09.12.2016

Behandlung von Venenerkrankungen

Venen sind Blutgefäße, die das Blut aus den verschiedenen Körperregionen zum Herzen transportieren. Jeder zweite bis dritte Erwachsene ist in fortgeschrittenen Alter von Erkrankungen des Venensystems betroffen – zu wenig Bewegung, zu viel Sitzen ist die Hauptursache. Besonders die Beinvenen sind häufig davon betroffen, da sie das Blut entgegen der Schwerkraft nach oben pumpen müssen. Die Muskulatur der Füße und Beine und die Venenklappen, die wie Rückschlagventile wirken, unterstützen diesen Prozess.

Bei Venenerkrankungen unterscheidet man hauptsächlich in akute Erkrankungen wie eine Thrombose und in chronische, wie Krampfadern (Varikosen). Bei einer Thrombose handelt es sich um ein Blutgerinnsel, das die Vene verstopft. Löst sich das Blutgerinnsel ab, kann es über den Blutstrom zur Lunge gelangen und dort zu einem Gefäßverschluss führen, einer so genannten Lungenembolie, die lebensgefährlich ist.

Krampfadern sind eine Volkskrankheit. Das Muskelgewebe und die Venenklappen sind zu schwach, um den venösen Rückfluss zu steuern. Als Folge können Venenentzündungen, Beingeschwüre oder auch Thrombosen auftreten. Schwere Beine sind häufig das erste Anzeichen einer beginnenden Venenschwäche. Nach erfolgter Diagnose können Krampfadern chirurgisch behandelt werden - in letzter Zeit immer häufiger auch ohne Schnitte, zum Beispiel mit Radiowellen. Beim so genannten Venenstripping werden die Krampfadern mit Hilfe einer speziellen flexiblen Sonde herausgezogen. Unerwünschte Krampfadern verschwinden und die gesunden Venen werden entlastet, das Blut kann wieder frei zirkulieren.

Ist es schon zu Folgeerkrankungen gekommen – zum Beispiel zu chronischen offenen Wunden am Bein, dann stehen auch hier verschiedene chirurgische Behandlungstechniken zur Verfügung. So kann die oberflächliche Schicht des Unterschenkelgeschwürs abgetragen und dieses durch eine Hauttransplantation verschlossen werden („Ulkusshaving"). Eine andere Methode ist die  „Fasziotomie" - durch das Spalten der Muskelhaut (Faszie) wird eine  Entspannung des Hautgewebes herbeigeführt.

Ihre Fragen zur Behandlung von Venenerkrankungen beantwortet Dr. Michael Moritz, Oberarzt der Gefäßchirurgie, in der Zeit vom 8. bis zum 22. Dezember im Internet unter diesem Link: Onlineforum.

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