modernster medizinischer Standards in der Herz-Kreislauf-Medizin einen großen Stellenwert ein. So war das Klinikum Saarbrücken eine der ersten (im Saarland die erste), von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zertifizierten Kliniken mit einer SpeziaI-Einheit zur Abklärung unklarer Brustschmerzen (Chest-Pain-Unit).

 

Als leitender Arzt des Notarztstandortes auf dem Winterberg war er selbst als Chefarzt ohne Berührungsängste regelmäßig im Notarzt-Einsatz vor Ort. Seine hohe fachliche und menschliche Kompetenz ist bundesweit gefragt, er arbeitet in Gremien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie u.a. bei der Erstellung der Leitlinie „Infarktbedingter kardiogener Schock – Diagnose, Monitoring und Therapie". Mit Sports- und Teamgeist verstärkte der ehemalige Junioren-Weltmeister im Rudern (1975) das Drachenbootteam des Klinikums Saarbrücken. Seine Patienten schätzen an ihm nicht nur die fachliche Expertise, sondern vor allem auch seinen immer menschlichen und unprätentiösen Umgang.

 

Sein Nachfolger, Privatdozent Dr. Florian Custodis, übernahm die Klinik und die großen Fußstapfen zum 15. Februar. Am 17. Februar wurde er offiziell vorgestellt. Der 41jährige ist seit mehr als zwölf Jahren im Saarland heimisch. Seit 2003  war er  Assistenzarzt in der Homburger Universitätsklinik. Sein Medizinstudium absolvierte er in Köln, wo er geboren und aufgewachsen ist. Er wechselte zusammen mit dem Klinikdirektor Prof. Böhm von Köln nach Homburg.  Während seiner Zeit an der Universitätsklinik in Homburg wurde er mit mehreren Wissenschaftspreisen ausgezeichnet.

 

Seit Januar 2015 war er im Auftrag des Universitätsklinikums als Ärztlicher Leiter der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie und Intensivmedizin des Evangelischen Krankenhauses in Zweibrücken tätig. Diese Tätigkeit übte er im Rahmen der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Universitätsklinikum Homburg und dem Evangelischen Krankenhaus Zweibrücken aus. Vorher war er von  2012 bis 2014 Oberarzt  der Klinik für Innere Medizin III der Homburger Universitätsklinik (Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin). In der Zeit von 2012 bis 2013 fungierte er als leitender Oberarzt der internistischen Notaufnahme des Universitätsklinikums des Saarlandes. PD Dr. Custodis ist Facharzt für Innere Medizin mit der Schwerpunktanerkennung Kardiologie; er verfügt über die Zusatzbezeichnung Internistische Intensivmedizin, sowie über die Zusatzqualifikationen Interventionelle Kardiologie und Lipidologie (z.B. Fettstoffwechselstörungen, Diabetes).

 

Der Kardiologe findet eine vorbildlich geführte Klinik mit  einer zertifizierten Spezial-Einheit zur Abklärung unklarer Brustschmerzen (Chest-Pain-Unit),  sensiblen Ultraschallgeräten (Stress-Echokardiographie), die Durchblutungsstörungen der Herzmuskulatur erkennen, sowie einer Lungenfunktionsdiagnostik und vielem mehr vor. Im neuen Herzkatheter der Klinik wird mit modernen Diagnoseverfahren gearbeitet, wie zum Beispiel der Messung der fraktionellen Koronarflussreserve (FFR oder iFFR). Damit kann bestimmt werden, ob das verengte Herzkranzgefäß noch ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt wird. Mittels intravasalem Ultraschall (IVUS) kann die Beschaffenheit der Gefäßwand und von Gefäßverkalkungen beurteilt werden. Dank dieser Methoden kann die Entscheidung, ob eine Gefäßverengung mit einem Stent behandelt werden muss, schnell und schonend für den Patienten am Kathetertisch getroffen werden. Die komplette Schrittmacher- und Defibrillatorversorgung sowie die Implantation von Resynchronisations-Schrittmachersystemen (CRT-Systemen) bei Herzschwäche sind im Klinikum Saarbrücken längst Standard.

 

Für den erfahrenen Kardiologen PD Dr. Custodis sind diese Verfahren kein Neuland. Er ist ausgewiesener Experte für die diagnostische und auch invasive Kardiologie; er verbindet eine breite kardiologische Ausbildung und Kompetenz mit dem Hintergrund der aktuellen medizinischen Forschung und Entwicklung. 2012 erhielt er den Calogero-Pagliarello-Forschungspreis für eine Arbeit über die Auswirkung von chronischem Stress und erhöhtem Ruhepuls auf Herz und Blutgefäße. Als einen wichtigen Schwerpunkt seiner Arbeit bezeichnet PD Dr. Custodis die kardiovaskuläre Prävention, d.h. die Behandlung von Patienten mit Risikofaktoren, die die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen begünstigen. Der Aufbau einer Spezialstation für Patienten mit Herzinsuffizienz ist ihm ein besonderes Anliegen. Auch für die Behandlung von Patienten mit Erkrankungen des Cholesterinstoffwechsels und deren Auswirkung auf das Herz-, Kreislausystems bringt er eine hohe Expertise mit.

 

Der inzwischen im Saarland verwurzelte  PD Dr. Florian Custodis freut sich auf seine neue Aufgabe. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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