03.03.2016

Amputation - und danach?

„Onlineforum Gesundheit" mit PD Dr. Thomas Petzold, Chefarzt der Gefäßchirurgie

Es gibt viele Gründe, warum Menschen Gliedmaßen verlieren können – ein Tumor,  ein Unfall, eine schwere Erkrankung mit Durchblutungsstörungen (z.B. bei einer peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit, pAVk). Bis zu 60 000 Amputationen werden in Deutschland jedes Jahr durchgeführt. Die meisten Amputationen, rund 70 Prozent, finden in Zusammenhang mit einer Diabeteserkrankung statt. Eine Amputation ist ein gravierender Einschnitt in das Leben eines jeden Menschen, mit dem zurechtzukommen auf jeden Fall Schwierigkeiten bereitet. Dennoch lohnt es sich, den Menschen, die von einer Amputation betroffen sind, Mut zu machen. Heute gibt es sehr gute Prothesen und Hilfsmittel, die den Betroffenen ein halbwegs normales Leben mit einer guten Lebensqualität ermöglichen.

Schon bei der Wahl der Operationsmethode muss die spätere Prothesenversorgung des Gliedmaßes mit eingeplant werden. Abhängig von  der Art und dem Umfang der Schädigung können unterschiedliche OP-Methoden gewählt werden. In die Planung wird mit einbezogen, dass eine Wundheilungsstörung und Phantomschmerzen vermieden werden und dass ein möglichst gut zu versorgender Stumpf entsteht, bei dem das Knochenende gut bedeckt und gepolstert ist und die Hautnarbe abseits der Belastungszone des Stumpfes liegt.

Nach der Amputation gilt es zunächst, eine gute Wundheilung zu erreichen. Gerade bei den beiden häufigsten Gründen für Amputationen, der arteriellen Verschlusskrankheit und Diabetes, sind diese leider nicht selten – eine Folge der Durchblutungsstörungen. Die Versorgung des Stumpfes mit einer geeigneten Prothese wird schon in dieser Phase durch die Anlage von speziellen Bandagen vorbereitet, die den Stumpf formen und das Anlegen der Prothese später erleichtern. Viele leiden in diese Phase unter Phantomschmerzen. Hier ist es günstig, wenn schon im Vorfeld auf die Möglichkeiten der Schmerztherapie vorbereitet wurde. Außer der medizinischen Seite gilt es für den Betroffenen jetzt auch, psychisch mit dem Verlust des Gliedmaßes und den Veränderungen, die das mit sich bringt, fertig zu werden. Das kann bis hin zum Verlust des Arbeitsplatzes gehen. Eine Selbsthilfegruppe mit Gleichgesinnten kann hier stützend wirken.

Ihre Fragen zum Thema „Nach der Amputation" beantwortet der Gefäßchirurg PD Dr. Thomas Petzold in der Woche vom 3. bis 17. März 2016 unter www.klinikum-saarbruecken.de / Online-Forum.

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