09.02.2016

Ab sofort Plasmaspende möglich

Um 75 Jahre alt zu werden, benötigen Bluter bis zu 180 000 Plasmaspenden

 

Ab sofort kann an den Standorten der Blutspendezentrale Saar-Pfalz, in Kaiserslautern und Saarbrücken auch Plasma gespendet werden. Denn was viele nicht wissen: Auch Plasma, also der flüssige Bestandteil des Blutes, wird häufig gebraucht. „Hat ein Patient zum Beispiel eine Gerinnungsstörung, so braucht er mitunter auch Plasma bei einer Operation", erklärt Dr. Alexander Patek, Ärztlicher Leiter der Blutspendezentrale Saar-Pfalz.

Verletzungen aufgrund von schweren Verkehrsunfällen, große operative Eingriffe oder auch Krebserkrankungen können zu lebensbedrohenden Blutungen führen. Bei  einem großen Blutverlust reichen die körpereigenen Gerinnungsfaktoren oft nicht mehr aus, um die Blutung zu stoppen. Nur durch die Zufuhr von Plasma oder Plasmakonzentraten kann  die Blutgerinnung wieder normalisiert werden.

Plasmaprodukte sind für viele Patienten lebensnotwendig

Zum Großteil wird das Plasma für die Herstellung von Medikamenten verwendet wie Blutgerinnungspräparate oder Gewebekleber. Gerade für Bluter sind solche Medikamente lebensnotwendig.  Sie benötigen jeden dritten Tag eine Dosis des Faktor-VIII-Präparates, die aus 18 Plasmaspenden gewonnen wird. Im Laufe eines Lebens kommt so ein Bedarf von bis zu 180 000 Plasmaspenden zusammen.

Auch Patienten mit Erkrankungen des körpereigenen Immunsystems sind mitunter auf Plasmaprodukte angewiesen. Denn diesen Patienten fehlen wichtige Bestandteile des Immunsystems: Sie bilden zu wenig oder überhaupt keine Antikörper und leiden deshalb immer wieder unter Infekten, die das normale Maß deutlich übersteigen. Schon ein harmloser grippaler Infekt kann für sie lebensbedrohlich werden. Rund 8.000 Menschen sind in Deutschland betroffen. Eine regelmäßige Behandlung mit Antikörpern (= Immunglobulinen), die nur aus Blutplasma gewonnen werden können, verhilft diesen Menschen zu einem nahezu normalen Leben.

Spender werden vorher ärztlich untersucht

Übrigens: Jeder im Alter zwischen 18 und 60 Jahren, der die Kriterien für die Blutspende erfüllt, kann auch Plasma spenden – und das bis zu 40mal im Jahr. „Bevor es aber erstmals zur Plasmaspende geht, werden die SpenderInnen ärztlich untersucht.

Eine Plasmaspende verläuft ähnlich wie eine Blutspende. Das Blut läuft über eine Zentrifuge, die das Plasma von den restlichen Bestandteilen trennt. Das Plasma wird in einem Beutel gesammelt. Die Blutkörperchen werden dem Spender, angereichert mit einer Kochsalzlösung,  wieder zurückgegeben. So ist die Spende  besonders Kreislauf schonend.  Dieser Vorgang wird pro Sitzung etwa drei- bis viermal wiederholt. In der Regel werden so etwa 650 Milliliter Plasma gespendet, das Ganze dauert etwa 30 Minuten.

Für die Plasmaspende werden Termine vergeben, unter Telefon 0681 / 963-2560 oder direkt auf der Homepage. Außerdem bekommt jeder Plasmaspender eine pauschale Aufwandsentschädigung.

 

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