22.04.2016

20 Jahre „Stroke Unit“ im Saarland - Schlaganfall - Notfall mit neuen Behandlungschancen

In der Schlaganfallbehandlung ist viel passiert – Veranstaltung im Saarbrücker Schloss

 

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens seiner Schlaganfall-Spezialstation („Stroke Unit") lädt das  Klinikum Saarbrücken zu einer öffentlichen Veranstaltung im Saarbrücker Schloss ein. Am Samstag, dem 7. Mai, werden von 9 bis 13 Uhr unter der Leitung vom  Chefarzt der Neurologie, Prof. Dr. Karl-Heinz Grotemeyer, verschiedene Vorträge rund um die Fortschritte in der Schlaganfallbehandlung geboten. Die Saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann und Oberbürgermeisterin Charlotte Britz werden ein Grußwort sprechen. Als Referenten kommen neben Ärzten aus verschiedenen Fachrichtungen des Klinikums Saarbrücken auch Prof. Dr. Klaus Faßbender, Klinikdirektor der Neurologie des Universitätsklinikums Homburg und Dr. Thomas Schlechtriemen, Ärztlicher Leiter Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung. Die Abschlussdiskussion „wie geht es weiter in der Schlaganfallbehandlung?" moderiert Dr. Susann Breßlein, Geschäftsführerin des Klinikums Saarbrücken.

Auf dem Schlossplatz informiert der Schlaganfallbus Interessierte über die Themen Schlaganfall, Nachsorge, Ernährung, Selbsthilfe  und Logopädie. Außerdem können Rettungsmittel und das Stroke-Mobil besichtigt werden.

 

Vom Modellversuch zur Standardbehandlung

1996 als Modellprojekt in Kooperation mit der Deutschen Schlaganfallhilfe entwickelt, wurde die Stroke Unit des Klinikums Saarbrücken als eine der ersten Schlaganfall-Spezialstationen in Deutschland eröffnet. Das Modell Stroke Unit wurde rasch zum Erfolgsmodell – eine schnelle, gezielte und spezialisierte Schlaganfallbehandlung führte zu enormen Fortschritten und deutlich besseren Ergebnissen in der Schlaganfalltherapie. Das Saarland war 2004 das erste Bundesland mit einer flächendeckenden Stroke-Unit-Versorgung. Heute gehören sie bundesweit zur Standardversorgung von Schlaganfallpatienten. Die Schlaganfallstation des Klinikums Saarbrücken ist nach höchsten Fachstandards als überregionale Stroke Unit zertifiziert.  

2013 war das Klinikum Saarbrücken wieder Vorreiter: Neben der Lysetherapie (Auflösung von Blutgerinnseln) wurde hier schon auf die Thrombektomie gesetzt, die die Möglichkeiten der Schlaganfallversorgung nochmals nachhaltig verbesserte.  Bei der Thrombektomie wird ein für den Schlaganfall verantwortliches Blutgerinnsel im Gehirn mit Hilfe eines Katheters minimal invasiv entfernt. Seit 2015 gehört diese Therapie international zum festen Repertoire in der Akutversorgung von Schlaganfallpatienten. Auch hier war das Saarland wiederum das erstes Bundesland, das diese Behandlung – mit den Standorten Uniklinik Homburg und Klinikum Saarbrücken - flächendeckend vorhielt. 

Die Gründe, warum heute viele Patienten einen Schlaganfall oft ohne große Behinderung überstehen können, sind vielfältig – darüber und über zukunftsweisende Entwicklungen werden die Vorträge im Festsaal berichten. Dennoch ist der Schlaganfall immer noch eine der häufigsten Todesursachen. Was zum ersten Schlaganfall führt, führt auch zum nächsten Schlaganfall. Verhaltensänderung ist daher ein wichtiger Therapiebaustein. Neben der Akuttherapie ist daher die Optimierung der individuellen Nachsorge für ehemalige Schlaganfall-Patienten eine weitere wichtige Entwicklung, die 2006 im Klinikum Saarbrücken mit dem „Stroke-Nurse-Konzept" gemeinsam mit den Ersatzkassen als Modellprojekt begonnen wurde und heute von der Deutschen Schlaganfallhilfe flächendeckend gefördert wird.

Die Veranstaltung ist für alle Interessierten offen und kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen finden Sie im Internet auf der Seite des Klinikums, www.klinikum-saarbrucken.de

 

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