16.05.2018

Adam kann endlich wieder lachen

Chefarzt Dr. Dr. Herbert Rodemer operierte einen fünfjährigen Jungen aus Afghanistan – jetzt ist das Kiefergelenk wieder beweglich

Rodemer_Adam.jpgWieder hat Dr. Dr. Herbert Rodemer, Chefarzt der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie des Klinikums Saarbrücken, einen fünfjährigen Jungen aus Afghanistan behandelt. Der kleine Adam kam über das Friedensdorf International nach Saarbrücken. Er hatte sich 2016 bei einem Sturz einen Bruch des Kiefergelenksköpfchens zugezogen. Bei der Heilung des Bruches  hatte sich Knochengewebe gebildet, das über das Gelenk wuchs. Die Folge: das Gelenk verknöcherte, der Junge konnte den Kiefergelenksknochen nicht mehr bewegen, seinen Mund nicht mehr öffnen. Reden, Lachen und Essen waren schwierig geworden – nur noch Flüssignahrung ging.

Damit der Kiefer wieder beweglich wird, musste der überschüssige Knochen entfernt und in den Gelenkspalt Knorpel eingefügt werden, denn Knorpel wuchert nicht. So war Teamwork im OP gefragt: mit einem doppelten OP-Team entfernte Chefarzt Rodemer in einer rund dreistündigen Operation den Knochen im Kiefergelenk, während der Oberarzt Dr. Dr. Korbinian Seyboth Knorpel aus einer Rippe des Jungen holte, der anschließend ins Kiefergelenk eingebaut wurde.

Adam ist nicht das erste Kind, das über das Friedensdorf International im Klinikum Saarbrücken behandelt wurde. Jedes Jahr hilft das Friedensdorf in Oberhausen rund 1000 Kindern aus Afghanistan, Vietnam, Kambodscha und anderen armen Ländern der Welt – Kinder, die aus einer Kriegs- oder Krisenregion kommen oder eine Erkrankung haben, die in ihrem Heimatland nicht behandelt werden kann. Der Chefarzt der Klinik für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie und plastische Operationen, Dr. Dr. Herbert Rodemer, sieht es als eine menschliche Selbstverständlichkeit an, diesen Kindern zu helfen. Er wurde für sein Engagement in dieser Sache schon zweimal als „Saarlands Bester" ausgezeichnet. Besonders freut ihn, „dass auch die Krankenhausleitung und die Ärzte und Pflegekräfte anderer Fachabteilungen mit am Strang ziehen und ihr Können unentgeltlich zur Verfügung stellen."

Während ihres Klinikaufenthaltes werden die Kinder liebevoll von den Kinderkrankenschwestern und dem Ärzteteam der Kinderklinik des Klinikums Saarbrücken betreut. Zusätzlich gibt es bundesweit ehrenamtliche MitarbeiterInnen des Friedensdorfes, die sich um die kleinen Patienten kümmern. In Saarbrücken hat Julia Veauthier diese Aufgabe übernommen. Sie hatte vor zwei Jahren die kleine Bibi (damals 5 Jahre alt) aus Afghanistan im Klinikum Saarbrücken kennengelernt und sich dann entschieden, die Betreuer-Ausbildung des Friedensdorfes, ein dreitägiges Seminar in Oberhausen, zu absolvieren.

Jeden Tag nach Dienstschluss fährt die 34-jährige auf den Winterberg und besucht Adam. Dies ist selbstverständlich keine Vorgabe der Organisation, sondern eine Herzensangelegenheit, für die Julia von sich aus beschlossen hat, dieses Maß an Zeit zu investieren. Die beiden spielen zusammen, lernen ein bisschen Deutsch, gehen spazieren, Eis essen und vor allem: sie lachen viel zusammen.

Bei der Abschlussuntersuchung strahlt Adam. Er ist offensichtlich dankbar und glücklich, weil er seinen Kiefer wieder öffnen und schließen, lachen und essen kann wie jeder gesunde Mensch. Jetzt ist Adam wieder im Friedensdorf und wartet auf den Abflug zu seinen Eltern nach Afghanistan.

 

Foto, von links: Chefarzt Dr. Dr. Herbert Rodemer, Adam und Julia Veauthier bei der Kontrolle in der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie. Adam strahlt, denn nichts tut mehr weh und der Kiefer ist wieder voll beweglich nach der OP.

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